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Wissen und Wissenschaft in Afrika

17.07.2006 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Mit der Rolle des Wissens in und über Afrika beschäftigt sich die 20. internationale Tagung der Vereinigung der Afrikanisten in Deutschland, VAD e.V., die vom 24. bis 27. Juli auf dem Campus Westend der Universität Frankfurt stattfindet. Diskutiert wird unter anderem "unsere" eigene Rolle bei der Erforschung und Verbreitung von Wissen in und über Afrika. Welchen Beitrag leisten das Internet und andere Massenmedien? Noch immer gilt Afrika als ein Kontinent, dem in erster Linie geholfen werden muss, die elementarsten Missstände zu beseitigen. Kaum jemand traut einem afrikanischen Land zu, sich in naher oder ferner Zukunft mit den "neuen Wissensgesellschaften" in Südkorea oder Indien messen zu können, solange Menschen noch keinen Zugang zu Gesundheitsvorsorge und sauberem Trinkwasser ha-ben. Mit der Rolle des Wissens in und über Afrika be-schäftigt sich die 20. internationale Tagung der Vereini-gung der Afrikanisten in Deutschland, VAD e.V., die vom 24. bis 27. Juli auf dem Campus Westend der Universität Frankfurt stattfindet. Ausrichter ist das Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF), in dem - deutschlandweit einzigartig - ein hoher Anteil an Naturwissen-schaftlern zusammen mit Kultur- und Gesellschaftswis-senschaftlern forscht. Zu der Tagung werden 400 Teilnehmer aus Afrika, Europa und Nordamerika erwartet.

Gibt es überhaupt eine "Wissensgesellschaft" in Afrika, und welche Rolle spielt sowohl traditionelles als auch modernes Wissen für die weitere Entwicklung des Kontinents? Wie ist das Spannungsfeld zwischen den verschiedenen Akteuren und Institutionen des Wissens, sei es auf dem Lande oder in der Stadt? Welche Rolle spielen Schulen, Universitäten und religiöse Organisationen in der Realität für die gesellschaftliche Entwicklung - und welche Rolle könnten und sollten sie spielen? Und schließlich: Sind Museen überhaupt geeignet, Wissen in Afrika für die nächsten Generationen lebendig zu halten? Wie wird Wissen zwischen den Generationen weitergegeben, und wie verändert die Jugend von heute das Wissen in Afrika? Im Anschluss an die FIFA-WM beschäftigt sich eine Veranstaltung mit "Spielfeldern des Wissens. Sport und die Re-Präsentation von Geschichte", wobei König Fußball die Hauptrolle spielt.

In 28 halbtägigen Veranstaltungen werden 159 Referate diskutiert. Eingeladen sind über 50 ausländische Gäste aus Benin, Belgien, Brasilien, Burkina Faso, Frankreich, Ghana, Großbritannien, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Malawi, Mali, Marokko, Namibia, den Niederlanden, Nigeria, Österreich, Portugal, Schweiz, Senegal, Südafrika, Tunesien und den USA. Die Konferenz erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der Heinrich-Böll-Stiftung und der Kreditanstalt für Wiederaufbau finanzielle Unterstützung. Ein besonderes Zeichen der Wertschätzung ist die Übernahme der Schirmherrschaft durch Bundespräsident Horst Köhler.

Ein abwechslungsreiches Begleitprogramm umfasst zwei Filmvorführungen mit Anwesenheit der Regisseure, zwei Konzerte mit guineischer und eritreischer Musik und eine Sonderausstellung "Collecting Africa" in Kooperation mit der Universität Mainz in den Räumen der Universitätsbib-liothek. Hier tritt am 25.7. abends die bekannte senegale-sische Frauen-Rapband Alif auf.

Das Zentrum für Interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) ging 2003 aus einem der größten jemals von der DFG ge-förderten Sonderforschungsbereiche hervor, dem SFB 268 "Sprachgeschichte und Kulturentwicklung im Natur-raum Westafrikanische Savanne". Vertreten sind die Disziplinen Archäobotanik, Botanik, Medizin, Paläontologie, Physische Geographie, Geologie, Geophysik und Zoologie auf der naturwissenschaftliche Seite; Afrikanische Sprachwissenschaften, Anglistik, Archäologie, Filmwissenschaften, Historische Ethnologie, Politische Soziologie, Romanistik, Theologie und Wirtschaftsgeographie decken das geisteswissenschaftliche Spektrum ab. Afrika ist für das ZIAF Teil einer globalen Weltgemeinschaft. Komparative Studien und die internationale Vernetzung stehen deshalb im Mittelpunkt aller Aktivitäten.

Weitere Informationen: http://www.vad-ev.de/2006/fs_vad.htm
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