Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 20. Dezember 2014 

Röntgenfilme und Lichtkästen haben ausgedient

28.06.2006 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Das elektronische Archiv PACS am Universitätsklinikum Heidelberg hat die Qualität der Patientenversorgung erhöht und die Organisation verbessert Im Universitätsklinikum sind eingetütete Röntgenbilder und Röntgenbesprechungen vor Lichtbildschirmen Geschichte: Hier ist das europaweit umfassendste elektronische Archiv PACS (Picture Archiving and Communication System) in Betrieb. Die Bilder können innerhalb von Sekunden von mehreren Nutzern an verschiedenen Orten - innerhalb und außerhalb des Klinikums - aufgerufen werden und sind mit der elektronischen Krankenakte verknüpft. Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum ist nun in das Netzwerk im Rahmen der Zusammenarbeit im Nationalen Centrum für Tumorkrankungen (NCT) verknüpft. Hier werden Forschungsdaten zu Krebserkrankungen mit den Bildern verknüpft und gespeichert.

"Wir haben unser vorrangiges Ziel einer höheren Qualität der Patientenversorgung erreicht", erklärte bei einer Pressekonferenz am 27. Juni 2006 in Heidelberg Professor Dr. Stefan Meuer, der Leiter des Lenkungsausschuss PACS am Universitätsklinikum Heidelberg. Gleichzeitig konnten die Wartezeiten der Patienten um 55 Prozent gesenkt werden. Einsparungen, die durch die Investitionskosten von rund acht Millionen Euro aufgewogen wurden, konnten vor allem durch den Verzicht auf Röntgenfilme erzielt werden.

Jährlich 300.000 Untersuchungen / Befundung nur noch am Monitor

PACS wurde in Stufen ab 2003 am Heidelberger Klinikum eingeführt. Jährlich werden heute rund 300.000 Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren vorgenommen Das System erlaubt die Speicherung der digitalen Daten aus allen bildgebenden Verfahren, die zur Diagnostik eingesetzt werden, wie Röntgen, Computertomographie, Kernspintomographie, Ultraschall oder Herzkatheter; es entstehen keine Röntgenfilme mehr. Die digitalen Bilder werden von den Aufnahmegeräten über das Hochgeschwindigkeitsnetzwerk des Klinikums zu einem Datenspeicher geschickt und in diesem dauerhaft archiviert. Entsprechend der rechtlichen Vorgaben können die Daten bis zu 30 Jahre lang gespeichert werden. Auch die Befundung der Bilder und Untersuchungen erfolgt nicht mehr am klassischen Lichtkasten, sondern direkt am Computermonitor.

"Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der wenigen Uniklinika in Deutschland, die klinikumsweit ein PACS eingeführt haben und flächendeckend voll digital arbeiten", erklärte Professor Dr. Björn Bergh, Direktor Informations- und Medizintechnik am Heidelberger Klinikum. Alle bildgebenden Geräte der Diagnostischen Radiologie, der Neuroradiologie, der Kinderradiologie, der Nuklearmedizin und Strahlentherapie sowie der Kardiologie und seit kurzem auch des DKFZ werden digital in dem PACS abgelegt.

Externe Bilder werden eingescannt / Patient kann Bilder auf CD mit nach Hause nehmen

"Die Einführung von PACS hat die Organisation und Qualität wesentlich verbessert", sagte Professor Dr. Günter Kauffmann, Geschäftsführender Direktor der Radiologischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg. Durch die elektronische Vernetzung der Ärzte und Kliniken mit dem PACS konnte die Schnelligkeit der Befundung wesentlich erhöht und die Leistung um knapp 30 Prozent gesteigert werden.

Weitere Vorteile sind: im Gegensatz zu den traditionellen Filmen können die Bilder nicht mehr verloren gehen, da sie elektronisch doppelt gespeichert werden. Das lästige Suchen und Abholen von Bildern entfällt sowie die teure Archivierung und Verwaltung. Röntgenbesprechungen finden kurzfristig am Telefon oder als Konferenz mit einem Beamer statt. Über ein zentrales Patientenmanagement können die Radiologie-Patienten von den klinischen Abteilungen eingebucht werden.

Die hohe Qualität der Befundung ist sicher gestellt, da sie vom Oberarzt oder Chefarzt auf dem Bildschirm kenntlich freigegeben werden. Bilder, die Patienten in die Klinik mitbringen, können eingescannt werden und stehen dann ebenfalls jederzeit zur Verfügung. Der Patient kann seine Befunde auf einer CD mitnehmen und dem niedergelassenen Arzt für die Nachbetreuung übermitteln.

Zugriff über mobilen Visitewagen oder in Rufbereitschaft von Zuhause

Das medizinische Personal kann nicht nur von stationären PCs auf die Bilder zuzugreifen, sondern z.B. auch während der Visite. Hierfür wurden alle Stationen der Heidelberger Medizinischen, Chirurgischen und Kopfklinik mit einem Funknetz (WLAN) ausgestattet. Dadurch haben das pflegerische und ärztliche Personal die Möglichkeit, mit mobilen Geräten z.B. Laptops oder Tablet-PCs auf sämtliche Bilder zuzugreifen. Gleichzeitig wurden mobile Visitenwagen mit extra-großen Monitoren erprobt, damit alle die Mitarbeiter Röntgenbilder sehen können und diese auch den Patienten gezeigt werden können.

Der Zugriff auf Bilder ist auch außerhalb des Klinikums möglich. Hierfür wurde eine Lösung eingeführt, mit der von jedem PC, sei es zu Hause, bei einem Kongress oder auch unterwegs, verschlüsselt über das normale Internet auf sämtliche Bilduntersuchungen des Klinikums zugegriffen werden kann. Dadurch können Ärzte, die Rufbereitschaft haben, die Bilder oder Herzkatheter-Untersuchungen ansehen und mit ihren Kollegen im Klinikum besprechen, ohne ins Klinikum kommen zu müssen.

Teleradiologische Kooperation mit Partnerkliniken

Zeitgleich mit der PACS-Einführung wurde eine Teleradiologie-Lösung eingeführt. Über diese können Kooperationspartner des Klinikums Bilduntersuchungen, bei denen sie den Rat von Spezialisten des Uniklinikums Heidelberg einholen möchten, standardisiert über verschlüsselte E-Mails an das Klinikum senden. Nach Begutachtung im Klinikum können die Klinikmitarbeiter ihre Empfehlung zum weiteren Vorgehen wiederum über eine verschlüsselte E-Mail an den Sender zurückschicken. Sollte der Patient dann ins Klinikum verlegt werden, können alle bereits über die Teleradiologie zugesendeten Untersuchungen mit in das PACS integriert werden.

Weitere Information im Internet:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Radiodiagnostik.562.0.html?&L=0

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Björn Bergh
Zentrum für Informationsmanagement
Im Neuenheimer Feld 715
Tel.: 06221 / 562000
Fax: 06221 / 5633900
E-Mail: Bjoern_Bergh@med.uni-heidelberg.de

Prof. Dr. Günter Kauffmann
Radiologische Klinik / Abteilung Radiodiagnostik
Im Neuenheimer Feld 111
Tel.: 06221 / 5636414
E-Mail: Guenter_Kauffmann@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg

und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg

uniprotokolle > Nachrichten > Röntgenfilme und Lichtkästen haben ausgedient
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/120462/">Röntgenfilme und Lichtkästen haben ausgedient </a>