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Stellungnahme des MNFT zum Anteil der naturwissenschaftlichen Fächer in der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums

25.07.2006 - (idw) Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Fakultätentag Deutschlands

Der MNFT (Mathematisch Naturwissenschaftlicher Fakultätentag) hat sich auf seiner Plenarversammlung mit der Neuregelung der gymnasialen Oberstufe in Bayern beschäftigt. Er ist besorgt über die Kürzung der Stundentafel im Bereich der Naturwissenschaften und befürchtet ein Mangel an Kenntnissen der Abiturienten an bayerischen Gymnasien in der Zukunft. Der Gymnasialunterricht wird in einigen Bundesländern derzeit von neun auf acht Jahre verkürzt. Dazu muss notwendigerweise der Unterricht auch in den oberen Klassen 11 und 12 neu strukturiert werden. Der MNFT sieht mit Sorge und Unverständnis, dass nach dem dazu vorliegenden Kabinettsbeschluss vom 25. April 2006 der bayerischen Staatsregierung der Stellenwert und der Anteil der naturwissenschaftlichen Fächer Physik, Chemie und Biologie in der Oberstufe und in den Abiturprüfungen drastisch reduziert werden soll.
Einerseits begrüßen die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten, dass die Mathematik für das bayerische Abitur wieder verpflichtend eingeführt wird. Andererseits werden die drei naturwissenschaftlichen Fächer zu Nebenfächern herabgestuft, von denen nur noch ein Fach über drei Semester belegt werden muss. Die meisten Schülerinnen und Schüler werden dann wohl Physik und Chemie abwählen.
Da Naturwissenschaft und Technik über ihre kulturelle Bedeutung hinaus unwidersprochen eine entscheidende ökonomische und ökologische Grundlage unserer Gesellschaft bilden, muss den Naturwissenschaften im Schulunterricht eine hervorgehobene Stellung zukommen.
In einer Zeit der Globalisierung, die auf eine "science-based-economy" zusteuert, ist es völlig unverständlich, wenn gerade die Naturwissenschaften in der Schule zurückgefahren werden. Wertschöpfungen der Zukunft werden vermehrt aus der Forschung in den Natur- und Ingenieurwissenschaften erwachsen. Die Grundlagen hierzu werden in der Schule gelegt.
Die Vertreter der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten stufen die weitere Schwächung der Naturwissenschaften als verantwortungslos gegenüber der jungen Generation und deren Chance, einen nachhaltig hohen Lebensstandard zu erreichen, ein. Der notwendige Interessenausgleich bei der Abwägung von Bildungszielen darf nicht um den Preis der Zukunftschancen der heranwachsenden Generation getroffen werden.
Der MNFT fordert die politisch Verantwortlichen daher auf, die Bedeutung der naturwissenschaftlichen Fächer auf den gymnasialen Fächerkanon abzubilden. In allen gymnasialen Ausbildungszweigen muss ein ausreichender und verpflichtender Einblick in alle naturwissenschaftlichen Fächer vermittelt werden - vor allem in der für die Suche nach der eigenen Begabung der Schülerin/des Schülers wichtigen Oberstufe.

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