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Frühlingserwachen im Aquarium

07.06.2006 - (idw) Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung

Das Seewolfpärchen des Helgoländer Aquariums hat Nachwuchs bekommen! Die vier kleinen Seewölfe werden am 10. Juni beim GEO-Tag der Artenvielfalt erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Fortpflanzungserfolge bei diesen mit Furcht erregenden Zähnen ausgestatteten Fischen sind in Gefangenschaft nur selten zu beobachten. Das Seewolfpärchen, das schon seit vier Jahren im Aquarium der Biologischen Anstalt Helgoland seine Runden dreht, hat erstmals für Nachwuchs gesorgt. Bereits Anfang November 2005 hatte das Weibchen die befruchteten Eier in der gemeinsam bewohnten Höhle abgelegt. Von da an war es von weiteren Mutterpflichten befreit und wurde energisch aus der Wohnhöhle vertrieben. Bei diesen Tieren sind nicht die Weibchen, sondern die Männchen für die Brutpflege zuständig. Es formt aus der Eimasse einen circa handballgroßen Eiballen, den er die folgenden 130 Tage hegt und pflegt. Während der gesamten Brutpflege nimmt das Männchen keine Nahrung auf und ist ständig damit beschäftigt, dem Gelege frisches Wasser zuzufächeln. Diese strenge Diät gewährleistet die uneingeschränkte Aufmerksamkeit für die Brut und stellt zudem sicher, dass der sich räuberisch ernährende Vater nicht auf den "Geschmack" kommt und den eigenen Nachwuchs auffrisst.
Über 2000 etwa zwei Zentimeter große Fischlarven sind nach rund vier Monaten im März 2006 geschlüpft. "Das Männchen wurde wenige Tage vor dem Schlupf zunehmend ungeduldiger und schien durch leichtes Zubeißen und Bewegen des Eiballens den entscheidenden Schlupfimpuls geben zu wollen", so Stefan Leusmann, Leiter des Aquariums. Angelockt vom ungewöhnlichen Verhalten des Männchens näherte sich auch das Weibchen immer häufiger und beobachtete neugierig das Treiben im Nest. Da es sich um die erste Seewolfnachzucht im Helgoländer Aquarium handelte, mussten die optimalen Aufzuchtbedingungen erst einmal ermittelt werden. "Eine zu hohe Wassertemperatur führte zu sehr hohen Sterblichkeiten in den ersten drei Wochen", berichtet der Biologe Leusmann. Inzwischen sind noch vier der vormals rund 2000 kleinen Seewölfe am Leben. Die überlebenden Jungwölfe sind jedoch mittlerweile 5 cm groß und kräftig und werden beim GEO-Tag der Artenvielfalt am 10. Juni zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert! Das Aquarium der Biologischen Anstalt Helgoland, die seit 1998 zum Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung gehört, kann an diesem Tag ab 10 Uhr bei freiem Eintritt besichtigt werden.
"Artenvielfalt an Küsten, Ufern und im Wasser" lautet das Thema des 8. GEO-Tages der Artenvielfalt, der am Samstag, den 10. Juni an der Nordsee stattfindet. Projektpartner der diesjährigen Veranstaltung ist das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. In einer 24-stündigen Bestandsaufnahme werden über 80 Expertinnen und Experten das Helgoländer Felswatt, Wattenmeer- und Küstenbereiche auf Sylt und bei Bremerhaven, sowie die offene Nordsee unter die Lupe nehmen. Die Tier- und Pflanzenarten in diesen einzigartigen Lebensräumen werden zu Fuß wie auch von Bord der Forschungsschiffe des Alfred-Wegener-Instituts erkundet. Mit dem Projekt möchten das Magazin GEO und das Alfred-Wegener-Institut die Bedeutung des Artenschutzes in Küstengebieten hervorheben und Menschen für die Natur vor ihrer Haustür begeistern.

Bremerhaven, den 06. Juni 2006
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Hinweise für Redaktionen: Ihr Ansprechpartner ist Stefan Leusmann (Tel. 04725/819 228; E-Mail: sleusmann@awi-bremerhaven.de). Ihre Ansprechpartnerin in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist Dr. Susanne Diederich (Tel. 0471/4831 1376; Email: sdiederich@awi-bremerhaven.de). Druckbare Bilder finden Sie auf unserer Webseite unter <http://www.awi-bremerhaven.de/AWI/ Presse/PM/index-d.html>

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und in den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

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