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Mittelalterliche Kommunikationsadern

19.09.2006 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Interdisziplinäre Tagung zur Bedeutung von Flüssen startet am 20. September an der Universität Jena Jena (19.09.06) Heute ist die Verbreitung von Nachrichten ein Kinderspiel: dank E-Mail und Internet lassen sich Botschaften in Sekundenschnelle rund um den Globus schicken. Doch wie funktionierte die Kommunikation im Mittelalter? Wie brachten Herrscher wichtige Mitteilungen oder Anordnungen "unter's Volk" und wie zuverlässig erreichten die Nachrichten ihr Ziel, auch in entlegenen Gegenden des Reiches? "Damals dienten auch die Flüsse als Kommunikationsadern", weiß Dr. Stephan Freund vom Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Neben der Beförderung von Waren oder Personen spielten sie als Medium für den Nachrichtenaustausch eine wichtige Rolle."

Den ganz unterschiedlichen Bedeutungen der Flüsse im Lauf der Geschichte widmet sich die Tagung "Flüsse und Flusstäler als Wirtschafts- und Kommunikationswege", die vom 20. bis 23. September in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Fürstengraben 27) stattfindet. Das Historische Institut der Universität Jena organisiert die Tagung in Zusammenarbeit mit dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum "Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas" der Universität Leipzig und dem Arbeitskreis für historische Kulturlandschaftsforschung in Mitteleuropa (ARKUM e. V.). Etwa 90 Historiker, Geografen und Archäologen werden zu dieser internationalen Veranstaltung in Jena erwartet.

Schwerpunkt der diesjährigen Tagung wird die Saale und der Saaleraum als historisch gewordener Wirtschafts- und Kommunikationsraum sein", so Dr. Freund, der die Tagung gemeinsam mit Dr. Petra Weigel (Historisches Institut) und Prof. Dr. Peter Ettel (Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte) organisiert. Ein Thema wird sich beispielsweise mit dem Ort Saalfeld als "Knotenpunkt von Austausch und Kommunikation zwischen Bayern, Franken, Thüringern, Sachsen und Slawen" befassen. Von den fachübergreifenden Themen und Gesprächen erhoffen sich die Organisatoren neue Impulse für die bisherige Forschung zur Geschichte der Kommunikation. Neben Vorträgen und Diskussionsrunden steht auch eine Exkursion nach Dornburg, Naumburg, Schulpforta, Bad Kösen und Jena-Kirchberg auf dem Programm.

Kontakt:
HDoz. Dr. Stephan Freund
Historisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 13, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944413
Fax: 03641 / 944412
E-mail: stephan.freund[at]uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.kulturlandschaft.org
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