Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 18. April 2014 

Frankfurter Forscher für Arbeit über Antibiotikaresistenz von Keimen prämiert

05.10.2006 - (idw) Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

PD Dr. Dr. Thomas A. Wichelhaus und seine Forschergruppe am Frankfurter Uniklinikum erhalten Paul-Wolfgang-Stille-Preis Den diesjährigen Wolfgang-Stille-Preis der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG) erhielten am 15. September PD Dr. Dr. Thomas A. Wichelhaus, Dr. Silke Besier und PD Dr. Dr. Albrecht Ludwig aus dem Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Frankfurt am Main. Die Forscher wurden für ihre Arbeit über Antibiotikaresistenz und deren Einfluss auf die biologische Konstitution von Bakterien ausgezeichnet.

Die Arbeit der Forschergruppe widmete sich insbesondere der Frage, warum Bakterien ihre Resistenz gegen Antibiotika über einen langen Zeitraum halten können. Die Forscher konnten herausfinden, dass Antibiotikaresistenz bei Bakterien, ausgelöst durch Erbgutveränderungen, von ungünstigen Nebenwirkungen für den Stoffwechsel dieser Bakterien begleitet wird. Von der evolutionsbiologischen Logik her müssten diese Nebenwirkungen langfristig zum Aussterben der Bakterien führen - was jedoch nicht der Fall ist. Warum und wie solche resistenten Bakterien diese Schwächung kompensieren, konnten die Frankfurter Forscher am Beispiel des Entzündungskeims Staphylococcus aureus und der Fusidinsäure-Resistenz zeigen.

Aus der Presserklärung der PEG zur prämierten Forschungsarbeit geht hervor, dass Bakterien in der Lage sind, "die Kosten der Antibiotikaresistenz durch evolutionäre Veränderungen im bakteriellen Genom zu kompensieren". Die mit dem Resistenzerwerb verbundene Schwächung der Bakterien äußere sich in einer verminderten Wachstumsrate, reduzierter Invasivität oder einem Virulenzverlust; die Adaptation an diese physiologischen Kosten durch "kompensatorische Mutationen" ermögliche es den Bakterien jedoch, den Resistenzmechanismus langfristig zu etablieren. "Da die Resistenz aus Sicht des Bakteriums keinen evolutionären Nachteil darstellt, sobald eine Adaptation vollzogen wurde, folgt aus den Ergebnissen, dass Antibiotikaresistenz nicht vollständig eliminiert werden kann", resümiert die PEG das Ergebnis der Frankfurter Forschungsarbeit.

Mit dem Wolfgang-Stille-Preis, gestiftet von Sanofi-Aventis, würdigt die Paul-Ehrlich-Gesellschaft den Infektiologen und früheren Vorsitzenden der PEG, Professor Dr. Wolfgang Stille (1935-2004). Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen der 20. Jahrestagung der PEG am 15. September in Bonn. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und prämiert herausragende Forschungsarbeiten auf den Gebieten Infektiologie und Medizinischen Mikrobiologie.

Frankfurt am Main, 05. Oktober 2006

Für weitere Informationen:

PD Dr. Dr. Thomas A. Wichelhaus
Institut für Medizinische Mikrobiologie und
Krankenhaushygiene
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 63 01 - 64 38
Fax (0 69) 63 01 - 57 67
E-Mail Wichelhaus@em.uni-frankfurt.de

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de
Internet http://www.kgu.de

uniprotokolle > Nachrichten > Frankfurter Forscher für Arbeit über Antibiotikaresistenz von Keimen prämiert
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/125171/">Frankfurter Forscher für Arbeit über Antibiotikaresistenz von Keimen prämiert </a>