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Zukunftsfähige Konzepte für das Kraftwerk Vockerode

26.07.2006 - (idw) Bauhaus-Universität Weimar

Architekturstudenten aus der Bauhaus-Universität Weimar waren beim diesjährigen Hans-Heinrich-Müller-Preis der Vattenfall Europe AG besonders erfolgreich. Von den sieben ausgezeichneten Entwürfen kamen gleich drei Arbeiten aus Weimar. Johannes Kettler und Sebastian Schmidt sowie Cornelis Knuth und Erik van der Werf erhielten für ihre Arbeiten einen ersten Preis, verbunden mit einer Geldsumme über je 1.000 Euro. Die Arbeit "Stehen bleiben, nicht stehen lassen" von Jan Schlüter erhielt einen Ankauf über 500 Euro.

Der Hans-Heinrich-Müller-Preis 2006 hatte nach architektonischen Konzepten zur künftigen Nutzung des Kraftwerkes "Elbe" in Vockerode gesucht. Das in den Elbwiesen auf einem sieben Hektar großen Industrieareal bei Dessau gelegene Großkraftwerk ist seit 1994 stillgelegt. Vattenfall Europe als Eigentümerin arbeitet gemeinsam mit Fachleuten an deutschen Hochschulen an der Revitalisierung der Kraftwerksimmobilie, auch um Impulse für die wirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Entwicklung der Region zu setzen.

Mit ihrer Arbeit "Casino Kohlebunker" schlagen Johannes Kettler und Sebastian Schmidt vor, in dem Kraftwerk ein Casino an der Autobahn einzurichten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Casinobesucher profitieren von der besonderen Atmosphäre der Kraftwerkskulisse, das Land Sachsen-Anhalt erhält zusätzliche Einnahmen für seine klammen Kassen. Parallelen zur Erfolgsgeschichte von Las Vegas sind denkbar.

Cornelis Knuth und Erik van der Werf greifen in ihrem Entwurf "Kaufhaus Kraftwerk" das bekannte Thema des Großkaufmarktes in unmittelbarer Autobahnnähe auf. Ihr außergewöhnliches Ziel ist es, die Ansprüche an den Warenverkauf die Präsentation der Produkte gemeinsam mit dem Baubestand völlig neu zu formulieren. So wird das Maschinenhaus zu einer Markthalle, das Hilfsmaschinenhaus zu einer Sesselhalle.

Die von Vattenfall angekaufte Arbeit von Jan Schlüter "Stehen bleiben, nicht stehen lassen" beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit man etwas Altes im neuen Kontext aufgehen lassen kann. Er sieht für das Kraftwerk zukünftig eine Mischnutzung, die aus Ausstellungsflächen, Ateliers, Wohnungen und Innenhöfen besteht.

Die studentischen Entwürfe entstanden an der Professur Entwerfen und Gebäudelehre II von Prof. Karl-Heinz Schmitz zusammen mit seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern Dipl.-Ing. Heike Hanada und Dipl.-Ing. Jan Frohburg. Prof. Bernd Nentwig von der Professur Baumanagement und Bauwirtschaft wirkte beratend mit.

Mehr als 200 Architekturstudenten von zehn eingeladenen Hochschulen aus ganz Deutschland hatten sich um den mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Preis beworben, der am vergangenen Freitag vergeben wurde. Die Jury vergab drei erste Preise über je 1 000 Euro und vier Ankäufe über je 500 Euro. Seit 2003 verleiht Vattenfall (früher Bewag) jährlich einen Preis für die Nachnutzung von historischen Industriebauten.

Die mehr als 100 Wettbewerbsbeiträge und eine Fotoausstellung zum Großkraftwerk Elbe werden im Abspannwerk Humboldt in Berlin präsentiert. Die Ausstellung noch bis zum 13. August 2006 dienstags bis sonntags, von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Ort: Abspannwerk Humboldt: Sonnenburger Str. 73, 10439 Berlin.

Ansprechpartner
Prof. Karl-Heinz Schmitz, Tel.: 03643 583185
Dipl.-Ing. Heike Hanada, Tel.: 03643 583183
Barbara Meifert, Pressesprecherin Vattenfall Europe Berlin, Tel.: 0172 3236071
Torsten Dame, Laufwerk B ( Wettbewerbsbetreuung ), Tel.: 0177 7497934

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