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Geschichte, Kultur, Kunst des ehemaligen Kollegiatstifts St. Moritz in Augsburg

04.10.2006 - (idw) Universität Augsburg

Mit knapp 30 Beiträgen und 250 Abbildungen auf über 600 Seiten gibt der soeben im Kunstverlag Josef Fink erschienene Band einen umfassenden Überblick.
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Das 1019 von Brun von Augsburg gegründete Kollegiatstift St. Moritz, das nach seiner Auflösung im Jahre 1803 bis heute als Pfarrei fortlebt, gehört ohne Zweifel zu den großen Unbekannten in der Augsburger Sakraltopographie. Weder die Geschichte des Kollegiatstifts noch die wechselvolle Architektur- und Ausstattungsgeschichte seiner Kirche, die auf Grund der starken Schäden des Zweiten Weltkriegs an dieser selbst nur noch schwer nachzuvollziehen sind, haben in der Forschung bislang größere Aufmerksamkeit erfahren. Die sich hieraus ergebende Lücke in der Augsburger Kirchen- und Stadtgeschichte zu schließen, ist Anliegen eines jetzt von dem Augsburger Kulturhistoriker Gernot Michael Müller im Kunstverlag Josef Fink herausgegebenen Bandes. Auf 616 Seiten und mit knapp 250 Abbildungen geben namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dreißig Beiträgen erstmals einen umfassenden Überblick über die Geschichte des Kollegiatstifts St. Moritz sowie der Architektur- und Kunstgeschichte seiner Kirche. Der inhaltliche Rahmen des Sammelbandes ist bewusst breit gewählt: Das Buch bietet zunächst einen Überblick über die Geschichte des Kanonikerstifts im Allgemeinen vom Frühmittelalter bis zum Ende des Alten Reichs. Bevor die noch kaum erforschte Gründung von St. Moritz in Augsburg ausführlich behandelt wird, erfahren Entstehung und Ausbreitung des Mauritiuskults in Spätantike und Frühmittelalter eingehende Darstellung. Das Hauptaugenmerk der historischen Abteilung des Bandes gilt indes der Geschichte des Stifts in Spätmittelalter und Früher Neuzeit bis zu seiner Auflösung in der Säkularisation. So werden die Rolle von St. Moritz in der Reformation, seine Position innerhalb der Fuggerschen Stiftungen sowie seine Bedeutung in der Kultur- und Geistesgeschichte der Frühen Neuzeit aufgezeigt. Die architektur- und kunstgeschichtliche Sektion findet ihren Schwerpunkt in der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Barockausstattung der Kirche, untersucht aber auch die zentralen Schritte ihrer Architektur- und Kunstgeschichte vor der Umgestaltung im 18. Jahrhundert. Durch die reichhaltige Ausstattung des Sammelbandes mit bislang unveröffentlichtem Bildmaterial erhalten die verlorenen Bauzustände der Kirche dabei erstmals eine umfassende Dokumentation.

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Gernot Michael Müller (Hg), Das ehemalige Kollegiatstift St. Moritz in Augsburg (1019-1803). Geschichte, Kultur, Kunst, Lindenberg im Allgäu: Kunstverlag Josef Fink, 2006. 616 Seiten, 242 Abbildungen, ISBN 3-89870-227-0, 978-3-89870-227-0.
39,- Euro.
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INHALT:

o Gernot Michael Müller: St. Moritz in Augsburg - Eine Stiftskirche und ihre Geschichte im Wandel der Zeiten (1019-1803).

I. Zur Geschichte des Kanonikerstifts im deutschen Sprachraum vom Frühmittelalter bis zur Säkularisation

o Sönke Lorenz: Stiftskirchen vom Frühen Mittelalter bis in die Zeit der Reformation. Ein historischer Überblick.
o Stefan Benz: Das Säkularkanonikerstift in der Frühen Neuzeit - überkommene Struktur oder lebendige Institution?

II. Die Anfänge der Mauritiusverehrung und ihre Ausbreitung im Frühmittelalter

o Beat Näf: Die Anfänge der Mauritius-Verehrung.
o Hans Reinhard Seeliger: Die Verehrung des hl. Mauritius und der Thebäer von der Spätantike bis in die ottonisch-salische Zeit und die Translation ihrer Reliquien durch Ulrich von Augsburg.

III. Geschichte und Kultur des Kollegiatstifts St. Moritz in Augsburg (1019-1803)

o Peter Geffcken und Helmut Zäh: Bischof Brun und die Gründung des Stifts St. Moritz.
o Peter Geffcken: Die Altäre von St. Moritz und ihre Stifter im Spätmittelalter.
o Rolf Kießling: Pfarrgemeinde und Zeche bei St. Moritz - Die Mitwirkung der Laien in einer zentralen Pfarrei der Stadt.
o Benjamin Scheller: Prädikatur und Pfarrgemeinde (1517-1555).
o Franz A. Karg: "Weil sie viel mit kirchlichen Benefizien und dem Kaiser zu tun haben" - St. Moritz und die Fuggersche Prädikaturstiftung.
o Wolfgang Wüst: Frühmoderner geistlicher Regierungsstil im Kollegiatstift St. Moritz im Spiegel der Kapitelsprotokolle.
o Alexandra Kohlberger: "ainem Ehrwürdigen Capitl zu S. Morizen in Augspurg gehörig" - Die Besitzungen von St. Moritz im Landkreis Augsburg.
o Wolfgang E. J. Weber: St. Moritz und die katholische Reform des 18. Jahrhunderts: Giovanni Battista Bassi (1713-1776).
o Johannes Hoyer: Zur liturgischen Figural-Musik im Stift St. Moritz im 18. Jahrhundert.
o Helmut Gier: St. Moritz in Reisebeschreibungen aus der Frühen Neuzeit.
o Peter Fleischmann: Das Ende des Kollegiatstifts St. Moritz 1802/03.

IV. Architektur- und Ausstattungsgeschichte des Kirchenbaus von St. Moritz

o Franz Bischoff: Architektur- und Ausstattungsgeschichte von St. Moritz von den Anfängen bis zur Barockisierung.
o Friedrich Kobler: Die Stuckfragmente des Mittelalters in St. Moritz.
o Freya Strecker: Die Altarausstattung von St. Moritz vom Spätmittelalter bis zum Dreißigjährigen Krieg.
o Thomas Eser: Georg Petels Bildhauerarbeiten für die Moritzkirche.
o Christoph Bellot: Die Apostelfiguren von Ehrgott Bernhard Bendel in St. Moritz.
o Meinrad von Engelberg: "Die S. Moritzen Kirchen gantz und gar schön renuviert." - Zur "Barockisierung" der Stiftskirche durch Johann Jakob Herkomer.
o Wolfgang Augustyn: Die Decken- und Wandgemälde in der Stifts- und Pfarrkirche St. Moritz.
o Hermann Fischer und Theodor Wohnhaas: Zur Geschichte der Orgeln in Augsburg, St. Moritz.
o Stefan U. Kling, OPraem: Die Glocken von St. Moritz in Augsburg.
o Markus Würmseher: Der Wiederaufbau von St. Moritz nach 1945 vor dem Hintergrund des allgemeinen Aufbaus sakraler Architektur in Augsburg und des Wirkens von Dominikus Böhm.

V. Der Kirchenschatz von St. Moritz

o Melanie Thierbach: Goldschmiede-Arbeiten im Kirchenschatz St. Moritz.
o Norbert Leudemann: Der Paramentenschatz der Stadtpfarrkirche St. Moritz in Augsburg.

VI. Anhang

o Peter Geffcken: Die Pröbste, Dekane und Pfarrer von St. Moritz (11. Jh.-2006).
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DER HERAUSGEBER:
Gernot Michael Müller, Dr. phil., hat Klassische Philologie, Germanistik und Italianistik an den Universitäten München und Venedig studiert. Nach Tätigkeiten an der Universität München und der Freien Universität Berlin sowie Lehraufträgen an der Venice International University San Servolo (Venedig) arbeitet er aktuell an der Universität Augsburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Literatur und der Kulturgeschichte von Antike und Früher Neuzeit, hier insbesondere von Renaissance und Humanismus.

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KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:
Dr. Gernot Michael Müller
Lehrstuhl für Europäische Kulturgeschichte
Universitätsstraße 10
86159 Augsburg
gernot.mueller@phil.uni-augsburg.de

http://www.kunstverlag-fink.de

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