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Innovationsfaktor Usability: Das Leben von morgen schon heute gestalten

01.09.2006 - (idw) Hochschule der Medien Stuttgart

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat am 30. August 2006 eine Innovationsstrategie für Deutschland vorgelegt. Im Mittelpunkt steht die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Die Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart und die User Interface Design GmbH (UID), Ludwigsburg, und machen beim Thema Usabilitiy, der benutzerfreundlichen Gestaltung, vor, was Bundesforschungsministerin Annette Schavan fordert. "Unternehmen können durch ihre Anforderungen Auslöser für Forschungsfragestellungen sein. Umgekehrt können wissenschaftliche Erkenntnisse in Produkte oder Dienstleistungen einfließen", erklärt Dr. Michael Burmester, Professor für Ergonomie und Usability im Studiengang Informationsdesign an der HdM. Mondrakete, Kühlschrank, Auto oder Buchdruck: Viele große Erfindungen gehen zurück auf deutschen Erfindergeist. Und damit Deutschland auch künftig ein Land der Ideen bleibt, hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan die Innovations- und Hightech-Strategie der Bundesregierung vorgestellt. Deren grundlegender Bestandteil ist der systematische Brückenschlag von der Wissenschaft zur Wirtschaft. Das praktizieren HdM und UID bereits seit 2002. "Unternehmen können durch ihre Anforderungen Auslöser für Forschungsfragestellungen sein. Umgekehrt können wissenschaftliche Erkenntnisse in Produkte oder Dienstleistungen einfließen", erklärt Michael Burmester. Seiner Meinung nach werde nach wie vor unterschätzt, dass Usability einen wesentlichen Innovationsfaktor für Technologien darstellt. "Führt man sich jedoch so manche Alltagssituation vor Augen, wird deren Bedeutung klar. Nicht selten verbringen Anwender zwei bis drei Stunden damit, ihren DVD-Rekorder, den neuen Fernseher oder Hausautomatisierungssysteme einzurichten", sagt Burmester. "Letztendlich geben sie verzweifelt auf, weil zudem die Bedienungsanleitung nicht sehr verständlich ist. Eine stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Nutzer könne helfen, das Leben von morgen schon heute einfacher zu gestalten. Das hat übrigens auch Bundeskanzlerin Angela Merkel gefordert. Bei der Eröffnung der Internationalen Funkausstellung in Berlin am 31. August hat die Kanzlerin die Elektronik-Industrie aufgerufen, Geräte mit einfacherer Bedienung zu bauen und kundenorientierter zu sein.

Damit aus innovativen Technologien Produkte zum Leben und Erleben werden, unterstützt das Fachgebiet Usability Engineering Produkthersteller und Internet-Betreiber bei der Gestaltung ihrer Technologien. "Doch Usability kann mehr", findet Burmester. Die benutzerzentrierte Gestaltung liefere entscheidende Beiträge zur Innovation. Neue Produkte können mit Hilfe von Usability gezielt so gestaltet werden, dass Nutzer damit tatsächlich problemlos ihre Ziele verwirklichen und ihre Aufgaben erfüllen können. In Skandinavien gebe es dafür eine lange Tradition. "Dort entstehen Innovationen nicht aus einer ingenieurwissenschaftlichen Tradition heraus wie in Deutschland. Man beobachtet vielmehr, wie der Alltag funktioniert und startet die Entwicklungsarbeit vor diesem Hintergrund. Die Benutzer werden systematisch an dem gesamten Gestaltungsprozess beteiligt", erklärt der Usability-Fachmann.

Wenn der Nutzer sowie dessen Lebens- und Arbeitswelt konsequent erforscht und verstanden werden, können völlig neue Produktideen entstehen. Eine gemeinsame Studie von HdM und UID aus dem Jahre 2005 zeigt etwa, dass Nutzer von Online-Apotheken bei der Suche nach rezeptfreien Medikamenten für bestimmte Beschwerden sich nicht nur die gängigen Medikamente als Ergebnis wünschten, sondern auch Hinweise auf Alternativen oder Naturheilverfahren.

An der HdM ist das Thema Usability ein Schwerpunkt im Studiengang Informationsdesign. Studenten nutzen für die Ausbildung ein modern ausgestattetes Labor. Sie trainieren unter anderem grundlegende Methoden, um neue Produktgestaltungen zu finden. In Kooperation mit Partnern aus der Wirtschaft setzen sie Projekte, etwa in Form von Abschlussarbeiten, um.
Die UID entwickelt und gestaltet innovative Produkte benutzerfreundlich. Für "biozoom", einen mobilen Bio-Scanner, erhielt UID beispielsweise den iF communication design award 2006. Auf der CeBit 2006 wurde das Produkt mit einem Innovationspreis ausgezeichnet.

Usability hautnah erleben können Gäste beim World Usability Day am 14. November 2006 in Stuttgart. Im Treffpunkt Rotebühlplatz stellen die HdM und die UID sowie weitere Hochschulen und Firmen Ideen oder benutzerfreundliche Produkte aus. HdM-Professor Michael Burmester und Franz Koller, Geschäftsführer von UID, gehören zum Organisationskomitee der Veranstaltung.


Ansprechpartner:
Prof. Dr. Michael Burmester, Hochschule der Medien
Tel.: 0711 / 25706 - 101
E-Mail: burmester@hdm-stuttgart.de

Franz Koller, UID
Tel.: 07141 / 37 70 00
E-Mail: franz.koller@uidesign.de
Weitere Informationen: http://www.hdm-stuttgart.de/idb http://www.uidesign.de http://www.worldusabilityday.de
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