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79. Kongress DGN: Epilepsie rechtzeitig chirurgisch behandeln

29.08.2006 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

79. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
20. bis 22. September 2006 im Rahmen der NEUROWOCHE in Mannheim

Epilepsie chirurgisch behandeln: Je früher, desto besser

Mannheim - Mindestens 60 Prozent der Patienten, die wegen einer Epilepsie operiert wurden, erleiden anschließend keine epileptischen Anfälle mehr. Studien deuten außerdem darauf hin, dass sich zudem das bei Epilepsie-Patienten erhöhte Risiko eines plötzlichen Todes nach einer erfolgreichen Operation verringere. Vorteile einer frühzeitigen chirurgischen Therapie der Epilepsie erörtern Experten im Rahmen der Neurowoche, die vom 20. bis 24. September 2006 in Mannheim stattfindet. Entscheidend ist es neuen Erkenntnissen zufolge, frühzeitiger als bislang üblich zu operieren: "Je früher ein Patient einer Operation zugeführt wird, desto besser ist die Chance auf spätere Anfallsfreiheit", bestätigt Privatdozent Dr. med. Andreas Schulze-Bonhage, Leiter des Epilepsiezentrums am Neurozentrum des Universitätsklinikums Freiburg, im Vorfeld des Kongresses.

Dank einer erheblich verbesserten bildgebenden Diagnostik ist die chirurgische Behandlung von so genannten fokalen Epilepsien in den vergangenen Jahren immer sicherer und erfolgreicher geworden. Bei den betroffenen Patienten geht ein epileptischer Anfall von einem eingrenzbaren Bereich der Hirnrinde aus. Es ist heute möglich, die verursachenden Areale räumlich genau zu bestimmen und auch unscheinbare Störungen zu erkennen. Bei vielen Eingriffen entwickeln die Operateure inzwischen eine maßgeschneiderte Operationsstrategie für den einzelnen Patienten. Allerdings ist das epileptogene Areal im Gehirn oft größer als die Bilder zunächst vermuten lassen. Deswegen müssen Ärzte weiterhin auch während der Operation immer wieder prüfen, wie groß der betroffene Bereich tatsächlich ist.

"Insgesamt scheint sich ein grundsätzlicher Wandel in der chirurgischen Epilepsietherapie anzubahnen", sagt Professor Dr. med. Josef Zentner, Direktor der Abteilung Neurochirurgie am Neurozentrum der Universität Freiburg. Denn derzeit werde intensiv an neueren Behandlungsverfahren gearbeitet, die das Bild der Epilepsiechirurgie verändern würden: Zukünftig könnten anfallshemmende Substanzen direkt am Ort der Anfallsentstehung eingesetzt werden. Es wäre sogar denkbar, Mikroimplantate im Gehirn einzupflanzen, die durch örtliche Abgabe hemmender Substanzen die Entstehung eines Anfalls verhindern. Über die Indikation für einen hirnchirurgischen Eingriff, die Diagnostik vor der Operation und das Ergebnis der Therapie diskutieren die Experten auf der 79. Jahrestagung der DGN in Mannheim.

Terminhinweis:
Sonntag, 24. September 2006, 10.30 bis 12.00
Symposium: Epilepsie, Teil 2
Eines der Themen: Epilepsiechirurgie - Indikationsstellung. Moderne präoperative Diagnostik, chirurgische Eingriffe und Outcome
Referenten: Prof. Dr. med. Josef Zentner, PD Dr. med. Andreas Schulze-Bonhage, Freiburg

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79. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
vom 20. bis 22. September 2006 im Rahmen der
NEUROWOCHE 2006 vom 20. bis 24. September 2006
Congress Center Mannheim, Rosengartenplatz 2, 68168 Mannheim

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