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Universität Potsdam und Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie etablieren Zentrum für Systembiologie

29.08.2006 - (idw) Universität Potsdam

Einen gemeinsamen Erfolg konnten die Universität Potsdam und das Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie verbuchen. Im Rahmen der bundesweiten Ausschreibung "Forschungseinheiten der Systembiologie - FORSYS" des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMBF) wurden die vier Siegerteams bekannt gegeben. Neben Gruppen aus Freiburg, Heidelberg und Magdeburg wurde auch das Konzept aus Potsdam für die Förderung der Systembiologie in Deutschland von einem internationalen Gutachterteam ausgewählt. Dort soll nun unter einem gemeinsamen Dach eine entsprechende Forschungseinheit aufgebaut werden.

Forschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka äußerte sich erfreut über den Erfolg der Potsdamer Forscher: "Das Potsdamer Forschungsprojekt konnte sich gegen zahlreiche Mitbewerber aus dem ganzen Bundesgebiet durchsetzen. Ich freue mich sehr, dass die enge Kooperation zwischen Universität und außeruniversitärer Forschungseinrichtung wieder einmal der Schlüssel zum Erfolg war. Forschungen im Bereich der Systembiologie werden in den nächsten Jahren immer höhere Bedeutung für die Biotechnologie bekommen und sind damit für Brandenburg ganz besonders wichtig."

Die Systembiologie ist eine bedeutende Querschnittstechnologie, die international rasch an Bedeutung zunimmt. Sie ist entscheidend für die Innovationsfähigkeit verschiedener Branchen mit vielfältigen Einsatzgebieten, angefangen vom gezielten Pflanzendesign über die Optimierung von biotechnologischen Syntheseprozessen bis hin zur Entwicklung von neuen Medikamenten.
Das Potsdamer Projekt trägt den Titel: GoFORSYS: Potsdam-Golm BMBF-FORschungseinrichtung zur SYStembiologie; Photosynthesis and Growth: A Systems Biology-based Approach. Die Antragstellung des interdisziplinären Projektes wurde federführend von Prof. Dr. Bernd Müller-Röber (Molekularbiologie) und Prof. Dr. Joachim Selbig (Bioinformatik) von der Universität Potsdam geleitet. Das Interdisziplinäre Zentrum "Advanced Protein Technologies" der Universität hat die Ausarbeitung des Projektsantrages unterstützt. Am Projekt GoFORSYS sind insgesamt 16 Arbeitsgruppen aus den Bereichen Biologie, Biochemie, Informatik, Mathematik, Physik und Chemie sowie das in Berlin ansässige Pflanzenbiotechnologie-Unternehmen Metanomics beteiligt. Die wissenschaftliche Koordination wird Prof. Dr. Lothar Willmitzer vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie übernehmen.
Zentraler Inhalt des GoFORSYS-Projektes ist die Analyse des Zusammenhangs zwischen Photosynthese und Biomasseproduktion. Als Modellsystem soll zunächst die einzellige Alge Chlamydomonas reinhardtii dienen. Die gewonnenen Kenntnisse sollen in einer späteren Phase des Projektes auf Höhere Pflanzen (auch Kulturpflanzen) übertragen werden. Mittels modernster Technologie werden umfangreiche Daten zu Genaktivitätsmustern, Proteinen und Stoffwechselprodukten erfasst. Die erhaltenen Daten werden dann unter Verwendung bioinformatorischer Verfahren gesichtet und mathematisch zur Simulation zellulärer und physiologischer Prozesse weiter bearbeitet. Dabei sollen Modelle etabliert werden, die Vorhersagen über das pflanzliche Wachstum und die Biomasseproduktion ermöglichen. Dies wird es den Wissenschaftlern erlauben, biologische Engpässe dieser zentralen Prozesse zu identifizieren. Die gewonnenen Kenntnisse werden in moderne Züchtungsvorhaben Eingang finden.
Insgesamt wurden Gelder in Höhe von 13,4 Millionen Euro beantragt. Diese sollen nun in den kommenden fünf Jahren für den weiteren Ausbau exzellenter Forschung im Bereich der Systembiologie genutzt werden. Neben der Forschung wird dem Aufbau eines umfangreichen Lehrprogramms besonderes Augenmerk gewidmet. An der Universität Potsdam werden dazu neue Module im Masterstudiengang Bioinformatik entwickelt. Der Aufbau der Fachrichtung Bioinformatik war in der Vergangenheit durch Sondermittel des brandenburgischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur möglich geworden. Besondere Ausbildungskonzepte wird es darüber hinaus für Promovierende geben, die in den kommenden Jahren einen Großteil der Forschung in der Systembiologie durchführen sollen. GoFORSYS baut auf laufende Forschungsaktivitäten des Max-Planck-Institutes für Molekulare Pflanzenphysiologie und der Universität auf. Daneben ist auch das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, das ebenfalls in Potsdam-Golm beheimatet ist, am Projekt beteiligt. Auf Seiten der Universität sind maßgeblich die beiden Profilbereiche Life Sciences und Complex Systems involviert.
Teams der Universität und der Golmer Max-Planck-Institute waren auch schon in der Vergangenheit bei der Einwerbung von Drittmitteln für gemeinsame Projekte sehr erfolgreich.
Der nun erzielte Erfolg unterstreicht noch einmal die Bedeutung der engen inhaltlichen Verzahnung der Forschungseinrichtungen am Wissenschaftsstandort Potsdam-Golm, die es ermöglicht, Synergien konsequent zu nutzen.

Hinweis an die Redaktionen:
Weitere Informationen erhalten Sie bei Prof. Dr. Bernd Müller-Röber, Universität Potsdam, E-Mail: bmr@uni-potsdam.de, Tel.: 0331/977-2810, Prof. Dr. Joachim Selbig, Universität Potsdam, E-Mail: jselbig@uni-potsdam.de, Tel. 0331/567-8208 sowie Prof. Dr. Lothar Willmitzer, Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie, E-Mail: willmitzer@mpimp-golm.mpg.de, Tel.: 0331/567-8200.

Weitere Informationen sind auch unter http://www.bmbf.de/press/1851.php abrufbar.
Diese Medieninformation ist auch unter
http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/2006/pm152_06.htm im Internet abrufbar.

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