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Christian Alt (Hrsg.), Kinderleben - Integration durch Sprache?

23.08.2006 - (idw) Deutsches Jugendinstitut e.V.

Band 4: Bedingungen des Aufwachsens von türkischen, russlanddeutschen und deutschen Kindern In dem vierten Band von "Kinderleben" wird der Frage nachgegangen, wie im Kontext von Familien, Schule und Peers türkische und russlanddeutsche Kinder Kompetenzen erwerben können, die eine Integration in die Aufnahmegesellschaft gelingen lassen.
Bereits die ersten beiden Bände von Kinderleben "Aufwachsen in Familien" und "Aufwachsen zwischen Freunden und Institutionen" haben viel Beachtung in der Presse gefunden, weil in diesen Befragungen die Kinder erstmals selbst zu Wort kommen und es nach wie vor nicht selbstverständlich ist, die Selbstauskunft von Kindern in die sozialwissenschaftliche Forschung einzubeziehen, sie mithin als eigenständige Subjekte zu betrachten.
Es wurden ca. 2200 Kinder befragt, deren Adressen nach dem Zufallsprinzip aus den Einwohnermelderegistern gezogen wurden, und wie nicht anders zu erwarten war, hatten ca. 20% der Kinder einen Migrationshintergrund, der sich aus 71 Nationen zusammensetzte. Auffällig war, dass in der Migrantenpopulation besonders häufig die Mitarbeit an der Befragung mit dem Argument mangelnder Sprachkenntnisse verweigert wurde.
Zwei Populationen sind wegen ihrer Häufigkeit besonders in den Vordergrund getreten: Türken und Aussiedler. Um dem gerecht zu werden, wurden zweisprachige Interviewer eingesetzt und die Fragebögen wurden in die jeweilige Sprache übersetzt.
Generell geht es darum, was Kinder in ihrer Entwicklung fördert oder gefährdet, welche Konstellationen Kinder in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung (z.b. Schulerfolg, persönliche Interessensentfaltung) einschränken oder zu Problemverhalten (Aggressivität, abweichendes Verhalten) und Belastungen (Krankheitsanfälligkeit) führen. Neben der entscheidenden Frage nach der Sprachkompetenz stehen insbesondere die Familien der Kinder als zentrale Sozialisationsinstanzen und Betreuungs- und Bildungsinstitutionen im Fokus.
Durch den Vergleich mit der gleichaltrigen deutschen Kinderpopulation zeigen sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Hinblick auf Bildungsprozesse, Sozialisationsstile und Integrationserfolge, die bislang ein wenig beachtetes Forschungsfeld der Sozialberichterstattung waren.
Die vorliegende Publikation ist eine differenzierte Untersuchung zur Migration und damit ein wichtiger Beitrag zur öffentlichen Diskussion.
Schriften des deutschen Jugendinstituts: Kinderpanel
Vs-Verlag ISBN 3-531-15107-x 32,90 ¤

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