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Helmholtz-Research-School nimmt Arbeit auf

06.10.2006 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Graduiertenausbildung im Bereich der Schwerionenforschung auf höchstem Niveau FRANKFURT. Zu Vorlesungsbeginn des Wintersemesters neh-men die ersten Doktorandinnen und Doktoranden der neuen "Helmholtz-Research-School for Quark Matter Studies in Heavy Ion Collisions"" mit ihrem Studium. Das Graduierten-Kolleg will hochbegabten Graduierten aus dem In- und Aus-land durch eine strukturierte Ausbildung für eine Karriere in Wissenschaft oder Wirtschaft in besonderer Weise qualifizieren. Die Helmholtz-Research-School ist Teil des Forschungsschwerpunkts 'Schwerionenphysik' der Universität Frankfurt, der von der Universität und dem Land Hessen in besonderer Weise gefördert wird.

Vizepräsident Prof. Horst Stöcker: "Dieser Erfolg für die Förderung der Schwerionenforschung an der Universität, im Rahmen der kompetitiven Helmholtz-Exzellenzinitiative, bestätigt die Strategie unserer Universität, auf starke Leuchttürme der Forschung zu bauen. Die exzellente Computer-Infrastruktur für anspruchsvolle Modellrechnungen, sowie der Labors und Werkstätten des Stern-Gerlach-Zentrums für den Detektor- und Beschleunigerbau haben ebenso wie die Qualität der Forscher am Fachbereich Physik und am FIAS erheblichen Anteil an diesem Erfolg!"

Wissenschaftliches Thema des Kollegs ist die Beschäftigung mit Kern- und Hadronenphysik. Das Graduiertenkolleg soll jungen Forscherinnen und Forschern der Schwerionenforschung und der Hadronenphysik ein internationales und interdisziplinäres Umfeld bieten. Im Mittelpunkt steht die Erforschung von hochenergetischen Kollisionen von Schwerionen. Die Wissenschaftler aus der Universität Frankfurt und der Gesellschaft für Schwerionenforscung (GSI) erforschen im Labor in Stößen zwischen nahezu lichtschnellen Atomkernen die Eigenschaf-ten der superdichten, heißen Elementar-Materie aus Quarks und Kernbausteinen, die bei der Geburt des Universums existierte. Der Nachweis des Urknalls vor knapp 14 Milliarden Jahren selbst wurde gerade in der letzten Woche mit dem Nobelpreis für Physik des Jahres 2006 belohnt.

Im Rahmen des Kollegs sind die Doktorandinnen und Doktoranden in Experimente am neuen "Large-Hadron-Collider" (LHC) am CERN in Genf, Schweiz, und an der Entstehung des internationalen Beschleunigerzentrums FAIR (Facility for An-tiproton and Ion Research) an der GSI, sowie deren theoretische Beschreibung eingebunden. Sie können zudem auf die neuen Hochleistungsrechner des "Center for Scientific Computing" und die Einrichtungen des Stern-Gerlach-Zentrum zurückgreifen, die beide auf dem Campus Riedberg angesiedlet sind. Damit wird eine heranwachsende Wissenschaftlergeneration auf die Erforschung der Materie mit Hilfe großer Beschleuni-geranlagen vorbereitet.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Graduierten-Kollegs kommen aus 11 verschiedenen Ländern, von Deutschland bis China. Die gemeinsame Sprache in der täglichen Arbeit und in den Lehrveranstaltungen ist Englisch. Die jungen Wissenschaftler mussten sich gegen starke Konkurrenz durchsetzen: Aus mehr als 140 Bewerbern aus dem In- und Ausland wurden die ersten 25 Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt.

Pro Jahrgang kann das Kolleg bis zu 25 Teilnehmer aufnehmen, insgesamt ist eine Förderdauer von sechs Jahren für zwei Doktoranden-Generationen vorgesehen. Das Promotionsrecht liegt an der jeweiligen Hochschule. Das Frankfurter Graduierten-Kolleg ist eines von drei Pilotprojekten, die im März 2006 den Zuschlag zur Förderung durch die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren erhalten haben. Die Kollegs werden mit je 1,8 Millionen Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. "Doktorandinnen und Doktoranden sind unverzichtbar für die Forschung. Mit den Helmholtz-Kollegs wollen wir ihre Ausbildung systematisch verbessern. Dazu gehört eine optimale Betreuung ebenso wie die Einbindung in über-greifende Fragestellungen in einem wissenschaftlich anspruchsvollen Umfeld", so Prof. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. "Wir wollen zudem ergänzende Fertigkeiten in der Organisation, Steuerung und Qualitätssicherung vermitteln. Beides - fachliche Ausbildung und ergänzendes Training - bereiten auf den weiteren Berufsweg in Wissenschaft und Wirtschaft vor." Das Kolleg ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), Darmstadt, der Johann Wolfgang Goethe-Universität und des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS). Die GSI in Darmstadt-Wixhausen ist das einzige Großforschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft in Hessen.

Die Eröffnung der "Helmholtz-Research-School" wird mit einem Symposium am 9. Oktober 2006 um 13 Uhr an der GSI gefeiert. Neben Beiträgen von Vertretern der Helmholtz-Gemeinschaft und der beteiligten Institute werden zwei Festvorträge die neuen Studierenden auf ihre neuen Aufgaben einstimmen: Prof. Berndt Mueller von der Duke Universität in Durham, USA, wird einen Vortrag zum aktuellen Wissensstand der theoretischen Physik im Bereich der Schwerionenforschung halten. Anschließend wird Prof. Reinhard Stock einen Einblick in experimentelle Ergebnisse geben.

Kontakt: Henner Büsching; Koordinator: Helmholtz Research School; Institut für Kernphysik; Campus Riedberg. Max-von-Laue-Str. 1, 60438 Frankfurt

Eröffnungssymposium

Wann? Montag, 9. Oktober, 13 Uhr
Wo? Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), Planckstr 1., 64291 Darmstadt

Programm

13.30 Uhr Begrüßung
o Prof. Harald Appelshäuser, Direktor, Helmholtz-Research-School, Frankfurt

Eröffnung
o Prof. Karlheinz Langanke, Wissenschaftlicher Direktor, GSI, Darmstadt


Grußworte
o Dr. Sebastian Schmidt, Geschäftsführer, Helmholtz Gemeinschaft, Berlin
o Prof. Horst Stöcker, Vizepräsident, Universität Frankfurt, Frankfurt

Einführung
o Dr. Henner Büsching, Koordinator' Helmholtz-Research-School, Frankfurt

Vorträge
o Prof. Berndt Mueller, Duke University, Durham, USA
"Some Like It Hot: The quark- gluon plasma at RHIC and LH(I)C"
o Prof. Reinhard Stock, Universität Frankfurt
"Hadron Production in Relativistic Nuclear Collisions"

16 Uhr Empfang

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