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Prävention psychischer Erkrankungen oder Mind is beautiful - Was hält die Seele gesund?

18.10.2006 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Herbsttagung der Bundesdirektorenkonferenz am Donnerstag und Freitag, 19. und 20. Oktober 2006

Beiträge und Berichte von nationalen und internationalen Experten über Projekte zur Prävention und die Förderung der seelischen Gesundheit stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Herbsttagung der Bundesdirektorenkonferenz, die am Donnerstag und Freitag, den 19. und 20. Oktober 2006, in der Walter-Picard-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Zentrum für Soziale Psychiatrie, Philippshospital, in Riedstadt bei Darmstadt stattfindet. Die Bundesdirektorenkonferenz (BDK) ist ein Zusammenschluss der ärztlichen Leiter und Leiterinnen deutscher Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie, die über 30.000 stationäre Betten und Tagesklinikplätze in der Bundesrepublik vertreten. Das Engagement der Bundesdirektorenkonferenz zielt besonders auf die Verbesserung der Versorgung psychisch kranker Menschen einschließlich der Versorgung von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen, Suchtkranken und psychisch kranken alten Menschen.

Daher ist der zweite Teil der BDK-Herbsttagung an der aktuellen "Problemlage" des Gesundheitssystems orientiert. Die seit zehn Jahren bestehende Budgetdeckelung, aktuelle Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst, drastische Einschnitte, die die Gesundheitsreform 2006 vorsieht, lassen sich durch die Aktivierung aller Wirtschaftlichkeitsressourcen und neuen ambulanten und stationären Versorgungsangeboten nicht kompensieren. Damit droht eine dramatische Verschlechterung der Versorgung, gerade von psychisch kranken Menschen, die besonders auf Schutz und Hilfe angewiesen sind.

Hintergrund dieser Tagung ist ebenfalls die Tatsache, dass psychische Erkrankungen weltweit in besonderem Maße zu nehmen. In Europa erkrankt jeder 4. Bürger an einer psychischen Störung, jeder 3. Patient beim Hausarzt weist aktuell psychische Beeinträchtigungen auf. Besonders häufig sind Depressionen, Alkoholmißbrauch, Demenzerkrankungen und Psychosen. Die Erkrankungen führen zu wiederkehrenden Beeinträchtigungen bzw. zu einem chronischem Verlauf und damit zu langandauernden Behinderungen.

Für die Betroffenen verursachen sie erhebliches Leid und Minderung der Lebensqualität. Darüber hinaus werden Menschen mit psychischen Störungen aufgrund mangelnden Verständnisses in der Gesellschaft ausgegrenzt und stigmatisiert. Problematisch erscheint, dass psychische Erkrankungen oft zu spät oder gar nicht erkannt und diagnostiziert werden. Dies verbaut die Chance, durch frühe, gezielte Maßnahmen eine manifeste Erkrankung zu verhindern oder deren Verlauf günstiger zu gestalten.

Weltweit rückt die Prävention häufiger Erkrankungen zunehmend in den Mittelpunkt der Aktivitäten. Vor diesem Hintergrund betreiben die Weltgesundheitsorganisation und die EU Projekte, bei denen die Prävention eine herausragende Rolle spielt. Neben der Primärprävention, die vor allem auf gesundheitsorientierte Gestaltung bzw. Umgestaltung der Lebenswelten, wie z. B. Schule und Arbeitsplatz setzt, erscheint gerade bei psychischen Erkrankungen die sogenannte "indizierte Prävention", die sich vorzugsweise an Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko richtet, als besonders wirkungsvoll.


Es besteht sogar eine begründete Hoffnung, dass gezielte Maßnahmen im Vorfeld das Auftreten der psychischen Erkrankung verhindern können. Wenn sich diese begründete Hoffnung bewahrheitet, können subjektives Leiden und krankheitsbedingte Behinderungen verhütet und das Gesundheitssystem wesentlich entlastet werden.

Die Bundesdirektorenkonferenz ist zusammen mit anderen Verbänden und Fachgesellschaften aktiv, die Öffentlichkeit auf diese Entwicklung aufmerksam zu machen und vor allem auch Politik und Krankenkassen die besonderen Belange der Versorgung psychisch erkrankter Menschen zu verdeutlichen.

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