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Katharina Spieß zur Universitätsprofessorin berufen

18.07.2006 - (idw) Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin

Der Präsident der Freien Universität Berlin hat C. Katharina Spieß zum 1. Juli 2006 zur Professorin (W3 -Professur) für das Fachgebiet "Familien- und Bildungsökonomie" ernannt. Frau Spieß wurde von der FU gemeinsam mit dem DIW Berlin berufen, wo sie weiterhin bei der Längsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) mitarbeiten wird. C. Katharina Spieß hatte zwei weitere Rufe an die Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und an das Zentrum für Sozialpolitik (ZeS) der Universität Bremen erhalten, die sie abgelehnt hat. Bei der Professur an der FU Berlin handelt sich um die erste Professur auf dem Fachgebiet Familien- und Bildungsökonomie in einem erziehungswissenschaftlichen Fachbereich in Deutschland. Prof. Gert G. Wagner, Forschungsdirektor am DIW Berlin und Leiter des SOEP, wertet die Berufung von C. Katharina Spieß als einen großen Erfolg der Forschungslandschaft in Berlin. "Die Professur für Frau Spieß stärkt die Verbindung der Berliner Universitäten mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen - so wie es der Wissenschaftsrat empfiehlt. Es ist nicht nur die erste gemeinsame Berufung einer Universität mit einem Leibniz-Institut unterhalb der Ebene der Instituts- oder Abteilungsleitung, sondern besonders gut ist, dass eine Frau berufen wurde", betont Wagner, der selbst Mitglied im Wissenschaftsrat ist. "Aufgrund der hervorragenden Qualifikation von Katharina Spieß, die nicht nur durch zwei weitere Rufe, sondern auch mit beruflicher Erfahrung außerhalb des Wissenschaftssystems unterstrichen wurde, ist diese gemeinsame Berufung auch leicht gefallen".

C. Katharina Spieß forscht bereits seit über zehn Jahren zum Themenkreis Familien- und Bildungsökonomie in der frühen Kindheit und war damit einer der Pioniere auf diesem Gebiet in Deutschland. In den USA, wo C. Katharina Spieß mehrere Forschungsaufenthalte verbrachte, wird der Bereich der Economics of Child Care schon sehr lange von namhaften Ökonomen, wie z. B. dem Nobelpreisträger James Heckman bearbeitet. In Deutschland ist es dagegen eine neuere Entwicklung, dass sich empirisch arbeitende Ökonomen mit entsprechenden Themen befassen.

C. Katharina Spieß studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim und wurde an der Ruhr-Universität Bochum promoviert. Danach war sie mehrere Jahre Projektleiterin bei der Prognos AG. Sie ist seit dem Jahr 2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Längsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin. Im Frühjahr 2005 hat sie sich an der TU Berlin habilitiert. In den Jahren 2003 bis 2005 war C. K. Spieß Mitglied der Kommission für den 7. Familienbericht der Bundesregierung.

C. Katharina Spieß hat schon Anfang der 90er Jahre auf der Basis der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) Analysen im familien- und bildungsökonomischen Kontext durchgeführt und damit die deutsche Debatte um valide und repräsentative Informationen bereichert. Inzwischen werden in der deutschen Diskussion ökonomische Inhalte von etlichen Akteuren benannt, z. B. wenn es um den Ausbau der Kinderbetreuung in Deutschland geht. Spieß hat in dieser Debatte maßgeblich auf den volkswirtschaftlichen Nutzen eines solchen Ausbaus hingewiesen und mit einem Plädoyer für eine nachfrageorientierte Finanzierung von Kindertageseinrichtungen zu Veränderungen beigetragen. Ein wichtiges Element einer nachhaltigen Familienpolitik sieht sie langfristig in einer Familienkasse; einem Ansatzpunkt, den sie weiterentwickelte und in die deutsche Diskussion mit einführte.

Weitere Informationen: http://www.diw.de
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