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"Spiel's noch einmal, Sam!" - Warum Filmpädagogik keine faule Ausrede der Lehrer ist

28.09.2006 - (idw) Universität Bremen

Welch einfacher Unterricht: man nehme eine Klasse und ein Kino, schaue gemeinsam einen Film und schon sind zwei Schulstunden gefüllt. Diese Bilder werden viele im Kopf haben, wenn sich Lehrer für die Vermittlung von Filmen und Kinoklassikern in der Schule stark machen. Dass unsere Kinder eine Kunsterziehung erfahren sollen, ist längst Konsens. Aber dies betrifft dann doch eher die klassische Malerei oder eine Einführung ins Theater, während Kino und Film in der Schule eine eher untergeordnete Rolle spielen. Mit Bedauern sehen das Medienpädagogen wie Professor Winfried Pauleit vom Institut für Kunstwissenschaft und Kunstpädagogik der Universität Bremen. Pauleit engagiert sich für schulische und außerschulische Filmerziehung. Das beginnt bei der Vor- und Nachbereitung des Kinobesuchs, betrifft die Ausbildung von Schülern, Studierenden und Lehrern zu einem interessierten, aber auch kritischen Publikum - und reicht bis zur eigenen kreativen Medienarbeit der Schüler und angehenden Lehrer. So kam es unter seiner Regie auch zur Entwicklung der neuen Reihe "Bremer Schriften zur Filmvermittlung" im Schüren Verlag, deren Herausgeber Pauleit ist.

In dieser Schriftenreihe, die auch als Lehr- und Lernmaterial für die Schulen konzipiert ist, erscheint aktuell der erste Band: die Übersetzung des filmpädagogischen Klassikers von Alain Bergala "Kino als Kunst - Filmvermittlung an der Schule und anderswo". Bergala war in Frankreich als staatlicher Filmberater tätig und damit an der Entwicklung eines nationalen Filmvermittlungskonzepts für Schulen maßgeblich beteiligt. Der Band wurde von Winfried Pauleit und seiner Mitarbeiterin Bettina Henzler mit einer Einführung und erläuternden Kommentaren ergänzt. Das Buch ist ein Meilenstein für die Filmpädagogik in Deutschland. Am 5. Oktober 2006 (14-15 Uhr) wird das Werk in Anwesenheit des Autors auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt.

Das Thema Filmerziehung hat auch bundesweit Konjunktur. Das zeigt unter anderem ein 2002 ins Leben gerufenes Projekt: "Lernort Kino. Bundesweite Schul-Film-Woche", an dem sich inzwischen jährlich elf Bundesländer beteiligen. In Bremen findet vom 19.- 23. März 2007 die zweite Schulfilm-Woche statt - mit einer deutschlandweiten Besonderheit. "In Bremen und Bremerhaven werden die Bestrebungen des Bundes hinsichtlich der schulischen Filmerziehung mit der wissenschaftlichen Begleitung durch die Universität umgesetzt. Dadurch entsteht eine fruchtbare Verbindung von Theorie und Praxis: der Film als Teil der Kunsterziehung fließt bei uns in die Lehrerbildung ein, die lokalen Kinos beteiligen sich an der Umsetzung und die Kolloquien zur Lehrerfortbildung dienen auch der Rückkopplung der Erfahrungen in die Wissenschaft", erläutert der Medienpädagoge Pauleit. "Filmklassiker wie Casablanca werden ebenso zum Forschungsobjekt wie so mancher weniger bekannte Autorenfilm: Davon profitieren alle Beteiligten; die Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer und letztlich auch die Wissenschaft."

Weitere Informationen:
Universität Bremen
Fachbereich Kulturwissenschaften
Institut für Kunstwissenschaft und Kunstpädagogik
Prof. Dr. Winfried Pauleit
Tel.: 0421 218-3133
E-Mail: pauleit@uni-bremen.de

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