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Tagung zu Ernst Bloch und Hans Jonas an der Universität in Landau

09.06.2006 - (idw) Universität Koblenz-Landau

Die Tagung "Hoffnung und Verantwortung - Prinzipien im Widerstreit?" widmet sich zwei Philosophen des 20. Jahrhunderts, die einflussreich gewordene Konzepte einer Zukunftsethik für Mensch und Natur entwickelten: Ernst Bloch (1885-1977) und Hans Jonas (1903-1993). Die Tagung findet am 26. Juni 2006 an der Universität in Landau statt. Veranstalter sind das Institut für Philosophie der Universität und das Ernst-Bloch-Zentrum Ludwigshafen.

"Das Prinzip Hoffnung" lautet der Titel von Ernst Blochs dreibändigem Hauptwerk - erschienen zwischen 1938 und 1947 -, in dem er dem hoffenden und utopischen Vorausgriff auf das Noch-Nicht-Seiende der Zukunft eine zentrale Rolle zuweist. An vielen Phänomenen der Geistesgeschichte, der Religion und der Kunst zeigt sich für Bloch in konkreten Utopien der denkend seine Grenzen überschreitende Mensch. Im Hoffen sieht Bloch die Utopie einer befreiten Menschheit anvisiert, die in Freiheit und Würde lebt, in einer solidarischen Gesellschaft, ohne Herrschaftsverhältnisse und in der Natur zur Heimat werden kann.

Das 1979 veröffentlichte Buch "Das Prinzip Verantwortung" von Hans Jonas gilt als sein Hauptwerk und als Grundlagenwerk der Umweltethik, das auch in zeitgenössischen Debatten noch Maßstäbe setzt. Er stellt die Besonderheit des Menschen, zur Verantwortung fähig zu sein, in das Zentrum seiner Zukunftsethik. Aus ihr erwächst dem Menschen die Pflicht, für den Erhalt seiner inneren und der äußeren Natur Sorge zu tragen. Diese Forderung begründet Jonas ontologisch, indem er das Seiende als etwas fundamental Werthaftes ansieht, das es durch die Mäßigung eines zur völlenden Lebensstils zu erhalten und zu schützen gilt. Im Unterschied zu Bloch sieht Jonas im Utopie-Denken keinen Ausgangspunkt für eine Zukunftsethik, weil es die menschliche Tendenz zur Maßlosigkeit verstärke.
Mit zentralen Aspekten der Bloch'schen und Jonas'schen Philosophie und der Frage, wie widerstreitend oder einander ergänzend das "Prinzip Hoffnung" und das "Prinzip Verantwortung" sind, beschäftigen sich die vier Referenten der Tagung:

9.00 Uhr
Prof. Dr. Hans-Ernst Schiller, Düsseldorf
Ethik und Kritik der Utopie

11.30 Uhr
Prof. Dr. Franz-Josef Wetz, Schwäbisch Gmünd
Wider die Gleichgültigkeit der Welt

14.00 Uhr
Prof. Dr. Wolfdietrich Schmied-Kowarzik, Kassel
Verantwortung und Hoffnung

16.00 Uhr
PD Dr. Gertrude Hirsch Hadorn, Zürich
Hans Jonas als Vordenker des Vorsorgeprinzips

Die Tagung findet von 9 bis 18 Uhr im Konferenzraum der Universität in Landau statt (Erdgeschoss, blauer Aufgang, Fortstraße 7, 76829 Landau).
Im Anschluß an die Tagung findet ab 18 Uhr ein Empfang für alle Teilnehmer statt.
Die Teilnahme steht allen Interessierten ohne Gebühr und Anmeldung offen. Weitere Informationen und Anmeldungen für Übernachtungen unter:
Institut für Philosophie
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Tel.: 06341/906-270, E-Mail: phil@uni-landau.de

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