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Ohne tierschutzrechtliche Genehmigung keine Primatenversuche

08.08.2006 - (idw) Charité-Universitätsmedizin Berlin

Dekan bezieht Stellung zur aktuellen Diskussion um Berufungsverfahren

Berlin, den 8. August 2006. Primatenforschung sollte grundsätzlich an einer der wenigen zentralen Primatenforschungseinrichtungen in Deutschland stattfinden. Das ist die Position des Dekans der Charité - Universitätsmedizin Berlin Prof. Martin Paul. "Dies wird auch von großen Forschungsfördereinrichtungen so empfohlen", stellt der Dekan klar. Als Amtsträger sei er aber auch verpflichtet, Berufungsverfahren korrekt durchzuführen, alle rechtlichen Rahmenbedingungen einzuhalten und die Rechte des Berufenen zu berücksichtigen. Daher sei es erst dann möglich, eine abschließende Entscheidung über den jetzt in der Kritik stehenden Berufungsvorgang zu treffen, wenn ein eindeutiges Votum der zuständigen Behörden vorliegt.

Das Berufungsverfahren zur Besetzung der jetzt diskutierten neurophysiologischen Professur wurde im Jahr 2003 an der damaligen Charité bereits vor der Fusion in der Berliner Universitätsmedizin und vor Amtsübernahme des derzeitigen Vorstands begonnen. Nach den Entscheidungen der Gremien der nunmehr fusionierten Charité - Universitätsmedizin Berlin wurde Prof. Alexander Thiele mit Schreiben des Senators Dr. Thomas Flierl vom 16. 3. 2004 auf eine C3-Professur auf Zeit für Physiologie mit Schwerpunkt Neurophysiologie an der Charité berufen. Eine Voraussetzung dafür war, dass der Bewerber seinerzeit betonte, gegebenenfalls auch auf schnell einführbare Alternativmodelle zur Primatenforschung zurückgreifen zu können.

Die Charité ist sich hierbei jederzeit der hohen Sensibilität der Thematik bewusst gewesen und agiert in enger Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur. "das Dekanat hat in den letzten Jahren konsequent verbliebene Primatenhaltungen aufgelöst, zurzeit führen Charité-Wissenschaftler keine Primatenforschung durch", stellt Prof. Martin Paul klar. "Wenn es keine eindeutige politische Unterstützung für die Forschung von Prof. Thiele gibt und die tierschutzrechtlichen Genehmigungspflichten nicht erfüllt werden, wird das auch so bleiben." Im konkreten Fall würde dies bedeuten, dass der zu berufende Wissenschaftler seine wissenschaftlichen Fragestellungen an Alternativmodellen betreiben muss oder aber den Ruf an die Charité zurückgibt.

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