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Christliche Spiritualität im indischen Kontext

10.10.2006 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Prof. Clemens Mendonca ist Gastprofessorin von "Theologie interkulturell" im Studienjahr 2006 FRANKFURT Kaum ein anderes Land versammelt und bewahrt solch eine ethnische, kulturelle, sprachliche und religiöse Vielfalt wie Indien. Doch ist nicht so sehr Indiens fünftausendjährige Geschichte und Tradition weltweit medial präsent, sondern das indische Potential an Informationstechnologie, vor allem aber die großen sozialen Probleme, kulturell und religiös begründete Konflikte, Terroranschläge und Katastrophen im zweitgrößten Land der Welt. Über eine Annäherung an Indien auf literarischer Ebene im Rahmen der Frankfurter Buchmesse hinaus ist die Beschäftigung mit der kulturellen und religiösen Welt Indiens mehr als lohnend, zumal die Frage nach Kultur und Religion in Indien notwendig interkulturell und interreligiös zu stellen ist.

"Theologie interkulturell" am Fachbereich Katholische Theologie konnte für das Studienjahr 2006 Frau Prof. Clemens Mendonca aus Pune/Indien als Gastprofessorin gewinnen. Sie wird authentisch in diesen überaus spannenden und vielfältigen Kontext einführen. Neben einer öffentlichen Vorlesungsreihe in deutscher Sprache wird sie ein begleitendes Seminar und ein Oberseminar abhalten und Gelegenheit zum wissenschaftlichen Austausch geben.

Prof. Clemens Mendonca, geboren am 29. Dezember 1949 in Karnataka/Mangalore, Indien, ist seit 1993 Geschäftsführende Direktorin des Institute for the Study of Religion, einem Forschungsinstitut in Pune, in dessen Zentrum die Förderung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs steht. Darüber hinaus ist sie Dozentin im Kontext theologischer, religionspädagogischer und katechetischer Programme der Asiatischen Bischofskonferenz (Federation of Asian Bishop's Conferences/FABC), deren theologische Beraterin sie seit Jahr 2004 ist. Dort ist sie für ökumenische und interreligiöse Fragen zuständig. Als Expertin für Bildungs-, Kultur- und Religionsfragen nimmt sie auch über den indischen Kontext hinaus in ganz Asien diplomatische Aufgaben in sowohl kirchlicher als auch bildungspolitischer Perspektive wahr. Ein durchgängiger Schwerpunkt in ihrer theologischen Forschungstätigkeit und in den von ihr begleiteten Projekten bildet die Frage nach der Rolle und Stellung der Frau im indischen multikulturellen und multireligiösen Kontext.

Seit 1992 besteht zwischen dem von Professorin Clemens Mendonca geleiteten Institut und dem Fachbereich Katholische Theologie ein Kooperationsvertrag, in dessen Rahmen bisher vier interreligiöse Konferenzen stattfanden, die gemeinsam mit Frankfurter Professoren des Fachbereichs in Pune vorbereitet und durchgeführt wurden. Prof. Mendonca war umgekehrt schon mehrfach auf Einladung von "Theologie interkulturell" zu Gastvorträgen und als Referentin bei Symposien an der Universität zu Gast.

Prof. Clemens Mendonca studierte von 1976 bis 1980 Katholische Theologie am St. Peter's Pontifical Institute of Theology in Bangalore, das sie mit dem Grad eines Bachelors in Theologie abschloss. Von 1991 bis 1993 nahm sie nach zehnjähriger Bildungs- und Ausbildungstätigkeit in ihrem Orden (Sisters of St. Anne) erneut das Studium der Theologie auf, das sie mit dem Grad eines Masters of Theology (M.A.) am Pontifical Institute of Philosophy and Theology Jnana Deepa Vidyapeeth in Pune abschloss. Nach dem Masterstudium wurde Clemens Mendonca aktives Mitglied der Ashirvad Community in Pune. Die Organisation macht es sich zur Aufgabe, dem Versöhnungsprozess von Menschen, Kulturen und Religionen in Indien zu dienen und dafür Programme und Projekte zu konzipieren und zu begleiten.

Von 1997 bis 2001 absolvierte sie ein Postgraduiertenstudium in Katholischer Theologie im Arbeitsbereich Praktische Theologie/Religionspädagogik an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen, in dessen Rahmen sie eine Dissertation zum Thema Symbol and Interreligious Dialogue in Raimon Panikkar and their Relevance for Interreligious Education in India anfertigte und ihre Promotion zum Doktor der Theologie mit der höchsten Auszeichnung abschloss.

Programm

Christliche Spiritualität im indischen Kontext
Der Beitrag einer Minderheitenreligion zum interreligiösen Lernen

o Indien - ein multikultureller und multireligiöser Kontext
Religiöse, soziale und ökologische Bewegungen in Indien
o Zur Auffassung von Leben in den asiatischen Religionen und im Christentum
o Die Feier des Lebens in den indischen Religionen
o Der Beitrag der asiatischen Kirchen zur Weltkirche
o Mission - ein dialogischer Ansatz von Geben und Empfangen
o Gerechtigkeit als missionarische Aufgabe. Die Selbst-Entdeckung
der indischen Frau
o Mit und von den anderen Religionen lernen: Interreligiöse Bildung
und Erziehung
o "Vom Geist gesandt": Spiritualität als Kontemplation in Aktion

Vorlesungen (mit Diskussion):
Ab 18. Oktober jeweils mittwochs, 16 bis 18 Uhr, Nebengebäude, Raum 1.741b, Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt.

Begleitseminar zur Gastvorlesung "Theologie interkulturell" (in Kooperation mit Prof. Thomas Schreijäck)
Interreligiöse Bildung und Erziehung im Kontext Indiens
Herausforderungen, Ansätze und Erfahrungen
Dienstags, 14 bis 16 Uhr, Nebengebäude, Raum 1.731 (ab 24.10.);
Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt.

Oberseminar für Postgraduierte (in Kooperation mit Prof. Thomas Schreijäck)
Impulse aus Indien zum interreligiösen und interkulturellen Dialog
(in deutscher und englischer Sprache)

Montags, 6. und 27. November, 11. Dezember; Einzeltermine, 16 bis 19 Uhr, Nebengebäude, Raum 1.731, Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt.

Studientag Samstag 9.12., 10 bis 17 Uhr

Kontakt: Prof. Thomas Schreijäck; 1. Vorsitzender von 'Theologie interkulturell', Fachbereich Katholische Theologie; Universität Frankfurt; Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt; Tel.: 069/798-33341 oder -33340; Fax: 069/798-33353; E-Mail: Schreijaeck@em.uni-frankfurt.de
Weitere Informationen: http://www.theologie-interkulturell.de
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