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Erster Europäischer Chemie Congress: Chemiker reisen im Sommer nach Budapest

21.06.2006 - (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Fünf Nobelpreisträger der Chemie machen sich Ende August auf den Weg nach Budapest ebenso wie andere preisgekrönte Chemiker, zahlreiche Industrie- und Hochschulchemiker von Rang und Namen, Nachwuchschemiker und Studierende der Chemie und Biochemie; der Anlass: der erste Europäische Chemie Congress (ECC1), organisiert von der Dachorganisation nationaler europäischer chemischer Gesellschaften, der EuCheMS, der European Association for Chemical and Molecular Sciences. ECC1 ist somit 2006 die bedeutendste Veranstaltung zur Chemie in Europa. Es werden 2.500 Teilnehmer erwartet. Die Tagung findet vom 27. bis 31. August an der Budapester Eötvös Lorand Universität statt. Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ist Mitveranstalter.

Die Nobelpreisträger Paul J. Crutzen (Deutschland), Jean-Marie Lehn (Frankreich), George A. Olah (USA), Kurt Wüthrich (Schweiz/USA) und Ahmed H. Zewail (USA) wurden zu Plenarvorträgen eingeladen. Sie schneiden Themen an wie Atmosphärenchemie und Klima, Neuland für die Supramolekulare Chemie, eine mögliche Methanol-Wirtschaft nach Erdöl und Erdgas, und 4D-Chemie und -Biologie. Die Supramolekulare Chemie ist auch Thema eines der 17 "Special Topic Symposia". Sie wird in einem Hauptvortrag von François Diederich (Zürich) umrissen. Diederich wird zuvor, anlässlich der Eröffnungssitzung von der GDCh mit der August-Wilhelm-von-Hofmann-Denkmünze für seine herausragenden Beiträge zur organischen Chemie ausgezeichnet. Die Goldmedaille wird seit 1903 vornehmlich an ausländische Wissenschaftler/innen verleihen.

Ein weiterer Wissenschaftler aus Zürich wird in Budapest ausgezeichnet, und zwar mit der EuCheMS-Medaille und der ersten EuCheMS-Vorlesung: Dieter Seebach. Er wurde, als August-Wilhelm-von-Hofmann-Preisträger von 2003, für diese Auszeichnung von der GDCh vorgeschlagen. Seinen Vortrag zur Frage, ob beta-Peptide ein biomedizinisches Potential haben, hält er im Rahmen des Symposiums über neue Wege in der Medizinischen Chemie. EuCheMS-Medaille und -Vorlesung sollen jetzt und künftig nur für außergewöhnliche Leistungen auf dem Gebiet der Chemie vergeben werden.

Ein weiterer Preis feiert in Budapest seinen Einstand: der European Young Chemists Award. Jungchemiker aus verschiedenen europäischen Ländern haben diesen Preis vorgeschlagen und einen Wettbewerb unter Nachwuchschemikern bis zum Alter von 34 Jahren ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden sollen exzellente Arbeiten auf hohem wissenschaftlichem Niveau. Es werden eine Gold- und zwei Silbermedaillen vergeben. Die Goldmedaille ist verknüpft mit einem Geldbetrag von 1.800 Euro, die beiden Silbermedaillen mit je 800 Euro. Die italienische chemische Gesellschaft stellt diesen Preis zur Verfügung. Unter den etwa 200 Bewerbern für diesen Preis werden die besten zehn ausgewählt und nach Budapest eingeladen. Erst dort werden in einem speziellen Symposium die drei Besten ausgewählt und ausgezeichnet.

EuCheMS, Nachfolgeorganisation der 1970 unter maßgeblicher Mitwirkung der GDCh gegründeten FECS (Federation of European Chemical Societies), hat z.Zt. 50 chemiewissenschaftliche Gesellschaften in 36 Ländern als Mitglieder, darunter die GDCh als größte kontinentaleuropäische chemische Gesellschaft mit über 27.000 Mitgliedern - das sind knapp 14% der von EuCheMS repräsentierten Chemikerinnen und Chemiker. Die wissenschaftlichen Aktivitäten der EuCheMS, insbesondere Konferenzen, Netzwerkbildung etc., werden vor allem durch die entsprechenden Divisions und Working Parties wahrgenommen. GDCh-Geschäftsführer Wolfram Koch vertritt die GDCh im EuCheMS Executive Committee, dem höchsten Entscheidungsgremium zwischen den jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen.

Weitere Informationen: http://www.gdch.de
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