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Wie Menschen ihr Leben dokumentieren: Internationale Tagung zur "Lebensschreibung" in Mainz

13.07.2006 - (idw) Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Konferenz "Auto/Biographie and Mediation" vom 27. bis 31. Juli 2006 mit 200 Teilnehmern aus fünf Kontinenten (Mainz, 13. Juli 2006, lei) Wie Menschen ihr eigenes Leben oder das Leben anderer darstellen ist Thema der Biographie- und Autobiographieforschung. Während die "Lebensschreibung" früher vor allem literarische Formen gewählt hat, um den persönlichen Werdegang oder ein menschliches Schicksal zu dokumentieren, haben sich die Möglichkeiten der Darstellung gerade in der jüngsten Vergangenheit vervielfacht: Musik, Videos und Blogs im Internet sind mittlerweile weit verbreitete Medien zur (Selbst-)Darstellung. Mit Inhalt und Formen der Biographie- und Autobiographieforschung befasst sich die internationale Konferenz "Auto/Biographie and Mediation", die vom 27. bis 31. Juli 2006 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz stattfindet.

"Indem Wissenschaftler, Referenten und Künstler aus fünf Kontinenten teilnehmen, soll die Konferenz dazu beitragen, eine Lücke in der Biographie- und Autobiographieforschung zu schließen", erläutert der Organisator des Kongresses, Univ.-Prof. Dr. Alfred Hornung vom Department of English and Linguistics der Universität Mainz. "Denn die Forschungsergebnisse anderer Kontinente und Kulturen aus Afrika, Asien, Australien haben bisher kaum Eingang in das vornehmlich anglo-amerikanisch geprägte Feld gefunden." Die Veranstaltung möchte diese kulturellen Regionen verbinden und gleichzeitig die vermittelnde Dimension der Auto/Biographie-Forschung betonen - die Notwendigkeit, gerade auch in der Folge zunehmender Globalisierung interkulturelle Wirklichkeit zu erforschen.

Im Jahre 1999 wurde in Peking die International Auto/Biography Association (IABA) gegründet. Als Gründungsmitglied und Mitglied des Organisationskomitees dieser internationalen Gesellschaft wird Prof. Hornung vom 27. bis 31. Juli 2006 den alle zwei Jahre stattfindenden Kongress der IABA, diesmal zum Thema "Auto/Biography and Mediation", organisieren. Nach den Tagungsorten Peking, Vancouver, Melbourne und Hongkong ist dies die erste Tagung in Europa. An dem Kongress werden ca. 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Kontinenten teilnehmen. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien (DGfA), der Amerikanischen Botschaft, dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur Rheinland-Pfalz, dem Zentrum für Interkulturelle Studien Mainz, der Johannes Gutenberg-Universität und dem Büro des Hochschulattachés der Französischen Botschaft für deutsch-französische Zusammenarbeit in Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland (CCCL de Mayence) unterstützt.

Der Kongress beschäftigt sich mit Auto/Biographie als Medium in thematischer und technischer Hinsicht. Zum einen geht es um die interkulturelle Vermittlung zwischen verschiedenen Kulturen, Wissensräumen und Disziplinen. Zum anderen sind solche audiovisuelle Medien wie Tonband, Fotographie, Malerei, Film, Tanz, Performance und Internet Gegenstand der Untersuchungen. Neben wissenschaftlichen Vorträgen aus Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sind auch Schriftsteller und Künstler aus der ganzen Welt beteiligt.

Besonderer Wert wird - auch im Sinne der verstärkten Nachwuchsförderung an der Universität Mainz - auf die Beteiligung des wissenschaftlichen Nachwuchses gelegt. Doktorandinnen und Doktoranden haben die Gelegenheit, Vorträge in Workshops zu halten, die von etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern moderiert werden, und können sich so in einem internationalen Feld unter fachlicher Anleitung präsentieren.

"Interdisziplinarität" und "Interkulturalität" sind die Schlüsselwörter dieser Veranstaltung. Dies spiegelt sich auch in der Auswahl der Hauptreferenten wieder, die sich seit langem mit dem Thema "Auto/Biographie" beschäftigen. Neben einigen Autobiographie-"Größen" wie Roger Sell (Finnland), John Eakin (Indiana University), Susanna Egan (Vancouver) und Kay Schaffer (Adelaide), vertreten weitere namhaften Referenten Forschungsfelder wie Psychologie, Film, Philosophie, Soziologie, Medienwissenschaften, Naturwissenschaften und Literaturwissenschaften. Eine spannende neue Fachrichtung, die Literatur, Kultur und Umwelt verbindet, ist der Ecocriticism, der von Zhao Baisheng aus Peking vorgestellt wird. Zhao Baisheng hatte im letzten Sommersemester eine Gastprofessur im Zentrum für Interkulturelle Studien (ZIS) der Universität Mainz inne.

Außerdem konnte die Teilnahme einiger Autoren und Künstler ermöglicht werden, unter ihnen Han Shishan (Peking), Uduma Kalu (Nigeria) und der vielfach ausgezeichnete jamaikanische Dramatiker Trevor Rhone. Rhone wird in einer Sondervorstellung am Abend des 30. Juli sein autobiographisches Stück Bellas Gate Boy aufführen. Die Produktion wird in Zusammenarbeit mit der Mainzer Theaterwissenschaft durchgeführt. Mit ihrem starken Augenmerk auf Internationalität und offenen Diskurs möchte die Veranstaltung Brücken schlagen zwischen verschiedenen Disziplinen, Kulturen und Kontinenten. So rahmen zwei öffentliche Podiumsdiskussionen am 28. und 31. Juli die Konferenz thematisch ein. Interessiertes Publikum ist zu allen Vorträgen am Vormittag und zu den Workshops herzlich eingeladen. Die Konferenz beginnt am 27. Juli um 16 Uhr im Atrium Maximum der Alten Mensa, Campus der Universität Mainz.


Kontakt und Informationen:
Prof. Dr. Alfred Hornung / Kerstin Vogel, M.A.
Department of English and Linguistics
American Studies
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-22146
E-Mail: iaba@uni-mainz.de
Weitere Informationen: http://www.iaba.fb05.uni-mainz.de (Programm und Informationen)
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