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Das stille Leid - Schmerzen bei behinderten Kindern

30.01.2003 - (idw) Private Universität Witten/Herdecke gGmbH

2. Dattelner Schmerztage vom 30. Januar bis zum 1. Februar in Recklinghausen

Operationen bei mehrfachbehinderten Kinder sind häufiger als bei nichtbehinderten Kindern: 60% dieser Kinder werden in den ersten sieben Lebensjahren operiert. Bis zum 20. Lebensjahr werden bei mehrfachbehinderten Kindern im Durchschnitt sieben Operationen durchgeführt. Dies sollte Leid genug sein, doch es kommt noch schlimmer: Nach großen Operationen erhalten behinderte Kinder deutlich weniger Schmerzmittel als Kinder ohne Behinderung. Das ist eines der Themen der Kinderschmerzexperten auf den heute beginnenden Dattelner Kinderschmerztagen, die bis zum 1. Februar im Festpielhaus in Recklinghausen stattfinden.

Operationen bei Kindern mit spastischer Lähmungen sind häufig, die Behinderung verhindert aber oft eine sprachliche Verständigung zwischen Ärzten und Kinder über die Schmerzen. "Die Eltern wissen aus ihrer Erfahrung, ob eine hochgezogene Augenbraue oder ein Zucken des Mundes ein Schmerzzeichen ihres Kindes ist, das ja mit dem Arzt nicht sprechen kann," erklärt Dr. Boris Zernikow, leitender Arzt des Instituts für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln. "Wenn Ärzte und Pflegende diese Schmerzzeichen kennen, können sie die Schmerztherapie auch richtig steuern" erläutert Zernikow weiter.

Ein Symposium der Schmerztage hieß daher "Wenn Kinder nicht sprechen: Schmerzen bei mehrfachbehinderten Kindern" Häufig stellt sich das Problem, dass Kinder mit Mehrfachbehinderung unruhig sind und der behandelnde Arzt nicht weiß, ob es Schmerzen sind und wo eine Schmerzursache stecken könnte. "Verstopfung, Muskelanspannung und Sodbrennen sind häufige Schmerzursachen bei behinderten Kindern", berichtet Guido Bürk, Oberarzt an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln. Das auch Kinder im Wachkoma Anrecht auf eine Schmerztherapie haben, darin waren sich die Experten einig. Weltweit herrscht hierüber große Uneinigkeit.

Pressestelle auf der Tagung:
Festspielhaus Recklinghausen
Otto-Burmeister-Allee 1
45657 Recklinghausen
Tel: 02361-918-445
Fax.: 02361-918-444


Pressestelle vor und nach der Tagung:
Vestische Kinder- u. Jugendklinik Datteln
Dr. Boris Zernikow / Wilma Henkel
Dr.-Friedrich-Steiner-Str. 5
45711 Datteln
Tel.: 02363-975-180
Fax.: 02363-64211
Email: eigenes-leben@web.de
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