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Zukunftsorientierte Pflege in Deutschland: Neuer dualer Studiengang Pflege. Kooperationsstudiengang der HAW Hamburg mit

29.09.2006 - (idw) Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Neue Organisationsformen, Themenschwerpunkte und Aufgabenfelder, die erweiterte Kompetenzen erfordern - sowie eine Persönlichkeitsbildung, die auf ein neues Selbst­bewusstsein der Pflegenden abzielt: die Studierenden, die zum Wintersemester 2006 das zukunftsorientierte duale Studium Pflege an der Hochschule für Angewandte Wissen­schaften Hamburg (HAW Hamburg) und dem Albertinen-Diakoniewerk (ADW) aufnehmen, werden im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen qualifiziert. Die Kooperationspartner passen mit dem dualen Studiengang Pflege die Qualifikation für Pflegeberufe dem akademischem Niveau der europäischen Entwicklung an. Gründe für die zunehmende Akademisierung der Pflege sind die Herausforderungen durch die stete Zunahme des Durchschnittsalters sowie von chronischen Krankheiten. Pflege­beratung und Patientenschulungen bekommen dadurch einen immer wichtigeren Stellenwert. Sie ermöglichen den Menschen, die eigenverantwortliche Selbstversorgung auch bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit aufrechtzuerhalten. Pflegende Angehörige, die derzeit den weitaus größten "Pflegedienst" in Deutschland übernehmen, sollen demnächst durch professionelle Pflege unterstützt werden. Darüber hinaus bringt der medizinische Erkenntniszuwachs auch neue Versorgungsrisiken mit sich. So ist es keine Seltenheit, dass ein Patient im Krankenhaus von zehn oder mehr Ärzten versorgt wird. Der Bedarf an integrativer Kooperation der Experten und Berufsgruppen ist damit gewachsen. Die patientennahe Stellung von Pflegenden im Krankenhaus legt nahe, ihnen eine größere Verantwortung bei der Patientensteuerung, Behandlungskoordination und Überleitung in anschließende Versorgungseinrichtungen zu übertragen.

Diese Herausforderungen bedürfen neuer Qualifikationen, die im Rahmen einer traditionellen Krankenpflegeausbildung nicht gewährleistet sind. Um ein entsprechendes Ausbil­dungsprofil zu schaffen, haben die HAW Hamburg und das Albertinen-Diakoniewerk (ADW) in dem neuen Studiengang Pflege ihre jeweiligen Stärken und Kompetenzen zusammengeführt. Das so genannte "Hamburger Studienmodell" weist dabei im Vergleich zu Kooperationsmodellen in anderen Bundesländern deutliche Unterschiede auf. "Dadurch, dass wir nicht wie in Berlin oder Hannover mit vielen Ausbildungsträgern Abstimmungen vornehmen mussten, ist uns ein Studien- und Ausbildungsplan mit nur wenigen Kompromissen und aus einem Guss gelungen", so Dr. Peter Stratmeyer, Mitbegründer des dualen Studiengangs Pflege und Professor für Pflegewissenschaft an der Fakultät Soziale Arbeit und Pflege der HAW Hamburg. Für die Studienkooperation ist das ADW beson­ders geeignet, da es in faktisch allen Bereichen pflegerischer Versorgung aktiv ist. Das Albertinen-Diakoniewerk e.V. unterhält neben Akutkrankenhäusern auch ein Geriatriezentrum, eine ambulante Rehabilitation, einen ambulanten Pflegedienst, eine stationäre Altenpflege und eine Einrichtung für Demenzkranke.

Der Duale Studiengang Pflege beginnt jetzt erstmals im Wintersemester 2006/2007 und führt zu dem europäischen "Bachelor of Arts". Die 30 aufgenommenen Studierenden be­sitzen während ihres achtsemestrigen Studiums einen doppelten Status. Neben ihrer Studienimmatrikulation erhalten sie einen Ausbildungsvertrag mit dem ADW. Obwohl die Studierenden zwei Abschlüsse erreichen, einen Ausbildungs- und einen Studienabschluss, ermöglichte die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz ein gemeinsames Prüfungsverfahren - eine weitere Besonderheit des "Hamburger Studienmodells".

Absolventinnen und Absolventen des Dualen Studiengangs Pflege bieten sich auf dem Arbeitsmarkt hochattraktive Beschäftigungsmöglichkeiten. "Die Praxis braucht dringend wissenschaftlich qualifizierte Pflegende. Durch neue Organisationsmodelle der pflegerischen Versorgung richten sich die Einrichtungen bereits heute auf die neuen Absolventinnen und Absolventen ein", so die Pflegedirektorin des Albertinenkrankenhauses, Claudia Sanmann. Neben dem professionellen Berufsfeld "an der Seite von Kranken und Pflegebe­dürftigen" (Peter Stratmeyer) ermöglicht der Studiengang den Absolventinnen und Absolventen auch eine weitergehende pflegewissenschaftliche Karriere in entsprechenden Master- und Promotionsstudiengängen.

Prof. Dr. Fokko ter Haseborg, Vorstandvorsitzender Albertinen-Diakoniewerk e.V.: "Mit dem neuen dualen Studiengang Pflege machen wir die Studierenden fit für die neuen Management- und Expertenfunktionen, die Pflege innerhalb der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, in der Beratung, der Prävention und dem Netzwerk-Management übernimmt. HAW und Albertinen-Diakoniewerk stehen gemeinsam für fundierte, anspruchsvolle Ausbildung - auf akademischem Niveau und dennoch praxisnah."

Präsident der HAW Hamburg, Prof. Dr. Michael Stawicki: "Wir sind als praxisorientierte wissenschaftliche Einrichtung stolz auf diese Kooperation mit dem Albertinen Diakoniewerk e.V., dem sein guter Ruf als hochkompetente medizinische Einrichtung vorauseilt. Die Kooperation unserer zwei Einrichtungen synthetisiert Kompetenzen und Stärken und schafft das längst eingeforderte zukunftsorientierte Studienmodell einer aka­demisierten Pflege. Wie schon bei unserer Studienkooperation mit anderen bekannten Hamburger Einrichtungen hat sich gezeigt, dass es Menschen sind, die hier aufeinander zugehen und diese Verbindungen und Brücken unter renommierten Einrichtungen aufbauen. Ich empfinde diese Aktivität als vorbildlich und begrüße sie deshalb ausdrücklich."


HAW Hamburg, Fakultät Soziale Arbeit und Pflege, Prof. Dr. Peter Stratmeyer, Tel. 040.428 75-7107; studiengang-pflege@sp.haw-hamburg.de

Albertinen-Schule, Karin Schiller (Schulleitung, Tel. 040.55 81-1756, karin.schiller@albertinen.de, Postanschrift: Sellhopsweg 18-22, 22459Hamburg

Albertinen-Diakoniewerk, PR und Unternehmenskommunikation: Gabi Stoltenberg, Tel. 040.55 88-2485, gabi.stoltenberg@albertinen.de
Weitere Informationen: http://www.haw-hamburg.de
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