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Helmut Schmidt Chair of International History an der IUB neu besetzt

27.09.2006 - (idw) International University Bremen

Der Historiker Marc Frey ist seit September 2006 neuer Inhaber des Helmut Schmidt Chair of International History an der International University Bremen (IUB). Die Professur wird von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gefördert. Frey ist der zweite Inhaber des 2003 erstmals besetzten Lehrstuhls. Die Berufungsentscheidung für den Experten für Internationale Geschichte, seit August 2006 Professor für Geschichte an der IUB, folgt dem Vorschlag der ZEIT-Stiftung und der IUB. Marc Freys Forschung befasst sich mit der historischen Entwicklung der Globalisierung von ihren Anfängen im
17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Sein Augenmerk gilt hier vor allem der europäischen Kolonialgeschichte, den Entwicklungen im südostasiatischen Raum sowie der amerikanischen Außenpolitik des 20. Jahrhunderts. Sein Verständnis von Internationaler Geschichte schließt dabei neben dem klassischen Feld der internationalen Politik auch Fragen der Konflikt- und Friedensforschung, des Kulturtransfers und der transnationalen Beziehungen ein. Im Mittelpunkt von Freys aktueller Forschung steht die globale Entwicklungspolitik im 20. Jahrhundert. Einen weiteren Schwerpunkt bilden ideelle, soziale und politische Integrationsprozesse in Asien ('Asianisms'). In Kooperation mit der Bucerius Law School (http://www.law-school.de)arbeitet er außerdem an einem Projekt über koloniales Recht und seine sozialen, politischen und völkerrechtlichen Wirkungen. Aktueller Anknüpfungspunkt ist die Frage, ob unter Zugrundelegung von Völker- und Staatsrecht Menschen aus ehemaligen Kolonien Restitutionsansprüche stellen können. Sein neuestes, im Oktober 2006 erscheinendes Buch "Dekolonisierung in Südostasien" befasst sich mit den Dreiecksbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten, Europa und Südostasien im Spannungsfeld von neuen Nationalismen, Kolonialismus und Kaltem Krieg.

Marc Frey(http://www.iu-bremen.de/directory/mfrey/index.php), geboren 1963, studierte Geschichte in Calgary, Nijmegen und Köln, wo er 1996 promovierte und sich 2004 habilitierte. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Köln, Bonn und Münster. Als post-doc fellow war er ein Jahr am Deutschen Historischen Institut in Washington tätig. An der National University of Singapore arbeitete er ein Semester als Gastprofessor, im akademischen Jahr 2003/04 war er fellow-in-residence des Netherlands Institute for Advanced Study. Vor seinem Wechsel an die IUB vertrat er an der Universität zu Köln eine Professur für Neuere Geschichte mit dem Schwerpunkt Internationale Geschichte.

Der Helmut Schmidt Chair of International History wurde Ende 2002 durch die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius (http://www.zeit-stiftung.de/home/start.php) initiiert, die den Lehrstuhl für einen Zeitraum von 5 Jahren fördert. Die Hamburger Stiftung, die sich für die Förderung von Wissenschaft, Bildung und Kultur einsetzt, richtete den Lehrstuhl ein, um zusammen mit der IUB ein bildungspolitisches Signal zur Stärkung der geisterwissenschaftlichen Forschung an privaten Hochschulen setzten. Benennung und Widmung der Stiftungsprofessur ehren Altbundeskanzler Helmut Schmidt - einen der Wegweiser der Internationalisierung Deutschlands. Erster Inhaber der Stiftungsprofessur ab Frühjahr 2003 war der Historiker Johannes Paulmann, Experte für europäisch-transatlantische Beziehungen insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, der von 2002 bis 2006 Professor of History an der IUB war.


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