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Dr. Lieseberg-Preis für Erlanger Nachwuchsforscher

06.07.2006 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Die Fakultät für Chemie und Geowissenschaften der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg hat Dr. Kai Carsten Hultzsch, Leiter eine Gruppe junger Forscherinnen und Forscher an der Universität Erlangen-Nürnberg, mit dem Dr. Lieseberg-Preis ausgezeichnet. Der mit 10.000 ¤ dotierte Preis wird anlässlich eines Festkolloquiums am 11. Juli 2006 in Heidelberg übergeben. Dr. Kai Hultzsch leitet seit 2001 eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für Organische Chemie in Erlangen und vertritt dort derzeit eine W2-Professur für Organische Chemie. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft will mit dem Emmy Noether-Programm herausragenden jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit geben, sich durch selbständige wissenschaftliche Arbeit für eine Berufung als Hochschullehrer zu qualifizieren.

Die Gruppe von Dr. Hultzsch beschäftigt sich u. a. mit der Synthese von Aminen, einer für die chemische und pharmazeutische Industrie wichtigen Klasse von Verbindungen. Ziel der Untersuchungen ist es diese Verbindungen auf möglichst selektive Art und Weise ausgehend von möglichst einfachen und ökonomisch günstigen Ausgangsmaterialien zu synthetisieren. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Atomökonomie, worunter man die Synthese von Verbindungen ohne Generierung von Abfallprodukten versteht, d.h. alle Atome der Ausgangsmaterialien finden sich auch im Produkt wieder. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Chiralität der Verbindungen, die sich wie Bild und Spiegelbild zueinander verhalten. Man spricht hier von der so genannten Händigkeit, da sich chirale Verbindungen ebenso wie die linke und rechte Hand nur durch Spiegelung miteinander in Deckung bringen lassen. In der Natur kommen viele solcher Verbindungen nur in einer Form vor, also entweder als Bild oder als Spiegelbild. Für pharmazeutische Anwendungen ist aus diesem Grund die selektive Synthese von großer Bedeutung, da die falsche Form bei Medikamenten unabsehbare Nebenwirkungen verursachen kann.

In den nun mit dem Dr. Lieseberg-Preis gewürdigten Arbeiten ist es Dr. Hultzsch und seinem dreiköpfigen Team gelungen Katalysatoren basierend auf Alkali- und Seltenerdmetallen zu entwickeln, welche hochselektiv die so genannte Hydroaminierung katalysieren, bei der eine Stickstoff-Wasserstoff-Bindung an eine ungesättigte Kohlenstoff-Kohlenstoff-Mehrfachbindung addiert wird.

Der von der Fakultät für Chemie und Geowissenschaften der Universität Heidelberg im zweijährigen Turnus verliehene Dr. Lieseberg-Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen in der Chemie von Forschern, die jünger als 40 Jahre sind. Der Preis wurde von Dr. Friedrich Lieseberg gestiftet, der in Heidelberg studiert hat und 1925 dort promoviert wurde. Nach langjähriger Tätigkeit in der chemischen Industrie in Ludwigshafen verstarb er 1975.

Weitere Informationen für die Medien:

Dr. Kai Carsten Hultzsch
Institut für Organische Chemie
Tel.: 09131/85-26866
hultzsch@chemie.uni-erlangen.de

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