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Mit Projekt CardioScout auf dem EuroScience Open Forum

10.07.2006 - (idw) Fachhochschule Ulm

Auf dem EuroScience Open Forum (ESOF), das vom 15. bis 19. Juli 2006 in München stattfindet, präsentiert die Hochschule Ulm auf dem Stand des Landes Baden-Württemberg, ein Mini-EKG-Gerät für die medizinische Fernüberwachung von Risiko-Patienten und Unfallopfern. CardioScout ist eine gemeinschaftliche Entwicklung von Wissenschaftlern der Hochschulen Ulm und Offenburg und ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit von Forschung an Fachhochschulen. Das 40 Gramm leichte EKG-Gerät ist mit einem 24-Stunden-Recorder ausgestattet und basiert auf der Bluetooth-Funktechnik. Es wird über die Fa. Picomed, Überlingen, produziert und vertrieben. Finanziert wurde die Entwicklung aus Landesmitteln. Home-Care muss easy sein
Den Fortschritt im Patientenmonitoring brachte die gelungene Kombination moderner Funktechnik mit extrem verkleinerten Sensoren und Aufzeichnungsgeräten. CardioScout ist ein Sensorpflaster, das sich bequem unter der Kleidung tragen lässt. "Ohne durch einen Kabelsalat behindert zu sein, kann der Betroffene seinem Tagesgeschäft nachgehen, Sport treiben oder ungestört schlafen", so Professor Dr. Klaus Paulat, der die Entwicklungsarbeit an der Hochschule Ulm geleitet hat. Winzige Körpersensoren registrieren lebenswichtige Parameter wie die Herzaktivität und geben diese Information an den Hausarzt oder den Klinikarzt per Funk weiter. Dieses Verfahren sichert den Betroffenen im Notfall schnelle Hilfe, ob sie nun auf Reisen sind oder im eigenen Garten werkeln.

Wenn das Herz im Handy schlägt
Für die sichere Datenerfassung und die hochwertige Signalverarbeitung haben die Wissenschaftler einen Mikrochip mit hochintegrierter Elektronik entwickelt. Seine Speicherkapazität reicht aus, um Daten mehrere Tage lang zu erfassen. Die Bluetooth-Funktechnik erlaubt eine zuverlässige On-line-Übertragung der Messdaten auf 10 Meter Distanz, im Fernbereich werden Mobilfunknetze benutzt. Für den mobilen Einsatz von CardioScout eignen sich der Personal Digital Assistant (PDA) oder das Handy. Durch die Bluetooth-Funkschnittstelle können die EKG- Daten direkt angezeigt werden. Damit kann der Risikopatient unmittelbar kontrollieren, ob er sich gesundheitsbewusst verhält.

Körpernetze eröffnen neue Perspektiven
Mit der Bluetooth-Funktechnik lassen sich mehrere Körpersensoren zu einem Netz verschalten. Gemeinsam mit seinem Kollegen, Professor Dr.-Ing. Rainer Brucher, arbeiten Paulat und sein Team inzwischen daran, den winzigen Recorder von CardioScout in anderen Szenarien einzusetzen, beispielsweise integriert in eine Kopfbedeckung zur Ableitung von Hirnströmen. Hiervon würden vor allem anfallskranke Menschen profitieren, die bislang für eine Langzeitaufzeichnung verkabelt werden müssen. Ein solches Netzwerk kann aber auch so ausgelegt sein, dass es neben Herzschlag und Hirnströmen auch andere Werte wie Atmung und Temperatur misst. So ein BlueBodyAreaNetwork, wie der Fachmann sagt, wäre bei Menschen hilfreich, die unter Schlafstörungen leiden.

Ausstellungsort: Forum im Deutschen Museum, Stand Nr. 1 Baden-Württemberg International

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