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Wissenschaftsrat - caesar braucht rasch tragfähige wissenschaftliche Neuausrichtung

22.05.2006 - (idw) Wissenschaftsrat

Der Wissenschaftsrat hat dem Neustrukturierungskonzept für caesar grundsätzlich zugestimmt. Das Konzept war auf Bitte des Stiftungsrates von caesar von einer Kommission erarbeitet worden, die der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft eingesetzt hatte. Für die nun zu treffenden Entscheidungen, die in den Verantwortungsbereich des Stiftungsrates fallen, hat der Wissenschaftsrat eine Reihe von Empfehlungen gegeben. Eine Neuausrichtung des 1995 im Zuge des Bonn/Berlin-Ausgleichs mit erheblichem Mittelaufwand der Stifter Bund und Nordrhein-Westfalen gegründeten Forschungszentrums in Bonn war notwendig geworden, weil der Wissenschaftsrat in seiner Evaluation von caesar im Jahr 2004 eine mangelnde thematische Fokussierung in der wissenschaftlichen Arbeit, ungünstige Arbeits- und Leitungsstrukturen sowie unbefriedigende Qualitätssicherungsinstrumente moniert und eine Neustrukturierung empfohlen hatte.

Das Neustrukturierungskonzept der Präsidentenkommission der Max-Planck-Gesellschaft sieht im Wesentlichen vor:

- die wissenschaftliche Arbeit von caesar künftig auf einen für die Gesundheitsforschung wichtigen Teilbereich der Neurowissenschaften - neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und andere Syndrome mit Demenzentwicklung - zu fokussieren. Dabei sollen auch solche Ansätze verfolgt werden, die neurowissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Forschung miteinander verknüpfen, indem die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, insbesondere in den Bereichen Neurogeneration, Neurosensorik und Neuroprothetik in die Forschung einbezogen wird.

- caesar - bei Behaltung seiner Rechtsform als Stiftung - institutionell an die Max-Planck-Gesellschaft anzubinden. Die MPG soll künftig Verantwortung für die Berufung leitender Wissenschaftler, die Etablierung effizienter Leitungsstrukturen und die Qualitätssicherung übernehmen.

Das neu strukturierte Forschungszentrum soll eng in das universitäre und außeruniversitäre neurowissenschaftliche Umfeld der Region Bonn/Köln/Jülich eingebunden sein und mit der Wirtschaft kooperieren.

Der Wissenschaftsrat empfiehlt dem Stiftungsrat, die folgenden Punkte bei der Umsetzung des Konzepts, das er grundsätzlich für tragfähig hält, besonders zu berücksichtigen:

- Bei einer Anbindung von caesar an die Max-Planck-Gesellschaft muss die Rechtsform einer Stiftung erhalten bleiben, um dem Institut die gewünschte Flexibilität und Offenheit für wissenschaftliche Zusammenarbeit zu ermöglichen.

- Die in der Satzung festgelegten Satzungsziele in Zusammenhang mit der gewählten Forschungsthematik sollten geändert und caesar realistische Zielsetzungen vorgegeben werden.

- Um einen Transfer von Forschungsergebnissen in die Klinik und damit eine erfolgreiche Bearbeitung des vorgeschlagenen neurowissenschaftlichen Schwerpunkts zu ermöglichen, ist eine Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Bonn notwendig. Darüber hinaus muss am Standort caesar kurzfristige Tierhaltung ermöglicht werden.

Der Wissenschaftsrat betont, dass die grundlegenden Entscheidungen im Stiftungsrat rasch getroffen werden müssen, damit das hohe finanzielle Engagement des Bundes und Nordrhein-Westfalens für die Region so bald wie möglich seine Entsprechung in herausragenden wissenschaftlichen Leistungen von caesar findet. Den Wissenschaftlern, die nach Festlegung des neuen Forschungsthemas aufgrund ihrer thematischen Ausrichtung künftig nicht mitarbeiten können, muss die Möglichkeit eingeräumt werden, ihre Projekte bis zum Auslaufen ihrer Verträge in vernünftiger Weise beenden zu können. Sie müssen dafür in jeder Hinsicht die notwendige Unterstützung erhalten.


Hinweis: Die "Stellungnahme zum Konzept der externen MPG-Präsidentenkommission zur Zukunft des Center of Advanced European Studies and Research (caesar), Bonn" (Drs. 7243-06) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.
Weitere Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de
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