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Gastroenterologie 2006, Hannover: Fehlverhalten von Wissenschaftlern vermeiden - wie Selbstkontrolle in der Wissenschaft

04.09.2006 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Hannover - Forschung ist die Grundlage für Fortschritte in Wissenschaft und Medizin. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass Wissenschaftler Studiendaten manipulieren. Dieses Fehlverhalten von Einzelnen schadet der gesamten Wissenschaft und denjenigen, die ehrlich arbeiten. Experten informieren im Rahmen der medizinischen Fachtagung Gastroenterologie 2006, wo Fehlverhalten vorkommt und wie die Wissenschaft sich selber kontrollieren kann. Die Gründe für das Fehlverhalten von Wissenschaftlern sind bekannt: Persönlicher Ehrgeiz, der Zwang, möglichst häufig in angesehen Journalen zu publizieren und die Erwartungen der Auftraggeber von Studien. Bislang gibt es keine Zahlen, wie oft in den verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen manipuliert und betrogen wird. Auch wenn die ganz großen Skandale eher selten sind: Ein Drittel von 3.000 anonym befragten US-amerikanischen Wissenschaftler gab beispielsweise an, in den letzten drei Jahren mindestens einmal unredlich gehandelt zu haben.

Um ehrlich arbeitende Wissenschaftler zu schützen, gibt es nach Meinung von Professor Dr. med. Michael P. Manns, Tagungspräsident der Gastroenterologie 2006 in Hannover, auch in Deutschland Handlungsbedarf. In der Vortragstagung "Wie kann Fehlverhalten in der Wissenschaft vermieden werden?" stellen Experten Lösungsansätze vor und diskutieren diese mit den Teilnehmern. Insbesondere wird es um die Selbstkontrolle in der Wissenschaft gehen und wie diese funktionieren kann.

Selbstkontrolle ist notwendig. Viele sind dabei gefordert: Sie fängt beim einzelnen Wissenschaftler an, ist aber auch in wissenschaftlichen Einrichtungen notwendig. So ist zum Beispiel die Leitung jeder Hochschule und Forschungsinstituts dafür verantwortlich, Grundlagen für transparente Forschung zu schaffen. Dies kann beispielsweise dann gelingen, wenn Wissenschaftler in Arbeitsgruppen organisiert sind, die Ziele gemeinsam festlegen und Ergebnisse im Team diskutieren. Wissenschaftliche Fachgesellschaften wiederum können für ihre Mitglieder eindeutige Regeln und damit einheitliche Standards für wissenschaftliches Arbeiten definieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat außerdem vor einigen Jahren mit dem 'Ombudsman' eine unabhängige Instanz geschaffen, die Wissenschaftler berät, Fehlverhalten untersucht und jährlich Bericht erstattet. Die derzeitige Sprecherin dieser Instanz, Professor Dr. rer. physiol. Ulrike Beisiegel, wird im Rahmen der Vortragstagung darüber berichten.

Terminhinweise:
Pressekonferenzen:
Mittwoch, 13. September 2006, 12.45 bis 13.20 Uhr, Konferenzraum 12/14, HCC
Donnerstag, 14. September 2006, 13.00 bis 14.00 Uhr, Konferenzraum 12/14, HCC

Tag der Forschungsverbünde
Mittwoch, 13. September 2006, 8.00 bis 17.00 Uhr, HCC

Vortragstagung mit Podiumsdiskussion:
Wie kann Fehlverhalten in der Wissenschaft vermieden werden?
Vorsitz: K. Meyer zum Büschenfelde, Berlin, C. Herfarth, Heidelberg
Mit den Beiträgen:
Wie und wo kann Fehlverhalten in der Wissenschaft gedeihen?
Das Ombudsgremium der DFG - Erfahrungen und Konsequenzen
Selbstkontrolle in der Wissenschaft
Wissenschaft ohne Eros?
Freitag, 15. September 2006, 15.30 bis 17.30 Uhr, Bonatz Saal, HCC

IHR KONTAKT/Anmeldung für Journalisten:
Pressestelle, Beate Schweizer, Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart, Tel.: 0711 8931 295, Fax: - 167, Schweizer@medizinkommunikation.org.
Weitere Informationen: http://www.dgvs.de
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