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WHO-Ziel der Masernausrottung: große Anstrengungen notwendig

22.05.2006 - (idw) Robert Koch-Institut

Am 18. und 19. Mai 2006 fand im Robert Koch-Institut der seit langem geplante Workshop der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Maserneliminierung mit Experten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol statt. Es wurde diskutiert, welche Maßnahmen notwendig sind, um das Ziel der WHO, die Masern bis zum Jahr 2010 zu eliminieren, zu erreichen.

Es wurde übereinstimmend festgestellt, dass in diesen Ländern und Gebieten in den letzten Jahren merkliche Fortschritte bei der Überwachung des Geschehens bei Masern und Röteln und bei der Steigerung der Durchimpfung erzielt wurden. Die für die Eliminierung der Masern erforderliche Impfquote von mindestens 95% ist jedoch noch nicht erreicht und es gibt es immer wieder regionale Ausbrüche. "Es bleibt nicht mehr viel Zeit für die Staaten, die sich dem Ziel der Weltgesundheitsorganisation verpflichtet haben", so Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts, "wenn wir es mit der Maserneliminierung wirklich ernst meinen, müssen alle Ebenen des öffentlichen Gesundheitsdienstes jetzt große Anstrengungen unternehmen".

Die Teilnehmer des Workshops waren sich einig, dass zur Verbesserung der Situation ein Bündel von Maßnahmen notwendig ist. Zusätzliche Anstrengungen sollen unternommen werden, um das Leiden von Kindern durch die gefährliche Masernerkrankung, die durch Impfung zu verhindern ist, zu vermeiden. Die in den verschiedenen Ländern bzw. Gebieten bestehende Gesetzgebung zum Infektionsschutz soll hierfür konsequent angewendet werden. Zur Verbesserung der Situation wurden folgende Maßnahmen diskutiert: Aktionspläne unter Berücksichtigung unterschiedlicher lokaler Gegebenheiten sollen erarbeitet werden. Strategien sind notwendig, um Ungeimpfte zu identifizieren, Interventionen und Impfangebote sollen dazu beitragen, Impflücken zu schließen. Das Krankheitsgeschehen soll besser überwacht werden, um Ausbrüche rasch zu erkennen und frühzeitig einzudämmen. Die epidemiologische Forschung soll intensiviert werden und ausreichende Laborkapazitäten sollen bereitgestellt werden. Die Datenlage zur Durchimpfung soll verbessert werden, vor allem bei Kindern im Alter bis zu zwei Jahren. Bei der Verbesserung der Impfraten kommt den Ärzten eine besondere Bedeutung zu, dies soll bei der ärztlichen Aus- und Weiterbildung verstärkt berücksichtigt werden. Multiplikatoren, wie z.B. medizinisches Pflegepersonal und Hebammen, sollen bei der Umsetzung der Ziele mit eingebunden werden. Der Informationsaustausch soll intensiviert, Informationsangebote für die verschiedenen Zielgruppen sollen verbessert werden. Dabei ist es sinnvoll, den Informations- und Erfahrungsaustausch auch über die Grenzen der einzelnen Länder und Gebiete hinweg zu führen.

Eine wesentliche Vorraussetzung, um die Situation zu verbessern, ist ein starkes Engagement aller Beteiligten und politische Unterstützung auf allen Ebenen. Dazu zählt auch, dass die Notwendigkeit der Impfung und die Risiken und Folgen eines fehlenden Impfschutzes verstärkt in der Öffentlichkeit kommuniziert werden. Die WHO wird regelmäßig evaluieren, welche Schritte in den Staaten und Gebieten eingeleitet wurden, um die Situation zu verbessern. Bereits im Jahr 2008 ist seitens der WHO vorgesehen, Fortschritte und Ergebnisse der eingeleiteten Maßnahmen gemeinsam zu diskutieren. Die Ergebnisse der Tagung im Robert Koch-Institut werden in Kürze von der WHO in einem Report zusammengefasst werden.


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