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Industriebezogene Umweltdienstleister

17.01.2003 - (idw) Universität zu Köln

Industriebezogene Umweltdienstleister
Ein dynamisches Marktsegment

Bei industriebezogenen Umweltdienstleistern handelt es sich um eine sehr heterogene Gruppe von Anbietern. Der bei weitem größte Teil (ca. 40 Prozent) ist durch Ausgründungen aus bereits bestehenden Unternehmen als sogenannte Spin-offs entstanden; bei knapp 15 Prozent handelt es sich um Neugründungen durch ein größeres Unternehmen. Selten hingegen sind Gründungen aus Hochschulen heraus oder als Maßnahme gegen bestehende bzw. drohende Erwerbslosigkeit. Zu diesem Ergebnis gelangen Professor Dr. Dietrich Soyez und Dr. Christian Schulz in einer Untersuchung, die sie am Geographischen Institut der Universität zu Köln erstellt haben. Beispielhaft haben sie industriebezogenen Umweltdienstleister in der Region Nord-Pas-de-Calais und Regio Rheinland untersucht.

Auffallend ist das Auseinanderklaffen des Zeitpunktes der Unternehmungsgründung, des Eintritts in den Umweltmarkt sowie des Beginns der Tätigkeit für Industriekunden. Vornehmlich in den achtziger Jahren haben eine Reihe bereits etablierter Dienstleistungsunternehmen den Umweltsektor als neues Tätigkeitsfeld entdeckt und ihr Angebot entsprechend erweitert und verschoben. Die Aufnahme industriebezogener Leistungen erfolgt erst in den neunziger Jahren.

Eine große Bandbreite weist das Angebotsspektrum der Umweltdienstleister auf, wobei zahlreiche Firmen mehrere, zum Teil unterschiedliche Leistungen anbieten. Zu den wichtigsten Tätigkeitsbereichen zählen neben technischen Ingenieurleistungen, Entsorgungsplanung und Schadstoffanalytik auch die Unternehmensberatung. Hierunter fallen zum Beispiel die Entwicklung von Umweltmanagementsystemen, die Auditierung von Betrieben, die Beratungsleistungen in der Genehmigungsplanung für neue Anlagen, aber auch Schulungstätigkeiten in Unternehmen sowie der Bereich der Umweltkommunikation.

Kunden der industriebezogenen Umweltdienstleister sind vor allem Großbetriebe aus den produzierenden Gewerbe mit über 500 Beschäftigten. Auffallend ist, daß mehr als zwei Drittel der Aufträge aus dem lokalen bzw. regionalen Umfeld kommen, ausländische Absatzmärkte spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Bei der Art der Geschäftsbeziehungen fällt auf, daß einmalige Aufträge zu etwa einem Drittel den größten Teil ausmachen. Dauerhafte Kooperationen und regelmäßige Folgeaufträge machen jeweils etwa ein Viertel aller Gesamtaufträge aus.

Für die Zukunft erwarten die Umweltdienstleister aufgrund zunehmender Regulierungsdichte in der Umweltgesetzgebung einen Anstieg der Nachfrage nach externem Know-how. Allerdings besteht auch die Befürchtung, daß eine umweltpolitische Deregulierung in Zukunft genau das Gegenteil bewirken könnte. Diese Befürchtungen teilen allerdings Industrieunternehmen nicht.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias


Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Christian Schulz unter der Telefonnummer 0221/470-6102 der Faxnummer 0221/470-4971 und der E-Mail Adresse ch.schulz@uni-koeln.de zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).
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