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Forschungspreis zur Ernährung Schwangerer geht nach Jena

28.09.2006 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Höchster Preis in der Geburtshilfe an Dr. Lydia Seyfarth aus dem Plazentalabor des Universitätsklinikums Jena verliehen (Jena) Heißhunger auf saure Gurken mit Erdbeereis ist zwar die bekannteste Ernährungsfolge einer Schwangerschaft, aber bei weitem nicht die einzige. Während der Schwangerschaft hat die Ernährung der werdenden Mutter auch Einfluss auf die Gesundheit des Ungeborenen. Der Speisezettel der ersten neun Monate könnte auch die Grundsteinlegung von Krankheiten begünstigen und Auswirkungen auf die Entwicklung des späteren Immunsystems oder die Allergieanfälligkeit des Kindes haben.

Für ihre Untersuchung dieser Zusammenhänge erhielt Dr. Lydia Seyfarth, Forscherin am Plazentalabor des Universitätsklinikums Jena (UKJ), jetzt den diesjährigen Forschungspreis der Stiftung "Frau-Kind-Gesundheit Dr. Rockstroh". Der mit 5500 Euro dotierte Preis der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) ist die höchste Forschungsförderung in der Geburtshilfe. Damit geht diese hochrangige Förderung bereits zum zweiten Mal innerhalb der letzten 10 Jahre an die Jenaer Geburtshilfe.

In ihrem ausgezeichneten Projekt zum Thema Ernährung in der Schwangerschaft untersucht Lydia Seyfarth den Einfluss von trans-Fettsäuren auf die Entwicklung des kindlichen Immunsystems im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojektes des Plazentalabors der Universitätsfrauenklinik und des Lehrstuhls für Ernährungsphysiologie der Universität Jena.

Vor allem der Einfluss der trans-Fettsäuren auf die fetale und frühkindliche Entwicklung ist dabei von großem Interesse. "Studien an Tiermodellen haben Hinweise geliefert, dass die in gehärteten Fetten auftretenden trans-Fettsäuren einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Immunsystems haben könnten", beschreibt Lydia Seyfarth die Ausgangslage. "Es gibt aber bisher keine Untersuchungen zu den Auswirkungen der trans-Fettsäuren auf die fetale Entwicklung beim Menschen." Die Forscher vermuten hier Antworten auf Fragen nach den Einflüssen der Ernährung der Mutter auf die Entwicklung des kindlichen Immunsystems.

trans-Fettsäuren finden sich nicht nur in Margarine, sie sind z. B. auch Bestandteil von Fertigprodukten oder Müsliriegeln. Wie viel dieser Fettsäuren Frauen in der Schwangerschaft zu sich nehmen, soll mit Hilfe eines Ernährungsprotokolls und der Fettsäureanalyse des mütterlichen Blutes geklärt werden. Die folgende Untersuchung des Nabelschnurblutes hingegen liefert wichtige Daten zum Transport der Fettsäuren über die menschliche Plazenta und zum Immunstatus des Kindes.

Nach zwei Jahren wird in einer Folgeuntersuchung erfragt, ob das Kind Anfälligkeiten zum Beispiel für bestimmte Allergien entwickelt, um dann Verbindungen zu den erhobenen Daten zur fetalen Fettsäurenversorgung zu ziehen. "Erste Daten aus einem Pilotprojekt liegen schon vor, jetzt starten wir aber dank der Förderung mit einer breiter angelegten Studie", so Lydia Seyfarth zum Stand des Projektes. In frühestens zwei bis drei Jahren, wenn die Daten der ersten Kinder vorliegen, sind erste Schlussfolgerungen zu den Auswirkungen der trans-Fettsäureaufnahme in der Schwangerschaft zu erwarten.

Ansprechpartnerin:
Dr. Lydia Seyfarth
Plazentalabor, Abt. Geburtshilfe, Klinik für Frauenheilkunde, UKJ
Tel.: 03641 / 934678
E-Mail: lydia.seyfarth[at]med.uni-jena.de

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