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Die "anderen" deutsch-französischen Beziehungen

24.05.2006 - (idw) Universität Erfurt

Ringvorlesung beschäftigt sich mit dem Verhältnis der DDR zu Frankreich "Die 'anderen' deutsch-französischen Beziehungen. Die DDR und Frankreich" stehen im Blick der Ringvorlesung am Dienstag (30. Mai) im Erfurter Rathausfestsaal. Prof. Dr. Ulrich Pfeil, seit 2005 Professor für Deutschlandstudien an der Universität Jean Monnet in Saint-Étienne und Gastwissenschaftler am Deutschen Historischen Institut Paris, wird sich dem Thema in seinem Vortrag, der um 18.00 Uhr beginnt, widmen.

Im Januar 1988 wurde der SED-Generalsekretär Erich Honecker in der französischen Hauptstadt Paris mit allen staatlichen Ehren empfangen. Die DDR scheint einen neuen Gipfel internationaler Anerkennung erklommen zu haben. Doch als der französische Staatspräsident François Mitterrand wenige Monate später, am 20. Dezember 1989, zu seinem Gegenbesuch in die DDR kam, war Honecker schon nicht mehr an der Macht und der SED-Staat bereits dem Abgrund nahe. "Diese Reise gibt bis heute Anlass zu Spekulationen über Frankreichs Haltung zur deutschen Wiedervereinigung und zum Platz der DDR in der französischen Deutschlandpolitik", so Prof. Pfeil. Paris hatte "Pankow" bis 1973 offiziell mit diplomatischer Missachtung behandelt und seine Beziehungen mit der Bundesrepublik schrittweise ausgebaut, so dass viele ab den 1970er Jahren vom "couple franco-allemand" sprachen. "Neue Archivfunde dokumentieren jedoch, dass auch die DDR in Frankreichs Deutschlandpolitik eine zentrale Rolle spielte und die 'anderen' deutsch-französischen Beziehungen nicht erst mit der diplomatischen Anerkennung begannen", so der Historiker. Heute zeige sich, dass man es auf politisch-diplomatischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene mit einer "asymmetrischen und dynamischen Dreiecksgeschichte im Ost-West-Konflikt" zu tun hatte.

Die Ringvorlesung "Erbfreunde" widmet sich in diesem Sommersemester den Beziehungen der Nachbarländer Deutschland und Frankreich und betrachtet diese nicht nur aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven sondern lässt auch Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien zu Wort kommen. Die in Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Institut Ludwigsburg und der Fachhochschule Erfurt mit Unterstützung der Sparkassenfinanzgruppe und der Universitätsgesellschaft Erfurt e.V. von der Universität veranstaltete und von der Thüringer Allgemeine präsentierte populäre Reihe bietet jeweils dienstags (Beginn 18.00 Uhr im Rathaus) in insgesamt 12 Veranstaltungen Vorträge ausgewiesener internationaler Experten.

Nächster Termin:
Dienstag, 6. Juni 2006, 18.00 Uhr, "Das 'Non' der Franzosen zur EU-Verfassung. Gründe und Folgen" Daniel Vernet, Chefredakteur Internationale Beziehungen, Le Monde, Paris
Weitere Informationen: http://www.uni-erfurt.de/presse/veranstaltungen/ringvorlesung/
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