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Staatssekretär Sieber und Rektor Jäger verliehen Landeslehrpreis und Frauenförderpreis

27.01.2003 - (idw) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Arbeitsgruppe "Forstökologie online" für neue Lehr-Software ausgezeichnet - Frauenförderpreis geht an Abteilung "Modellbildung und Soziale Folgen" des Instituts für Informatik und Gesellschaft

Auch in diesem Jahr ehrt das Land Baden-Württemberg herausragende Wissenschaftler für ihre hervorragenden Leistungen in der Lehre mit dem Landeslehrpreis. Der Staatssekretär des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Michael Sieber, hat den Preis heute in einer Feierstunde in der Universität Freiburg überreicht. Der mit 17.950 Euro dotierte Preis ging an die Arbeitsgruppe "Forstökologie online".

Im Rahmen dieser Preisverleihung wurde auch der mit 5.000 Euro dotierte Frauenförderpreis an der Albert-Ludwigs-Universität durch den Rektor der Universität, Professor Dr. Wolfgang Jäger, vergeben. Er wurde Prof. Dr. Britta Schinzel stellvertretend für die Abteilung I "Modellbildung und Soziale Folgen" des Instituts für Informatik und Gesellschaft der Universität verliehen.

Bei dem Preisträger-Projekt "Forstökologie online" handelt es sich um neu-artige Lehrsoftware, die von mehreren Einrichtungen der Fakultät erarbeitet wurde. Das Projekt wurde von der Gutachtergruppe für den Landeslehrpreis als landesweit besonders herausragend bewertet und daher vom Ministerium mit einem erhöhten Preisgeld in Höhe von 17.950,- Euro bedacht.

Mit dem Projekt wurde das innovative Konzept des e-learning aufgegriffen und konsequent umgesetzt. Es ist davon auszugehen, dass dieses Projekt Initialwirkung für weitere Projekte in der Lehre der Forstwissenschaftlichen Fakultät entfalten wird. Die Lehrsoftware soll den Studierenden des Diplom-Studiengangs während des Grundstudiums und zur Prüfungsvorbereitung sowie als zusätzliches Hilfsmittel bei ihrem Selbststudium dienen. Studierende des Master-Studiengangs gibt "Forstökologie online" die Möglichkeit, sich bereits von zu Hause auf das spätere Präsenzstudium in Freiburg vorzubereiten und später auch vor Ort die Grundlagen zu wiederholen und zu festigen. Das Projekt zeichnet sich durch seine gelungene didaktische Konzeption und seine durchdachte und dennoch einfache technische Umsetzung der Software aus.

Mit dem Projekt "Forstökologie online" wird ein wesentlicher Schritt in der Fortentwicklung der Lehre, insbesondere was die Optimierung des Selbststudiums angeht, getan. Da die Lehrsoftware zur Vermittlung ökologischer Grundlagen im Kernstudium der Forstwissenschaften entwickelt wurde, ist sie auch integraler Bestandteil der Studienreform in den Forstwissenschaften, bei der die klassischen Vorlesungen durch ein- bis zweiwöchige thematische Blöcke ersetzt worden sind.

Mit "Forstökologie online" soll ein zusätzliches, die Lernbereitschaft motivierendes Instrument für die Studierenden geschaffenen werden. Es ist nicht dazu gedacht, die Präsenzveranstaltungen zu ersetzen, vielmehr soll es die Studierenden motivieren und unterstützen, gerade auch Grundlagenwissen intensiv und zielgerichtet zu lernen"Forstökologie online" wurde bereits mit den ersten Einsätzen der Lehreinheiten im Sommersemester 2000 von den Studierenden evaluiert. Dabei hat sich gezeigt, dass die Lehreinheiten große Akzeptanz finden, insbesondere die Möglichkeit, komplexe Sachverhalten anhand animierter Modelle nachvollziehen zu können und die Möglichkeiten der interaktiven Übungen, wurden von den Studierenden sehr positiv hervorgehoben. Initiator des Projekts ist Prof. Dr. Karl-Reinhard Volz, der außerdem in erheblichem Umfang Mittel zur Entwicklung und Implementierung des Vorhabens vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft einwerben konnte.

Kontakt:
Arbeitsgruppe "Forstökologie online"
Prof. Dr. Karl-Reinhard Volz
Institut für Forstpolitik
Tel. (0761) 203-3712 oder -3713
Fax:(0761)203-3705
E-Mail: forstpolitik@ifp.uni-freiburg.de


Frauenförderpreis

Der Rektor der Universität, Professor Dr. Wolfgang Jäger, hat in der Feierstunde der Abteilung I "Modellbildung und Soziale Folgen" des Instituts für Informatik und Gesellschaft der Universität den mit 5.000 Euro dotierten Frauenförderpreis der Albert-Ludwigs-Universität verliehen.

Ausschlaggebend für die Entscheidung des Senats war, dass durch die Arbeit der Abteilung drei wesentliche Aspekte der Frauenförderung gestärkt werden: zum einen der Zugang von Frauen in die technischnaturwissenschaftlichen Fächer, zum anderen die Geschlechterforschung innerhalb dieser Fächer und schließlich die Integration von Gender Studies in die Lehre der Fächer der Technik- und Naturwissenschaften.

Die Abteilung "Modellbildung und soziale Folgen" des IIG hat sich des Themas in besonderer Weise engagiert angenommen. Ein besonders gelungenes Beispiel ist die Ausrichtung der letztjährigen Zweiten "Informatica feminale Baden-Württemberg" an der Universität Freiburg. Für Studentinnen und Frauen der Informatik und angrenzender Fächer wurde dort ein monoedu-kativer Lehr- und Lernraum geschaffen, der wenig Schwellenangst aufkom-men läßt. In Kursen und Workshops konnten die Teilnehmerinnen Hard- und Softskills der Informatik erwerben und vertiefen. In Vorträgen und der Ringvor-lesung wurden aktuelle Themen der Informatik und ihrer Grenzfächer inklusive der Gender-Forschung vorgestellt. Diskussionsforen boten Möglichkeiten zum Austausch mit Vertreterinnen der Wirtschaft über berufliche Anforderungen im IT-Bereich.
In die gleiche Richtung weist auch die jährliche Beteiligung der Abteilung an den Schülerinnentagen der Universität Freiburg. Diese Veranstaltung trägt bereits früh zur Motivierung junger Frauen für das Informatik-Studium bei.

Unterstützt werden solche Ansätze durch Forschungsprojekte zur "Studien-situation von Informatikstudentinnen und -studenten im Vergleich", zu "Neuen Berufspotentialen für Frauen in der Softwareentwicklung" und zur "Professio-nalisierung der Informatik (PROFI)". Hierbei werden aktuelle Entwicklungen des Fachs Informatik untersucht und Chancen für die Beteiligung von Frauen in diesen Arbeitsfeldern erarbeitet.

Die von Frau Professor Schinzel geleitete Abteilung widmet sich aber auch intensiv der Geschlechterforschung innerhalb der einzelnen Fächer. Das Kompetenzzentrum "Gender-Forschung in Informatik und Naturwissenschaft (GIN)" hat einen Forschungsschwerpunkt in der Analyse von Dimensionen des Gendering in Konstruktionen von Technik und Naturwissenschaft. Ein Ziel ist die konstruktive Verwirklichung gernder-sensitiver IT-Systeme und
-produkte. Das Kompetenzzentrum GIN beteiligt sich an den Universitäts-Schwerpunkten "Virtuelle Hochschule Oberrhein (VIROR)" und "Mobiles Lehren und Lernen (F-MOLL)" sowie am BMBF-Projekt "Rechtsinformatik Online (RION)" insbesondere unter dem Aspekt der Integration von Geschlechteraspekten in der virtuellen Lehre.

Öffentliche Beachtung findet auch das Projekt "GERDA - gendered digital brain atlas". Mit ihm soll ein kritisches Informationssystem zur Dekonstruktion der Geschlechterdifferenz-Forschung in der Hirnforschung entwickelt werden.

Einen weiteren gewichtigen Beitrag liefert die Abteilung von Frau Professor Schinzel bei der Integration von Gender Studies in die Lehre der Fächer. Frau Professor Schinzel habe, so Rektor Jäger in seiner Laudatio, mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dazu beigetragen, mehr Frauen an die Naturwissenschaften heranzuführen und diese vermehrt für Fragen der Geschlechter-Forschung zu öffnen.

Mit der Vergabe dieses Preises untermauere die Universität nach den Worten von Rektor Jäger ihren festen Willen, bestehende Nachteile für wissenschaft-lich tätige Frauen und für Studentinnen zu beseitigen. Jäger betonte:"Wir können und dürfen es uns nicht leisten, das wissenschaftliche, aber auch menschliche Potential unserer Studentinnen und Wissenschaftlerinnen unzureichend zu nutzen. Wir schaden damit nicht nur den unmittelbar Betroffenen, sondern auf Dauer unserer Universität und der Gesellschaft insgesamt.

Kontakt:

Prof. Dr. Britta Schinzel
Institut für Informatik und Gesellschaft Abteilung I:
Modellbildung und Soziale Folgen
Friedrichstraße 50
Tel. (0761) 203-4953 oder -4952
Fax (0761) 203-4960
E-mail: schinzel@modell.iig.uni-freiburg.de
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