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Deutscher Herzbericht 2005: Bessere Versorgung, höhere Überlebensrate, weniger Todesfälle und sinkende Krankheitskosten

07.10.2006 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

30. Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, 17. Jahrestagung der Arbeitsgruppen Herzschrittmacher und Arrhythmie; 5. bis 7. Oktober, Nürnberg Nürnberg, Samstag 7. Oktober 2006 - "Während bei den Herz-Kreislauf-Krankheiten die Zahl der stationären Patienten, die Zahl der Gestorbenen und die Krankheitskosten gesunken sind, haben die diagnostischen Leistungen weiter zugenommen", so Dr. Ernst Bruckenberger, Autor des auf dem Kardiologenkongress in Nürnberg vorgestellten "Herzbericht 2005".

Diese Entwicklung bei Diagnostik und Therapie geht Hand in Hand mit einem deutli-chen Rückgang von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen. Bei den stationären Krankenhausfällen war von 2002 bis 2004 ein Rückgang von 5,9 Prozent zu verzeichnen, bei der Zahl der Verstorbenen um 7,3 Prozent.

"Die Fortschritte der modernen Kardiologie tragen dazu bei, dass sowohl die Le-bensqualität als auch die Lebensdauer deutlich gesteigert werden konnten", sagt Prof. Dr. Rainer Dietz (Berlin), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. "So stieg die Lebenserwartung in Deutschland zwischen den Jahren 1980 und 2000 um 5,75 Jahre, davon 2,62 Jahre - also fast die Hälfte - in Folge der Fortschritte in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Krankheiten."

Der Herzbericht analysiert jährlich die Morbidität und Mortalität sowie die Angebote und Leistungen der Herzmedizin in Zusammenhang mit ischämischen Herzkrankheiten (z. B. Herzinfarkt, Angina Pectoris), Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmus-störungen, Herzinsuffizienz und angeborenen Herzfehlern.

2005 standen in Deutschland insgesamt 603 so genannte Linksherzkatheter-Messplätze für Kinder und Erwachsene zur Verfügung, also 3,8 Prozent mehr als im Jahr davor. "Die diagnostischen Linksherzkatheteruntersuchungen stehen in Zu-kunft verstärkt in Konkurrenz zu den modernen nicht-invasiven Verfahren wie zum Beispiel der kardialen Magnetresonanztomographie, die weniger belastend, aber nicht unbedingt kostengünstiger sind", erklärt Prof. Dietz. "Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie unterstützt ausdrücklich die weitere Entwicklung dieses nicht-invasiven Verfahrens mit dem Ziel, die diagnostischen Herzkatheteruntersuchungen in Zukunft reduzieren zu können."

Notfall-Versorgung: Rasche Intervention verringert Sterblichkeit

Zugleich stieg im Berichtszeitraum die Zahl der Linksherzkatheter-Untersuchungen um 7,9 Prozent auf 772.137 Untersuchungen und die Zahl der Ballondilatationen um 8,9 Prozent auf 270.964. Bei der Implantation von Stents zur Erweiterung verengter Gefäße gibt es eine steigende Tendenz: 2005 wurden mit insgesamt 230.580 um 13,6 Prozent mehr Stents eingesetzt als 2004, der Anteil der Arzneimittel beschichteten Stents (DES) hat sich im Vergleich zum Jahr davor von 13 auf 28 Prozent erhöht.

"Bei der Betrachtung der therapeutischen Leistungszahlen begründen die vorliegen-den Zahlen nicht zwangsläufig die Annahme einer Überversorgung", kommentiert der DGK-Präsident. "Besonders in der Notfall-Versorgung von Patienten mit akutem Koronarsyndrom konnte in den vergangenen Jahren international wiederholt belegt werden, dass eine möglichst rasche Indikationsstellung zur Linksherzkatheteruntersuchung mit der dazugehörigen therapeutischen Intervention zu einer weiteren Reduktion der Sterblichkeit der Patienten führt."

Besonders erfreulich: Zum Teil Rückgang bei den Krankheitskosten

Trotz der kontinuierlichen Zunahme an Leistungen der Herzmedizin, die für Betrof-fene zu einem deutlichen Gewinn an Lebensjahren und Lebensqualität führen, steigen die Kosten für die Versorgung in einigen Bereichen der Kardiologie nicht oder nur geringfügig an, berichtet Dr. Bruckenberger. "Von 2002 bis 2004 haben die Krankheitskosten, entgegen dem bei anderen Krankheitsbildern meist anders verlaufenden Trend, für die ischämischen Herzkrankheiten um 5,5 Prozent und für die angeborenen Herzfehler um 3,2 Prozent abgenommen." Bei der Herzinsuffizienz kam es zu einem geringfügigen Anstieg von 0,9 Prozent.


Kontakt:

Prof. Dr. Eckart Fleck, Berlin (Pressesprecher der DGK)

Christiane Limberg, Düsseldorf (Pressereferentin der DGK), D-40237 Düsseldorf, Achenbachstr. 43, Tel.: 0211 / 600 692 - 61; Fax: 0211 / 600 692 - 67;
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Roland Bettschart, Bettschart & Kofler Medien- und Kommunikationsberatung GmbH; Mobil: 0043-676-6356775; bettschart@bkkommunikation.at

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Weitere Informationen: http://www.dgk.org
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