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Deutungen von Krankheiten: Tagung in der RUB

08.09.2006 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Krankheiten provozieren mitunter Deutungen; vor allem wenn sie schwer sind, greifen Menschen auf religiöse Auslegungen zurück. Davon geht das Forschungsprojekt der Evangelisch-Theologischen Fakultät "Krankheitsdeutung in der postsäkularen Gesellschaft" aus, das theologische Muster und Modelle aus der heutigen Zeit auf einer Tagung vom 14. bis 16. September 2006 in den Mittelpunkt stellt. Das ist bereits die zweite international besetzte Fachtagung, die die Theologen Prof. Dr. Günter Thomas und Prof. Dr. Isolde Karle der Ruhr-Universität veranstalten. Bereits im Juli analysierten geladene Experten verschiedene Modelle von Krankheitsdeutungen in Texten der Bibel und der frühen Kirche. Bochum, 08.09.2006
Nr. 296

Deutungen von Krankheiten
Wissenschaftliche Tagung in der RUB
Praktisch-theologische und systematisch-theologische Perspektiven

Krankheiten provozieren mitunter Deutungen; vor allem wenn sie schwer sind, greifen Menschen auf religiöse Auslegungen zurück. Davon geht das Forschungsprojekt der Evangelisch-Theologischen Fakultät "Krankheitsdeutung in der postsäkularen Gesellschaft" aus, das theologische Muster und Modelle aus der heutigen Zeit auf einer Tagung vom 14. bis 16. September 2006 in den Mittelpunkt stellt. Das ist bereits die zweite international besetzte Fachtagung, die die Theologen Prof. Dr. Günter Thomas und Prof. Dr. Isolde Karle der Ruhr-Universität veranstalten. Bereits im Juli analysierten geladene Experten verschiedene Modelle von Krankheitsdeutungen in Texten der Bibel und der frühen Kirche.

Programm im Internet

Das ausführliche Programm der Tagung steht im Internet unter http://www.rub.de/systheol-thomas/Krankheitsdeutung.html

Religiöser Kontext von Krankheiten und das Verhältnis zum Tod

Auf der Tagung kristallisieren Fachleute verschiedene Gesichtspunkte heraus: So diskutieren sie unter anderem über die religiösen Kontexte von Krankheiten und ihre Konsequenzen für die theologische Bestimmung und Bewertung. Fragen zum Verhältnis zwischen Krankheit und Tod werden aufgeworfen. Inwieweit lässt sich ihre Abhängigkeit zueinander bestimmen? Was lässt sich von theologischen Deutungen des Todes (natürlicher Tod, Folge der Sünde) für die Reflexion auf das Phänomen der Krankheit lernen?

Heilungsgottesdienste und Seelsorge in der Gegenwart

Des Weiteren heben die Experten die Konsequenzen von Krankheitsdeutung in der Gegenwart für das Handeln von Kirche und Diakonie hervor. Sie thematisieren die Hoffnung auf Heilung und die dogmatische Einordnung von Krankheit. Die Theologen sprechen auch über den Stellenwert der Gesundheit in einer funktional differenzierten Gesellschaft, vor allem im neu zu beobachtenden Trend zu Heilungsgottesdiensten. Ebenso aktuell ist die Funktion von religiöser Kommunikation in der Seelsorge, die besonders im Falle einer Krankheit für die Betroffenen wichtig werden kann: Gebet, Segen, biblische Texte oder Salbung.

Publikation in zwei Bänden

Die Vorträge und Diskussionsergebnisse der internen Tagungsserie des Forschungsprojekts werden in zwei Bände zusammengefasst. Diese werden im Sommer 2007 im Kohlhammer Verlag (Stuttgart) erscheinen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Dr. Günter Thomas, Evangelisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234/32-22506, E-Mail: systheol-thomas@rub.de

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