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Gute Ausbildung fördert positive Einstellung gegenüber Zuwanderern

16.10.2006 - (idw) Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

Wer über eine gute Schulbildung verfügt, ist Zuwanderern gegenüber durchschnittlich positiver eingestellt. Dies zeigt eine aktuelle Studie des RWI Essen. Sie wertet Befragungen aus 20 europäischen Ländern aus. Demnach sind die Schweden Zuwanderern gegenüber am positivsten eingestellt, Deutschland findet sich im unteren Mittelfeld. Die Untersuchung zeigt, dass europäische Länder vor allem in ihre Schulbildung investieren sollten, um eine positivere Einstellung gegenüber Zuwanderern zu fördern. Eine gute Schulbildung ist das Fundament für eine positive Einstellung gegenüber Zuwanderern. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des RWI Essen. Dabei erwies sich keiner der anderen untersuchten Faktoren - beispielsweise Alter, Wohnort oder Beschäftigungsstatus - als so bestimmend wie die Schulbildung. Zudem hat nicht nur die eigene, sondern auch die Schulbildung der Eltern einen maßgeblichen Einfluss auf die Einstellung gegenüber Zuwanderern. Sie ist umso positiver, je höher der erreichte Schulabschluss der Eltern ist.

Grundlage der Untersuchung waren Daten des "European Social Survey" (ESS) aus 20 europäischen Ländern. Dabei wurden die jeweiligen Staatsbürger zu ihrer Einstellung gegenüber Zuwanderern befragt.

Schweden sind am positivsten eingestellt

Allerdings haben auch andere Faktoren einen Einfluss. So sind beispielsweise Bewohner ländlicher Gegenden Zuwanderern gegenüber durchschnittlich negativer eingestellt als Stadtmenschen, ältere Personen sind Zuwanderern gegenüber durchschnittlich negativer eingestellt als jüngere. Geschlecht und Arbeitsmarktstatus spielen hingegen offenbar kaum eine Rolle, lediglich in Deutschland und Italien sind Arbeitslose Zuwanderern gegenüber durchschnittlich negativer eingestellt als Menschen mit Beschäftigung.

Der Vergleich zwischen den untersuchten Ländern zeigt, dass die Schweden die positivste Einstellung gegenüber Zuwanderern haben, am unteren Ende der Skala rangieren Griechenland, Ungarn und Slowenien. Deutschland findet sich im unteren Mittelfeld, es belegt von den 20 untersuchten Ländern den 14. Platz. Dabei ist zu beachten, dass den Befragten zwar in allen Ländern die gleichen Fragen gestellt wurden, dies aber in der jeweiligen Landessprache geschah. Schon geringfügig andere Wortbedeutungen könnten zu abweichenden Ergebnissen führen, ohne dass die grundlegende Einstellung eine andere ist.

Europa braucht Zuwanderung

Die europäischen Gesellschaften werden aufgrund ihrer demographischen Entwicklung in Zukunft verstärkt auf hoch qualifizierte Zuwanderer angewiesen sein. Es ist daher in ihrem Sinne, dass ihre Bevölkerungen Zuwanderern gegenüber positiv eingestellt sind, damit sie im Wettbewerb um hoch qualifizierte Zuwanderer bestehen können. Die Ergebnisse der Studie belegen die wichtige Rolle der Schulbildung: Sie trägt nicht nur zu besseren Verdienstmöglichkeiten im späteren Leben bei, sondern fördert auch eine differenzierte und im Ergebnis positivere Einstellung gegenüber Zuwanderern.


Ihre Ansprechpartner dazu:
Michael Fertig Tel.: (0201) 8149-201
Sabine Weiler (Pressestelle) Tel.: (0201) 81 49-213

Dieser Pressemitteilung liegt das RWI : Discussion Paper No. 47 mit dem Titel "Identifying the Determinants of Attitudes towards Immigrants - A Structural Cross-Country Analysis " zugrunde. Es ist unter www.rwi-essen.de/dp als pdf-Datei erhältlich.
Weitere Informationen: http://www.rwi-essen.de/dp - hier steht das RWI : Discussion Paper No. 47 zum Download bereit, das der Pressemitteilung zugrunde liegt.
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