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Evolution im Zeitraffer

25.07.2006 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Internationaler Workshop zu "Künstlichem Leben" vom 26. bis 28. Juli an der Universität Jena Jena (25.07.06) "Die Natur brauchte Jahrmillionen, um das Leben auf der Erde zu erschaffen. Im Computer laufen evolutionäre Prozesse glücklicherweise um einiges schneller ab", freut sich Dr. Stefan Artmann vom Institut für Philosophie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Denn das macht seine Arbeit erst möglich. Dr. Artmann und seine Kollegen sind den Gesetzmäßigkeiten der Evolution auf der Spur. "Das Problem dabei ist, dass sich die Evolution nicht einfach beobachten lässt", sagt der Jenaer Naturphilosoph weiter. Denn erstens seien die Zeiträume, in denen sich Veränderungen vollziehen, viel zu lang. Und zweitens fehle jeglicher Vergleich. "Schließlich ist das Leben auf der Erde das einzige, das wir kennen", so Dr. Artmann.

Deshalb nutzen Wissenschaftler inzwischen weltweit im Computer geschaffenes - "künstliches" - Leben, um verschiedenste biologische Phänomene zu ergründen. So untersuchen beispielsweise Informatiker um Dr. Peter Dittrich, der die Nachwuchsgruppe "Biosystemanalyse" an der Jenaer Universität leitet, wie Signalnetzwerke in lebenden Zellen funktionieren. Dazu lassen sie Computer die Evolution dieser natürlichen Signalnetzwerke "nachspielen" und können so deren Arbeitsweise studieren.

Diesem und weiteren Themen ist der 7. "German Workshop on Artificial Life" (GWAL-7) vom 26. bis 28. Juli gewidmet. Zu der interdisziplinären Tagung werden 40 Wissenschaftler aus ganz Europa und Japan in Jena erwartet. "Es haben sich Naturwissenschaftler, Informatiker und Philosophen angemeldet", so Dr. Artmann, der den Workshop gemeinsam mit Dr. Dittrich organisiert. Die Veranstaltung wird unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das European Office of Aerospace Research and Development der US-Air Force.

Die Vorträge des Workshops finden im großen Hörsaal des Instituts für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie statt (Erbertstraße 1). Interessenten können sich noch vor Ort oder online anmelden.

Kontakt:
Dr. Stefan Artmann
Institut für Philosophie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Zwätzengasse 9, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944143
Fax: 03641 / 944137
E-Mail: stefan.artmann[at]uni-jena.de

Dr. Peter Dittrich
Institut für Informatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 1-3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946460
Fax: 03641 / 946302
E-Mail: dittrich[at]minet.uni-jena.de
Weitere Informationen: http://gwal.uni-jena.de
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