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Universität Marburg ehrt den Präsidenten der Akademienunion mit Medizinpreis

31.05.2006 - (idw) Union der deutschen Akademien der Wissenschaften

Der Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, Prof. Dr. Gerhard Gottschalk, wird am 1. Juni 2006 mit einer der höchstdotierten deutschen Medizinauszeichnungen geehrt. Für seine "überragenden Verdienste um die Mikrobiologie" verleiht ihm und dem Würzburger Mikrobiologen Prof. Dr. Werner Goebel der Präsident der Philipps-Universität Marburg den Emil-von-Behring-Preis. Das Preisgeld von insgesamt 25.000 Euro stiftet der Impfstoffhersteller Novartis Behring. Die Tradition des ersten Medizin-Nobelpreisträgers Behring, so lautet die Begründung der Philipps-Universität, setze Gerhard Gottschalk "im besten Sinne" fort. War Emil von Behring unter anderem durch den ersten Impfstoff gegen Tetanus bekannt geworden, so gelang es Gottschalk und seinem Team im Jahr 2002, die Genomsequenz des Bakteriums Clostridium tetani zu entziffern.

Der Mikrobiologe an der Georg-August-Universität Göttingen hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Genomforschung an Bakterien in Deutschland führend ist: Er hat 1997 das Göttinger Laboratorium für Genomanalyse gegründet und leitet es seitdem. Darüber hinaus initiierte er 2001 im Genomforschungsprogramm GenoMik das Kompetenznetz Göttingen mit der "Genomforschung an Bakterien zu Analyse der Biodiversität der Bakterien und ihrer Nutzung zur Entwicklung neuer Produktionsverfahren". Unter seiner Leitung wurden die Genome von mehr als zehn Mikroorganismen entschlüsselt.

Gerhard Gottschalk wurde 1963 an der Georg-August-Universität Göttingen im Fach Mikrobiologie promoviert, wo er sich auch im gleichen Fach 1967 habilitierte. Seiner Alma Mater, deren Rektor er von 1975 bis 1976 war, ist er trotz zahlreicher Rufe anderer Hochschulen und mehrerer Gastprofessuren an der renommierten University of California über die Jahre treu geblieben: Seit 1970 lehrt und forscht er ungeachtet seiner Emeritierung im Jahre 2003 am Institut für Mikrobiologie und Genetik.

Sichtbares Zeichen seiner wissenschaftlichen Produktivität sind rund 300 Erstveröffentlichungen. Sein Lehrbuch "Bacterial Metabolism" aus dem Jahr 1979 gilt noch heute als ein Standardwerk. Schwerpunkte seiner Veröffentlichungen wie auch seiner Arbeit im Kompetenznetzwerk und an der Universität sind die Erforschung des Stoffwechsels und der Bioenergetik von Clostridien und anderen anaeroben Mikroorganismen sowie die Entschlüsselung kompletter Bakteriengenome.

Der Emil-von-Behring-Preis der Philipps-Universität Marburg wurde nach dem ersten Nobelpreisträger für Medizin, dem Marburger Hygieniker und Begründer der Serumtherapie Emil von Behring (1845-1917), benannt. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

In diesem Jahr werden erstmals zwei Preisträger geehrt. Neben Gerhard Gottschalk wird Prof. Dr. Werner Goebel (Julius-Maximilian-Universität Würzburg) ausgezeichnet. Er ist ebenfalls ein maßgeblicher Initiator der Genomnetzwerke, hat sich Verdienste um die Erforschung der Pathogenese wichtiger bakterieller Krankheitserreger erworben und Impfstoffe entwickelt, die Bakterien als Träger wichtiger schützender Antigene verwenden.

Ihr Ansprechpartner
Myriam Hönig, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
Tel.: 030 / 325 98 73-70,
E-Mail: hoenig@akademienunion-berlin.de

Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist die Dachorganisation von sieben Wissenschaftsakademien, die sich zur Umsetzung gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen haben. Unter dem Dach der Union sind mehr als 1600 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verschiedenster Fachrichtungen vereint, die zu den national und international herausragenden Vertretern ihrer Disziplinen gehören. Die Union koordiniert das "Akademienprogramm", das eines der größten und bedeutendsten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland darstellt. So ist die Union zuständig für die Koordinierung und Durchführung gemeinsamer Forschungsvorhaben ihrer Mitgliedsakademien. Sie empfiehlt die Bildung von Schwerpunkten für verwandte Projekte, fördert die Kommunikation zwischen den Akademien und betreibt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie kommuniziert mit Wissenschaftsorganisationen des In- und Auslandes und entsendet Vertreter in nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen. Eine organisierte Zusammenarbeit der deutschsprachigen Akademien der Wissenschaften gibt es bereits seit über 100 Jahren. Sie geht zurück auf das sogenannte "Kartell", das 1893 in Leipzig für die Betreuung von über 30 gemeinsamen Akademie-Forschungsvorhaben gegründet wurde.

Weitere Informationen: http://www.akademienunion.de
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