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"Toothguide Training Box" ließ Netzwerk entstehen

06.07.2006 - (idw) Universität Leipzig

Universität Leipzig lädt zum zweiten Workshop über Zahnfarbendifferenzierung Zeit: 20. Juli 2006 bis 23. Juli 2006
Ort: Seminarräume im CLI
Liebigstraße 27

Damit Zahnärzte, stomatologische Schwestern und Zahntechniker ihren Blick für die Bestimmung des passenden Farbtones der "Dritten" schärfen können, wurden an der Universität Leipzig im vergangenen Jahr eine spezielle Trainingsmethode und das dazu benötigte Gerät "Toothguide Training Box" entwickelt. Ein in Leipzig stattfindender internationaler Workshop vereint Anwender dieses Verfahrens aus 18 Ländern.

Seine Kollegen, vorrangig Hochschullehrer, nach Leipzig eingeladen hat Prof. Dr. Holger A. Jakstat, Leiter der Vorklinischen Propädeutik und Werkstoffkunde am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kiefernheilkunde der Universität Leipzig und "Vater" der Idee. Die Studenten trainieren in drei Etappen. Die erste ähnelt einem Computerspiel, bei dem der künftige Zahnmediziner Abbildungen von Zähnen richtig zuordnen soll. Der nächste Schritt ist das Üben mit der "Toothguide Training Box", welche die Wissenschaftler der Universität gemeinsam mit der Vita Zahnfabrik Bad Säckingen konstruiert haben. In dieser müssen keramische Modellzähne mit Pendants verglichen werden. Die dritte Stufe wird dann am Patienten - in diesem Fall einem Kommilitonen - trainiert. Hier muss der Student die originalen Zähne im Munde den Zähnen dem Vorlagentableau in seiner Hand zuordnen.

Internationale Zusammenarbeit verhilft zu gesicherten Aussagen

"Unsere heutige Box ist jedoch mit dem Prototypen aus dem Jahr 2002 kaum noch vergleichbar. Die Software ist perfekter und das Gerät ist durch einige technische Veränderungen international einsetzbar", berichtet Jakstat über die Weiterentwicklungen der vergangenen Jahre. Das war die Voraussetzung dafür, dass internationale Erfahrungen vergleichbar wurden und ein Forschungs-Netzwerk ins Auge gefasst werden konnte. Weltweit sind derzeit rund 140 Boxen verfügbar.

Auf dem Workshop in Leipzig werden erste Ergebnisse auf den Tisch kommen. Beispielsweise entstehen Doktorarbeiten, die sich mit optimalen Lichtquelle und Umgebungsfarben bei der Zahnfarbenbestimmung befassen. Weitere Studien widmen sich den Auswirkungen von Farbfehlsichtigkeit bei künftigen Zahnärzten. "Erst die internationale Zusammenarbeit", erläutert Jakstat, "ermöglicht uns, so große Studentengruppen einzubeziehen, dass gesicherte Aussagen getroffen werden können. Derzeit untersuchen wir, ob und inwieweit die Rot-Grün-Blindheit ein Handicap ist und welche Vorkehrungen, also beispielsweise welches Licht, dem gegebenenfalls entgegenwirken könnte. Außerdem wird ermittelt, ob sich die Fähigkeit, Zahnfarben exakt zu bestimmen, unter den Kollegen auf dem ganzen Erdball gleichermaßen verteilt." Eine weitere wissenschaftliche Fragestellung, die auf dem bevorstehenden Workshop beantwortet werden soll, ist die nach einer eventuell notwendigen Veränderung oder Ergänzung der Zahnformen und -oberflächen bei der Produktion der Box.


Solcherart umfassende Netzwerke, wie es durch die Problematik Zahnfarbenbestimmung im vergangenen Jahr entstanden ist, sind in der Stomatologie, so Jakstat, bislang eine Seltenheit. "Ich freue mich, dass die Leipziger Universität dies in Gang gebracht hat und hoffe, dass der Workshop - eventuell auch anderen Schauplätzen - zu einer ständigen Einrichtung wird."

Marlis Heinz

weitere Informationen:

Prof. Dr. Holger Jakstat
Telefon: 0341 97-21302
E-Mail: jakh@medizin.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/prothetik

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