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524.000 ¤ für Bayreuther Projekt zu Konfliktbewältigungsstrategien in Guinea-Bissau

19.07.2006 - (idw) Universität Bayreuth

Wie werden lokale Konflikte gelöst? Auf welche Art und Weise verschränken sich hierbei traditionelle Strategien der Konfliktlösung mit nationalen und internationalen Rechtssystemen? Und welche Bedingungen begünstigen diese Verschränkung? Das möchte ein deutsch-afrikanisches Forscherteam der Universität Bayreuth und des National Study and Research Institute of Guinea-Bissau am Beispiel der westafrikanischen Republik Guinea-Bissau genauer untersuchen. Die VolkswagenStiftung (Hannover) unterstützt das Projekt mit 524.000 ¤, wie sie heute mitteilte. Bayreuth/Hannover (UBT). Wie werden lokale Konflikte gelöst? Auf welche Art und Weise verschränken sich hierbei traditionelle Strategien der Konfliktlösung mit nationalen und internationalen Rechtssystemen? Und welche Bedingungen begünstigen diese Verschränkung? Das möchte ein deutsch-afrikanisches Forscherteam der Universität Bayreuth und des National Study and Research Institute of Guinea-Bissau am Beispiel der westafrikanischen Republik Guinea-Bissau genauer untersuchen. Die VolkswagenStiftung (Hannover) unterstützt das Projekt mit 524.000 ¤, wie sie heute mitteilte. Die Leitung hat der Bayreuther Ethnologe Professor Dr. Georg Klute, der mit Dr. A. Idrissa Embaló und dem Forscherteam des National Study and Research Institute of Guinea-Bissau (INEP) zusammenarbeit. Beteiligt sind an dem fachübergreifenden Projekt auch der Bayreuther Entwicklungssoziologe Prof. Dr. Dieter Neubert sowie die auf afrikanisches Recht spezialisierte Rechtswissenschaftlerin Privatdozentin Dr. Ulrike Wanitzek.
Damit wendet sich die Gruppe geographisch einem "weißen Fleck" in der Forschung zu. Guinea-Bissau - eine ehemalige portugiesische Kolonie - hat seit seiner Unabhängigkeit 1974 viele politische und militärische Umwälzungen erlebt. Das Land gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Erde.
Dem interdisziplinären Wissenschaftlerteam geht es vor allem um die Frage, wie nichtstaatliche Akteure mit Gewaltkonflikten umgehen. Der Blick fällt hier zum Beispiel auf traditionelle Autoritäten wie Häuptlinge, die im unabhängigen Staat bisher eher ins Abseits gedrängt wurden. Gleichermaßen betrachtet werden ethnische Milizen, einflussreiche Unternehmer, transnationale Schmuggler - aber auch Vertreter von Wohlfahrtsverbänden oder Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen. Die Fallstudien sollen Antworten auf zahlreiche Fragen geben - etwa: Hat das Modell des westlichen Nationalstaates ausgedient? Ist es möglich, lokale nichtstaatliche Konfliktlösungsformen in eine moderne Staatsverfassung zu integrieren? Sind diskursive Formen traditioneller Vermittlung in Konflikten mit demokratischen Prinzipien in Einklang zu bringen?
Ziel der Forscher ist es, Szenarien zu entwickeln, die das Verhältnis von Staat und nichtstaatlichen Akteuren in Westafrika abbilden helfen. Diese Zukunftsszenarien möchten sie dann der Politik an die Hand geben: als Mittel zur Krisenprävention und auch, damit es zum Aufbau eines möglichst stabilen Friedens im Land kommt. Fünf Nachwuchswissenschaftler erhalten im Zuge des Vorhabens die Möglichkeit zu promovieren.
Zudem beabsichtigt das Projektteam, wissenschaftliche Kooperationen zu etablieren, um Forscherinnen und Forscher aus Guinea-Bissau weiter zu qualifizieren. Mittelfristig soll es ihnen so gelingen, sich in der Region und international besser zu vernetzen. Zu diesem Zweck sind Kontakte mit Forschungsinstituten in Gambia, Mali und Senegal geplant. Insofern leistet das Projekt einen Beitrag zum "capacity building" in der Region.
Weitere Informationen bei
Prof. Dr. Georg Klute
Tel. 0921 / 55-4106
E-Mail: georg.klute@uni-bayreuth.de

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