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Inhaltswissen oder doch besser Schlüsselqualifikationen?

18.07.2006 - (idw) Otto-Friedrich-Universität Bamberg

1. Internationale Sommerschule für Empirische Bildungsforschung in Bamberg. Was lernen Kinder wann? Welche Rolle spielen dabei Kindergarten, Schule und Elternhaus? Auf welcher Grundlage werden Entscheidungen über den Schuleintritt und die Wahl der weiterführenden Schule gefällt? Das sind die zentralen Fragen, die sich die Forschungsgruppe BiKS an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg stellt. BiKS steht für "Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Selektionsentscheidungen im Vor- und Grundschulalter" und besteht aus einem Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Pädagogik, Psychologie und Soziologie. Am 1. März 2005 hat das BiKS-Projekt seine Arbeit offiziell aufgenommen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Vorhaben über zunächst drei Jahre mit insgesamt 2,3 Millionen Euro.
Nun lädt die BiKS-Forschergruppe vom 24. bis 28. Juli zur 1. Internationalen Bamberger Sommerschule für Empirische Bildungsforschung. In verschiedenen Arbeitsgruppen mit der Arbeitssprache Englisch tauschen sich rund 40 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus verschiedenen Ländern über ihre Erfahrungen in der empirischen Bildungsforschung aus, Vorträge von renommierten Bildungsforschern (u.a. Prof. Iram Siraj-Blatchford, London; Prof. Paul Leseman, Utrecht; Prof. Petr Mateju, Prag) geben den aktuellen Forschungsstand wieder und sorgen für neuen Input. Neben dem wissenschaftlichen Austausch stehen auch eine Stadtführung, ein Kellerbesuch und eine Sommerschul-Abschlussparty auf dem Programm.
Die Eröffnungsvorlesung hält am Montag, 24. Juli, um 14.15 Uhr Prof. Dr. Elsbeth Stern vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin, in der AULA der Universität, Dominikanerstraße 2a. Das Thema ihres Vortrags lautet: "Longitudinal Studies in Empirical Education Research". Alles, was wir in einem bestimmten Inhaltsbereich wissen und können, müssen wir zuvor (oft recht mühevoll) lernen - das ist Elsbeth Sterns Ausgangsthese. Diese eigentlich triviale Tatsache gewinnt vor dem Hintergrund der Diskussion um Bildungsinhalte zunehmend an Bedeutung. Lohnt es sich angesichts der sich schnell ändernden Welt überhaupt noch Inhaltswissen zu erwerben, oder sollte man dieses zugunsten der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen und Lernstrategien zurückzustellen? Mit dieser Position setzt sich Stern kritisch auseinander. Lern- und Denkstrategien sind nämlich untrennbar an den jeweiligen Inhaltsbereich gebunden, und alle Versuche, solche Kompetenzen losgelöst von anspruchsvollen Inhalten zu trainieren, müssen als gescheitert betrachtet werden. Allerdings kann Inhaltswissen im Gedächtnis intelligent abgelegt werden und befähigt dadurch zur Bewältigung neuer Anforderungen. Wie Lernumgebungen beschaffen sein müssen, damit intelligentes, breit einsetzbares Wissen erworben werden kann, wird ausführlich behandelt. In dem Eröffnungsvortrag stellt Stern Ergebnisse unterschiedlicher Längsschnittuntersuchungen vor, die zeigen, welche Bedeutung dem frühen Wissenserwerb beim Lernen zukommt.
Weitere Informationen: http://www.biks-bamberg.de
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