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Eine Konferenz über komplexe Systeme erklärt die Paradoxien der modernen Politik und Wirtschaft

27.07.2006 - (idw) Technische Universität Dresden

TU Dresden-Professor Dirk Helbing leitet EU-Workshop in Budapest Unter dem Titel 'Potentials of Complexity Science for Business, Governments and the Media' wird vom 5. bis 8. August 2006 am Collegium Budapest ein internationaler Workshop mit 80 Teilnehmern stattfinden, finanziert von der EU und organisiert durch Professor Dirk Helbing (TU Dresden). Dabei werden Entscheidungsträger aus Regierung und Wirtschaft mit international hervorragenden Wissenschaftlern zusammentreffen. An dem Budapester Exzellenzzentrum sollen reale Herausforderungen der Zukunft identifiziert und jüngste Erkenntnisse über das Verhalten komplexer Systeme angewendet werden. Beispiele reichen von Infrastruktur- und Produktionssystemen über Firmen und Verwaltungen bis hin zu ganzen Gesellschaften.

International anerkannte Fachleute wie Bernardo Huberman (ein früher Verfechter der Chaostheorie) und Lazlo Barabasi (führend auf dem Gebiet der Netzwerktheorie) werden mit Managern (Intel, DaimlerChrysler, Hewlett Packard, Nokia und weitere Firmen) und jungen Wissenschaftlern über das Phänomen der Komplexität diskutieren:
Systeme, die auf den ersten Blick sehr verschieden sind, gehorchen oft ähnlichen Prinzipien. Dadurch ergeben sich neue interdisziplinäre Ansätze - z.B. können Staus und Massenpaniken sehr erfolgreich mit Methoden der Physik erklärt werden.
In jüngster Zeit zeigen immer kompliziertere, global vernetzte Systeme in Politik und Wirtschaft das Versagen klassischer Konzepte besonders drastisch und werfen drängende Fragen auf: Wie überlebt man in zunehmend turbulenten Märkten? Welche sozialen und wirtschaftlichen Strukturen entwickeln sich? Welche Konsequenzen müssen Verwaltungen und Firmen daraus ziehen?
Bei der Analyse rücken zunehmend Prinzipien der Selbstorganisation ins Blickfeld, wie man sie auch bei biologischen Mechanismen, Informationsflüssen in Netzwerken, der Kooperation zwischen Robotern oder Wachstumsprozessen in Städten beobachtet. Dies führt zu überraschenden Ergebnissen etwa für Management-, Katastrophen- und Risikostrategien oder für den Aufbau und die Organisation von Transport- und Logistiknetzwerken.

Die dreitägige Veranstaltung wird den Teilnehmern ein tieferes Verständnis vermitteln, wie Rückkopplungseffekte, Verzögerungen, Informationsdefizite, individuelle Unterschiede oder bestimmte Netzwerk- und Interaktionsstrukturen zum Teil geradezu paradoxe Effekte erzeugen können. "Staus aus dem Nichts" und Langsamer-ist-schneller-Effekte sind Beispiele dafür, oder auch Fälle wie Hartz I-IV und viele Steuergesetze, bei denen am Ende etwas ganz anderes herauskommt, als man beabsichtigt hatte.
Das Problem: Komplexe Systeme haben ihre eigenen (Natur-)Gesetze. Die Frage ist also: Was sind das für Gesetze, und wie können wir von der Natur lernen, besser mit ihnen als gegen sie zu arbeiten?

Nähere Informationen:
Prof. Dr. Dirk Helbing: helbing1@vwi.tu-dresden.de

Auf Anfrage können Journalisten großer internationaler Medien, die über diesen nicht-kommerziellen Workshop berichten, im Rahmen unseres Budgets Reisekosten erstattet werden.

Das Collegium Budapests stellt einen Presseraum zur Verfügung und bietet gute Möglichkeiten, mit allen Teilnehmern zu sprechen.
Weitere Informationen: http://www.trafficforum.org/budapest
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