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ZEIT: Vergangenheit, Sorgenkind, Zukunft

17.10.2006 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Vortragsreihe im Zoologischen Museum der Universität Heidelberg - 14 Beiträge sollen verschiedene Sichtweisen der Zeit beleuchten - Beginn: 29. Oktober 2006 mit einem Einführungsvortrag über "Zeitmessung im Tierreich" von Prof. Dr. Benedikt Grothe, Biozentrum, Martinsried Auch in diesem Wintersemester werden im Zoologischen Institut wieder sonntägliche Vorträge für die interessierte Öffentlichkeit angeboten. Diese Matineen haben inzwischen eine Tradition von über einem Vierteljahrhundert. Wie in den vergangenen Jahren orientieren sich die Vortragenden an einem Rahmenthema, welches im Wintersemester 2006/2007 "ZEIT: Vergangenheit, Sorgenkind, Zukunft" heißt.

"Wer Zeit falsch versteht, lebt verkehrt", heißt es, aber wer versteht die Zeit schon richtig? Wir erleben Zeit, wir können sie messen, aber erklären können wir sie nicht. Dementsprechend sind zwei Vorträge der Zeitmessung gewidmet.

Im Laufe der Zeit, im Laufe eines menschlichen Lebens gibt es kurze Abschnitte, die alles weitere entscheidend beeinflussen können, dazu gehören Geburt und prägende Erlebnisse. Zu letzteren zählen wir das Sich-Verlieben, für das - trotz seiner unbezweifelten Existenz - bisher keine überzeugende wissenschaftliche Erklärung gegeben werden kann.

In der diesjährigen Vorlesungsreihe "ZEIT: Vergangenheit, Sorgenkind, Zukunft" werden 14 ausgewiesene Redner aus Zoologie, Physik, Medizin, Psychologie, Paläontologie etc. die Zeit aus verschiedenen Sichten darstellen.

Mittlerweile wissen wir, dass jeder lebende Organismus nicht nur durch "Raumstrukturen" gekennzeichnet ist, sondern auch durch "Zeitstrukturen". Leben ohne Zeit und ohne Zeitstruktur ist nicht denkbar. Aus der Molekularbiologie gibt es zunehmend Befunde zu "Uhrgenen". Zeitmuster beherrschen unser Leben, ihre Beeinträchtigung bedeutet Krankheit. Diese Erkenntnis findet auch zunehmend Eingang in die Medizin. Wer die natürliche Rhythmik nutzt, lebt gesünder, ist leistungsfähiger und zufriedener als der Zeitchaot. Chronobiologie und Chronopharmakologie haben dazu in den letzten Jahren wichtige Beiträge geliefert.

Von der Einführung der mächtigen, aber entfernten mittelalterlichen Kirchturmuhr bis zur individuellen, ganz nahen Armbanduhr hat man einige Jahrhunderte gebraucht. Seit wir ständig genau wissen, wie spät es ist, kommen wir zunehmend in Zeitnot. Gibt es hier einen Zusammenhang?

Zeit ist jedoch nicht nur Sorgenkind vieler Menschen, der Zeit verdanken wir auch unsere Existenz, die auf eine Milliarden Jahre währende Geschichte der Organismen zurückgeht. Diese Entwicklung ist nicht immer kontinuierlich verlaufen; ihr Ablauf ist Forschungsinhalt vieler Bio- und Geowissenschaftler, er war zeitweise präzise wie eine Uhr, wurde aber auch durch Katastrophen unterbrochen. Der Katastrophe vor 65 Millionen Jahren (Kreide/Tertiär-Ereignis) verdanken wir sogar unseren Aufstieg.

Und Zeit hat auch Zukunft. Diese möchten wir gerne gestalten, wir, Männer und Frauen, die verschieden viel Zeit zur Verfügung haben. Wir leben in einer Welt, in der immer mehr Menschen dazukommen, die ernährt und anderswie versorgt werden müssen. Die Aufgaben werden größer, der Zeittakt rascher.

All diese Themen werden aufgegriffen und von kompetenten Personen dargestellt, die mehr als zehn Fachgebiete vertreten und aus 13 Städten kommen.

Die Vorträge finden sonntags von 11.00 bis 12.00 Uhr im Großen Hörsaal des Instituts für Zoologie der Universität Heidelberg statt.

Das Programm im Einzelnen:

29.10.06: Zeitmessung im Tierreich
Prof. Dr. Benedikt Grothe, Biozentrum, Martinsried

5.11.2006: Von der Wasseruhr zur Atomuhr - eine kurze Geschichte der Zeitmessung
Prof. Dr. Hanns Ruder, Theoretische Astrophysik, Tübingen

12.11.2006: Tiere in der Geburt
Prof. Dr. Hartwig Bostedt, Klinik für Geburtshilfe, Gießen

19.11.2006: Warum Männer früher sterben als Frauen
Prof. Dr. Elmar Brähler, Medizinische Psychologie und Soziologie, Leipzig

26.11.2006: Die Erde vor 65 Millionen Jahren: das K/T-Ereignis
Prof. Dr. Wolfgang Stinnesbeck, FB Paläontologie/Historische Geologie, Karlsruhe

3.12.2006: Liebe - ein zeitloses, universales Gefühl?
Priv.-Doz. Dr. Birgitt Röttger-Rössler, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle/Saale

10.12.2006: Zeitliche Datierung evolutionärer Ereignisse
Prof. Dr. Michael Wink, Pharmazie und Molekulare Biotechnologie, Heidelberg

17.12.2006: Religionsgeschichte der Zukunft
Prof. Dr. Jan Assmann, Ägyptologisches Institut, Heidelberg

7.1.2007: Die Zeit im Kopf - das Gedächtnis und die vierte Dimension
Priv.-Doz. Dr. Barbara Knab, München

14.1.2007: Die Kontinente und Ozeane im Laufe der Zeit
Prof. Dr. Gerold Wefer, Geowissenschaften, Bremen

21.1.2007: Kann man die Zukunft managen? Glanz und Elend einer vorsorgenden Risikopolitik
Prof. Dr. Ortwin Renn, Risikoforschung und Technikgestaltung, Stuttgart

28.1.2007: Das Huhn - frei wie ein Vogel oder vogelfrei? - Eine Zeitreise
Prof. Dr. Ulrich Neumann, Tierärztliche Hochschule, Hannover

4.2.2007: Zeitpolitik - Die Stadt der variablen Geschwindigkeiten
Prof. Dr. Ulrich Mückenberger, Forschungsstelle Zeitpolitik, Hamburg

11.2.7: Das Ticken unserer Inneren Uhr: Auswirkung auf Gesundheit und Krankheit
Prof. Dr. Dr. h. c. Björn Lemmer, Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universität Heidelberg, Mannheim

Das Zoologische Museum ist am Vortragstag von 10.00-12.00 Uhr geöffnet.

Rückfragen bitte an:

Prof. Dr. Volker Storch
oder Dr. Henner Hollert
Tel. 06221 545655 oder 545650, Fax 546162
Volker.Storch@urz.uni-heidelberg.de
Henner.Hollert@urz.uni-heidelberg.de

Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

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