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Neuer Sonderforschungsbereich/Transregio an der RUB

31.05.2006 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

"Maschine verkaufen und vergessen": Weg von diesem Denken wollen die Mitglieder des Sonderforschungsbereich/Transregio "Engineering hybrider Leistungsbündel - Dynamische Wechselwirkungen von Sach- und Dienstleistungen in der Produktion", der zum 1. Juli 2006 an der Ruhr-Universität und der Technischen Universität Berlin startet (Sprecher: Prof. Dr.-Ing. Horst Meier, Lehrstuhl für Produktionssysteme, RUB). Die Wissenschaftler wollen neue Konzepte und Methoden erforschen, die es Maschinenherstellern ermöglichen, schon während der Maschinenentwicklung die potentiellen Dienstleistungen optimal zu gestalten. Dieser Paradigmenwechsel hin zu einem neuen Produktverständnis aus integrierten Sach- und Dienstleistungen eröffnet Innovationspotenziale zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Damit werden Geschäftsmodelle ermöglicht, die nicht den Maschinenverkauf sondern den Kundennutzen z.B. in Form von hoch verfügbaren Maschinen in den Mittelpunkt stellen. Bochum, 31.05.2006
Nr. 189

Neuer Sonderforschungsbereich/Transregio an der RUB
Sach- und Dienstleistung integriert entwickeln
Ingenieure erforschen die Theorie hybrider Leistungsbündel

"Maschine verkaufen und vergessen": Weg von diesem Denken wollen die Mitglieder des Sonderforschungsbereich/Transregio "Engineering hybrider Leistungsbündel - Dynamische Wechselwirkungen von Sach- und Dienstleistungen in der Produktion", der zum 1. Juli 2006 an der Ruhr-Universität und der Technischen Universität Berlin startet (Sprecher: Prof. Dr.-Ing. Horst Meier, Lehrstuhl für Produktionssysteme, RUB). Die Wissenschaftler wollen neue Konzepte und Methoden erforschen, die es Maschinenherstellern ermöglichen, schon während der Maschinenentwicklung die potentiellen Dienstleistungen optimal zu gestalten. Dieser Paradigmenwechsel hin zu einem neuen Produktverständnis aus integrierten Sach- und Dienstleistungen eröffnet Innovationspotenziale zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Damit werden Geschäftsmodelle ermöglicht, die nicht den Maschinenverkauf sondern den Kundennutzen z.B. in Form von hoch verfügbaren Maschinen in den Mittelpunkt stellen.

Demonstrator in Berlin

Die deutsche Forschungsgemeinschaft fördert den SFB/TR29 für zunächst vier Jahre mit rund sieben Millionen Euro. In zwölf Teilprojekten werden die Potenziale, Grenzen und Umsetzungsmöglichkeiten eines erweiterten Produktbegriffs für komplexe technische Produktionsmaschinen unter dem Leitbild hybrider Leistungsbündel erforscht. Die SFB-Mitglieder werden ihre Forschungsarbeiten zunächst am Beispiel der Mikroproduktionstechnik konkretisieren. Ein entsprechender Demonstrator wird an der TU Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. h.c. Dr.-Ing. Eckhart Uhlmann (Stellvertretender Sprecher, Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb, TU Berlin) entwickelt.

Kundenorientiert agieren

Mit der Auslieferung einer Maschine hat der Hersteller heute meistens seine Pflicht und Schuldigkeit getan: Wie sie dann beim Kunden optimal funktioniert, wie sich gewährleisten lässt, dass sie stets verfügbar ist und jemand sie zu bedienen und zu warten weiß, wird erst danach bedacht. Mit dieser Politik vergeben sich deutsche Hersteller entscheidende Wettbewerbsvorteile, auch wenn sie technisch die Nase vorn haben: "Gelingt es dem Kunden nicht, die technologischen Vorteile voll auszuschöpfen, sind einfachere Maschinen aus Billiglohnländern wirtschaftlicher", erläutert Prof. Dr.-Ing. Horst Meier. Umfassendere Angebote sind gefragt, die neben der reinen Sachleistung einen Mehrwert durch abgestimmte Dienstleistungen beinhalten. Dazu können etwa produktintegrierte Mitarbeiterschulungen, Wartung, Instandhaltung oder Prozessoptimierung zählen. Schon beim Entwurf eines neuen Produkts müssen die Ingenieure vorausschauend denken und die Eventualitäten im Lebenslauf einer Maschine berücksichtigen: "Das kann heißen, dass die Maschine im Bedarfsfall den bestmöglichen Service für sich automatisch organisiert", erklärt Dipl.-Ing. Daniel Kortmann vom Lehrstuhl für Produktionssysteme.

Nicht die Maschine, sondern eine verfügbare Produktionskapazität vermarkten

Die Geschäftsmodelle hybriden Leistungsbündel bestehend aus Sach- und Dienstleistungen können unterschiedliche Ausprägungen annehmen. So ist es möglich, dass statt der Maschine die Verfügbarkeit der Maschine verkauft wird. Der Hersteller bleibt in diesem Fall für die vereinbarte Nutzungsdauer der Maschine dafür verantwortlich, dass sie z.B. in 96 Prozent der Zeit einsatzbereit ist. Nur für diese Einsatzbereitschaft wird er vergütet. In noch weitergehenden Modellen kann der Hersteller auch die komplette Verantwortung für den optimalen Betrieb der Maschine übernehmen. In diesem Fall wird er nur für die auf der Maschine produzierten Güter bezahlt. Diese innovativen Geschäftsmodelle sind nur durch hoch effiziente integrierte Dienstleistungen in Form von hybriden Leistungsbündeln wettbewerbsfähig zu vermarkten.


Weitere Informationen

Prof. Dr. Horst Meier, Lehrstuhl für Produktionssysteme, Fakultät für Maschinenbau der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-26310, E-Mail: meier@lps.rub.de

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