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Zeitgeschichte auf der öffentlichen Bühne

04.09.2006 - (idw) Technische Universität Berlin

Symposium zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Wolfgang Benz am Freitag, dem 15. September 2006 / Einladung In der wissenschaftlichen, politischen und medialen Öffentlichkeit übernehmen Zeithistorikerinnen und -historiker immer wieder Rollen, die über hergebrachte Erwartungen an die Berufsgruppe hinausgehen. Das eröffnet zum einen die Chance, Ergebnisse des Forschens über Fachgrenzen hinaus zu verbreiten, birgt zum anderen aber die Gefahr, dass Wissenschaft für fachfremde Interessen instrumentalisiert wird - im erinnerungspolitischen Streit wie in den Arenen massenmedialen Histotainments.

Zu Ehren von Prof. Dr. Wolfgang Benz, für den öffentliche Aufklärung eine der wesentlichen Aufgaben der Wissenschaft darstellt, analysieren konflikterfahrene Historikerinnen und Historiker Situationen und Rahmenbedingungen wissenschaftlichen Argumentierens in der Öffentlichkeit. Das Symposium ist öffentlich, wir möchten Sie herzlich dazu einladen:

Zeit: am Freitag, dem 15. September 2006,von 10.00 bis 17.15 Uhr
Ort: Technische Universität Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin,
Hauptgebäude, Raum H 1012

1941 in Ellwangen/Jagst geboren, studierte Wolfgang Benz Neuere Geschichte, Philosophie, Kunstgeschichte, Politische Wissenschaft in Frankfurt am Main, Kiel und München. Nach seiner Promotion 1969 arbeitete er im Anschluss bis 1990 am Institut für Zeitgeschichte in München. Von 1972 bis 1989 war er Geschäftsführender Redakteur der Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte.

Prof. Dr. Wolfgang Benz leitete verschiedene Forschungsprojekte, so "Zur Zahl der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus" und zur "Rettung von Juden im Deutschen Reich".1990 wurde er an die TU Berlin berufen und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung. Zahlreiche Lehr- und Forschungsaufträge sowie Gastprofessuren führten ihn u. a. an die University of South New Wales (Sydney, Australien), an die Universität Paris X (Nanterre) und an die Universidad Catolica Boliviana, La Paz (Bolivien). Seit 2000 leitet Wolfgang Benz die Forschungsarbeiten zum wissenschaftlichen Projekt "Geschichte der Konzentrationslager".

Wolfgang Benz ist Herausgeber zahlreicher Publikationen, so zum Beispiel der auf 30 Bände konzipierten Taschenbuchreihe "Deutsche Geschichte der neuesten Zeit" (zusammen mit Martin Broszat und Hermann Graml), der Reihe Biographische Quellen zur deutschen Ge-schichte nach 1945 (insgesamt 15 Bände erschienen). Seit 2005 erscheint die auf acht bis neun Bände konzipierte Reihe "Der Ort des Terrors". Zusammen mit Barbara Distel gründete er die "Dachauer Hefte", Studien und Dokumente zur Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager".

Wolfgang Benz ist Träger des Geschwister-Scholl-Preises (zusammen mit Barbara Distel). Er erhielt 1992 den Sonderpreis "Das Politische Buch" der Friedrich-Ebert-Stiftung für "Das Exil der Kleinen Leute". Er ist Mitglied zahlreicher Fachkommissionen und wissenschaftlicher Beiräte.

Anlässlich des 65. Geburtstages von Prof. Dr. Wolfgang Benz erschien im Metropol-Verlag Berlin die Festschrift "Von Schöpfern und Schurken. To B. or not to Be", Mona Körte, Marion Neiss (Hrsg.), ISBN 3-938690-40-2.

Programm

10.00 Uhr Grußwort
Prof. Dr. Kurt Kutzler, Präsident der Technischen Universität Berlin

10.10 Uhr Die Rollenspiele des Wolfgang Benz
Prof. Dr. Werner Bergmann, Berlin

10.30 Uhr Der Kampf um die Anerkennung der Zeitgeschichte als Teil der Geschichtswissenschaft
Prof. Dr. Hermann Graml, München

11.15 Uhr Das Geschlecht der Zeitgeschichte und die Figur der Trümmerfrau
Prof. Dr. Karin Hausen, Berlin

12.00 Uhr Der Zeithistoriker als Staatsfeind - Zeitgeschichte in Österreich
Prof. Dr. Gerhard Botz, Wien

14.00 Uhr Buchenwald: KZ und NKWD-Lager - Der Zeithistoriker im Konflikt mit den Zeitzeugen
Prof. Dr. Lutz Niethammer, Jena

14.45 Uhr Das Ende der DDR: ein Glücks-Fall für die Zeitgeschichte?
Prof. Dr. Dorothee Wierling, Hamburg


15.45 Uhr Die Goldhagen-Debatte: Zeithistoriker im öffentlichen Konflikt
Prof. Dr. Hans Mommsen, Feldafing

16.30 Uhr Zwischen Vermittlung und Vereinfachung. Der Zeithistoriker und die Medien
Sven Felix Kellerhoff, Berlin

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dr. Peter Widmann vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, Tel.: 030/314-24846, E-Mail: widmann@zfa.kgw.tu-berlin.de
Weitere Informationen: http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2006/pi199.htm
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