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Zeitzeuge des Holocaust berichtete an der Hochschule Harz - Professor Felix Kolmer zu Gast auf dem Hochschulcampus

18.05.2006 - (idw) Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

Bereits zum zweiten Mal nutzte der Prager Professor Felix Kolmer, Überlebender des Holocaust, die Chance, am Dienstag, den 16. Mai, an der Hochschule Harz über seine Erfahrungen als Gefangener während des Zweiten Weltkrieges zu berichten. Kolmer, heute unter anderem als zweiter Vorsitzender beim Internationalen Auschwitzkomitee tätig, besucht derzeit im Rahmen einer Veranstaltungsreihe mehrere Schulen und Einrichtungen im Harzkreis, um seine Erlebnisse sowie Schrecken und Qualen während der Gefangenschaft hautnah schildern zu können.

Neben dem Konzentrationslager Friedland, aus dem ihm zum Zeitpunkt der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 die Flucht gelang, war Felix Kolmer auch im Konzentrationslager Theresienstadt sowie dem Vernichtungslager Auschwitz inhaftiert. "Die Registrierung der Juden stellte den Anfang der Erstellung von Transportlisten dar. Dass wir jedoch einmal in ein Konzentrationslager kommen, dies konnten wir uns nicht vorstellen", beschreibt Kolmer seine Gedanken an die damaligen Entwicklungen unter dem NS-Regime.

Die besondere Bedeutung für die Hochschule Harz, im Rahmen der kulturbildenden Aufgaben sich auch intensiv mit den Folgen und Auswirkungen des Rassenwahns auseinanderzusetzen, sind insbesondere in Zeiten zunehmender rechtsextremistischer Aktivitäten von hoher Bedeutung, um dem Vergessen entgegenzuwirken. "Zeitzeugen bürgen für Authentizität und können erzählen, wohin Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wirklich führt", appelliert Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann an die zahlreichen Gäste und bedankte sich sogleich bei Prof. Kolmer für dessen Offenheit, dieses eindrucksvolle Lebensschicksal vor der Öffentlichkeit zu präsentieren. "Für mein Überleben jedoch", so der Physik-Professor, "ist an erster bis zehnter Stelle das reine Glück verantwortlich, erst danach folgen persönliche Stärken und der tatkräftige Wille".

Das große Interesse an diesem Vortragsangebot spiegelte sich trotz komplett gefüllten Hörsaals in einer durchgängig emotionalen Stille sowie auch einer Reihe von geschichtlichen Hintergrundfragen - auch in persönlichen Gesprächen - im Nachgang der Veranstaltung wider. Ermöglicht wurde die Einrichtung dieses Vortrags von Professor Felix Kolmer in einer Gemeinschaftsaktion der Eheleute Dannheim von der Volkshochschule Harz gGmbH Quedlinburg, Geschäftsstelle Wernigerode, der Landeszentrale für politische Bildung und der Hochschule Harz.

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