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Erbgutanalyse kann Kaviarschmuggel aufdecken

27.09.2006 - (idw) Forschungsverbund Berlin e.V.

Am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung findet von Freitag Abend bis Sonntag ein Symposium zum Schutz von Stören statt. Artenschutz- und Wildtierexperten sowie Kaviarhändler diskutieren über Maßnahmen zur Handelsüberwachung. Für Medienvertreter besteht die Gelegenheit zu Interviews. Am Wochenende treffen sich hochrangige Artenschutz- und Wildtierexperten sowie Kaviarhändler aus 12 Ländern in Berlin, um über Maßnahmen zur Handelsüberwachung für Störe zu sprechen. Im Vordergrund stehen bei dem Symposium am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) Methoden zur Identifizierung der Herkunft von Stören und deren Produkten (Kaviar) im weltweiten Handel. Die urtümlichen Riesenfische sind als Lieferant für Kaviar bekannt und aufgrund von Überfischung und Gewässerverbauung nahezu weltweit vom Aussterben bedroht. Insbesondere jene Arten aus dem Kaspischen und Schwarzen Meer sind extrem selten geworden. Gleichzeitig stammen aber zirka neunzig Prozent des weltweit gehandelten Kaviars aus der kaspischen Region. Deshalb wurden Mitte der 90er Jahre Fangquoten eingeführt. Die Überwachung der Einhaltung dieser Fangquoten gestaltete sich sehr schwierig.

Ziel dieses Symposiums ist die Evaluierung von genetischen und biochemischen Tests zur Überprüfung der Art und der Herkunft. Es ist mittlerweile möglich, nachzuweisen, aus welchem Flusssystem ein Tier kam. Das ist wichtig, weil bestimmte Populationen befischt werden dürfen, dieselbe Art in einem anderen Fluss aber nicht. Überdies können die Experten zwischen Wild- und Aquakultur-Tieren unterscheiden.

Um Schmuggel zu verhindern oder zumindest aufzudecken, kommt der Identifizierung von einzelnen Stör-Arten eine große Bedeutung bei. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Molekulargenetik, die es auch erlaubt, Kaviar eindeutig einer Art zuzuordnen.

Experten aus den Kaviar produzierenden Ländern Iran, Russland, China, der Ukraine und Rumänien werden mit ihren deutschen Kollegen über die neuesten Methoden der Erbgutanalyse und -identifizierung bei Stören sprechen.

Für Medienvertreter besteht die Gelegenheit zu Interviews mit einzelnen Fachwissenschaftlern und Vertretern der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Den Kontakt vermittelt Dr. Arne Ludwig, Genetik-Experte am IZW.

Daten des Symposiums:

Freitag, 29. September, 17.30 Uhr: Eröffnung
Sonnabend, 30. September, ab 9 Uhr: Einführung und Eröffnungsvortrag
Sonntag, 1. Oktober, 12 bis 13 Uhr: Abschlussdiskussion.

Ort: Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), Alfred-Kowalke-Straße 17, 10315 Berlin (am Tierpark Friedrichsfelde).

Ansprechpartner für die Medien: Steven Seet, 030 / 5168-108 oder 0177 / 8 57 26 73; Dr. Arne Ludwig, 030 / 5168-312.

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