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Elite der Evaluationsforscher traf sich in Jena

19.07.2006 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Erfolgreiches "Symposium on Causality" jetzt als Video im Internet abrufbar Jena (19.07.06) Die weltweit führenden Evaluationsforscher trafen sich vor kurzem im Tagungszentrum der Universität, dem Alten Schloss Dornburg, zu einem dreitägigen "Symposium on Causality". Prof. Dr. Rolf Steyer vom Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität hatte zu diesem - von der DFG und der European Association of Methodology geförderten - Symposium eingeladen. Ziel des Lehrstuhlinhabers für Methodenlehre und Evaluationsforschung war es, Vertreter zweier Forschungstraditionen (Statistik und Sozialwissenschaften) und verschiedener Disziplinen (Psychologie, Ökonometrie, Soziologie, Epidemiologie) zusammenzubringen. Zu den 50 Teilnehmern zählten mit Donald B. Rubin (Harvard University), Thomas Cook (Northwestern University) und Stephen G. West (Arizona State University) weltweit führende Vertreter der Evaluationsforschung.

Da trotz der Bedeutung der Tagung nicht jeder Interessierte nach Dornburg kommen konnte, sind Videos aller Beiträge und Diskussionen aufgenommen worden. Diese Videos sind ab sofort auf der Homepage von Prof. Steyer unter: http://www.metheval.uni-jena.de/ kostenlos abrufbar. Im gleichen Format finden sich dort auch viele Kurse und Workshops zur Angewandten Statistik und alle Vorlesungen des Lehrstuhls als Videos.

Während des Symposiums ist der "State of the Art" des Designs und der kausalen Analyse von Experimenten und Quasi-Experimenten diskutiert worden. Solche Forschungsdesigns sind wichtig bei der Planung von Untersuchungen zur Wirksamkeit von Medikamenten oder Therapieverfahren, aber auch beim Vergleich von Schulen. "Gerade bei Studien, in denen Probanden, beispielsweise aus ethischen Gründen, den unterschiedlichen Behandlungsgruppen nicht zufällig zugewiesen werden können, ist die Wahl des richtigen Analyseverfahrens entscheidend", erläutert Steyer. "Bei einer falschen Wahl können sich im Extremfall die Ergebnisse einer Studie sogar ins Gegenteil verkehren." Im Rahmen des Symposiums stellte der Jenaer Evaluations-Experte einen Ansatz vor, der in seiner Arbeitsgruppe entwickelt wurde. Damit ist es auch in komplizierten Situationen möglich, korrekte Schätzungen des kausalen Effekts einer Behandlung durchzuführen.

Die eingeladenen Experten diskutierten intensiv über die Bedeutung der zielgerichteten Planung von Evaluationsstudien. Einhellige Meinung der Forscher aus den USA und Europa: "Design trumps Analysis". Zu deutsch: Auch eine ausgefeilte Analysemethode kann eine schlecht geplante und durchgeführte Studie nicht retten. Umgekehrt ist die sorgfältige Planung einer Evaluationsstudie Voraussetzung für zuverlässige Schlüsse auf Grundlage von statistischen Verfahren.

Die Teilnehmer waren vom Programm und den Resultaten des Symposiums durchweg begeistert. Die Anregung von Prof. Steyer, die Symposiumsreihe auf der Grundlage der in Dornburg diskutierten Forschungsfragen fortzusetzen, wurde einhellig begrüßt. Die Ergebnisse der Dornburger Tagung seien eine hervorragende Grundlage für weitere Forschungen auf dem Gebiet der Evaluationsforschung und der kausalen Analyse von Behandlungseffekten - wovon sich jetzt weltweit alle Interessenten dank der Tagungsvideos selber überzeugen können.


Kontakt:
Prof. Dr. Rolf Steyer
Institut für Psychologie der Universität Jena
Am Steiger 3 / Haus 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945231
E-Mail: rolf.steyer[at]uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.metheval.uni-jena.de/
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