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Annette Schröter erhält einen Ruf an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Sie tritt die Nachfolge von Prof.

18.10.2006 - (idw) Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Leipzig, den 18. Oktober 2006

Die Künstlerin Annette Schröter erhält zum Wintersemester 2006/2007 einen Ruf an die Leipziger Kunsthochschule. Sie tritt damit die Nachfolge von Prof. Sighard Gille an und übernimmt die Leitung der Klasse für Malerei und Zeichnung (Hauptstudium) im Studiengang Malerei / Grafik. Annette Schröter, 1956 in Meißen geboren, studierte von 1977 bis 1982 an der HGB Leipzig in der Klasse von Prof. Heisig. Zusammen mit ihrem Mann, dem Fotografen Erasmus Schröter, siedelte sie 1985 nach Hamburg über und arbeitete dort als freischaffende Künstlerin. In den Jahren 1992 und 2003 war sie Gastprofessorin für Malerei an der Hamburger Sommerakademie Pentiment. 1997 kehrte sie gemeinsam mit ihrem Mann nach Leipzig zurück und lehrte im Rahmen einer Gastprofessur für Malerei von 1999 bis 2001 an der Kunsthochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein/Halle. 2001 erhielt sie den Kunstpreis der 8. Leipziger Jahresausstellung. Zuletzt lehrte Annette Schröter von 2004 bis 2005 Malerei im Grundstudium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden.

Frau Prof. Schröter sagt selbst über ihre Arbeit: "Auslöser für meine Bilder sind in der Regel Erlebnisse und/oder Beobachtungen - die fotografisch von mir festgehalten werden, oder auch vorgefundene Bilder. Aus diesen Skizzen entstehen in der Regel großformatige Kompositionen, die immer den Menschen in den Mittelpunkt stellen und mein Lebensgefühl zum Ausdruck bringen. Getragen werden diese Bilder von einer Farbigkeit, die sich in den wenigsten Fällen am realen Gegenstand orientiert. Die Farbe, intuitiv eingesetzt, entwickelt sich aus dem Mal-Prozess heraus und trägt wesentlich zu einer Überhöhung des Dargestellten bei."

Neben der Malerei widmet sich Annette Schröter seit 2000 der künstlerischen Technik des Papierschnitts. Ausgehend vom biedermeierlichen Scherenschnitt siedelt die Künstlerin dieses Medium, das besonders über das Ornament und das Muster funktioniert, im Zeitgenössischen an. Dies geschieht zum einen über sehr große Formate und zum anderen über sich kontrovers verhaltende Inhalte.

Seit 1988 waren Arbeiten von Annette Schröter in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen zu sehen. Eine Auswahl der Einzelausstellungen: UH galleries, Art and Design Gallery (University of Hertfordshire, Hartfield/London, 2006), Stadtgalerie Bern (Bern, 2006), Galerie Kleindienst (Leipzig, 2006), Galerie Binz und Krämer (Köln, 2005) Stadtmuseum Oldenburg (Oldenburg, 2004), etc. Ihre Arbeiten befinden sich zudem in zahlreichen Sammlungen, z.B. im Bundeskanzleramt (Berlin), in den Staatlichen Kunstsammlungen, in der Galerie Neue Meister Dresden, im Museum der Bildenden Künste Leipzig und in der Sammlung Essl in Wien.

Prof. Sighard Gille:
Der in Leipzig lebende, 1941 geborene Sighard Gille absolvierte bereits sein Studium an der lokalen Kunsthochschule. Zwischen 1965 und 1970 studierte er bei Prof. Bernhard Heisig und Prof. Wolfgang Mattheuer. Einige Jahre war er als freischaffender Künstler in Leipzig tätig, bevor er zwischen 1973 und 1976 Meisterklassen an der Akademie der Künste in Berlin bei Prof. Bernhard Heisig besuchte. In den darauf folgenden Jahren nahm er eine Assistentenstelle (bis 1979) an der HGB im Studiengang Malerei wahr. Die Zeit Anfang der 70er Jahre waren im Rückblick sehr entscheidende Jahre seiner künstlerischen Entwicklung und Prägung. Zur ersten Schülergeneration der Leipziger-Schule-Lehrer (Heisig, Tübke und Mattheuer) gehörend, schuf Gille u. a. seine bedeutenden Arbeiten: "Brigadefeier - Gerüstbauer" (1976), "Die Autofahrer" (1972) und "Selbst mit Friseuse" (1972).

Anfang der 1980er Jahre entstanden weitere wichtige Malereien, die den Künstler auch international immer bekannter machten. Das 714 m² große Deckengemälde "Gesang vom Leben" im neuen Gewandhaus gehört zu den am meisten rezipierten Kunstwerken der Stadt. Auslandsreisen folgten und inspirierten Gille zu plastischen Werken, Installationen und Fotografien. 1986 holte ihn die Hochschule für Grafik und Buchkunst erneut ans Haus; Gille wurde Leiter einer der Malklassen im Hauptstudium. Sechs Jahre später wird er schließlich zum Professor für Malerei und Grafik berufen. In zahlreichen Publikationen verarbeitete Gille seine Reiseerfahrungen, in vielen wird das Schaffen des Künstlers dokumentiert. Für das jüngst erschienene Buch "Miguel de Cervantes Saavedra. Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha" fertigte er 160 farbige Illustrationen an.

Anreiz für Sighard Gilles Schaffen bietet die optisch sichtbare Welt in ihrer Schönheit und ihren Widersprüchen, Hoffnungen und Abgründen. Seine Beobachtungen setzt er mittels verschiedener Materialien und Techniken um: Malereien, Zeichnungen, Grafiken, plastische Objekte sowie Fotografien (speziell: Arbeiten mit der Lochkamera) zeugen von der Vielfältigkeit des Künstlers. Das Spektrum der abgebildeten Themen steht diesem Variationsreichtum in nichts nach. So gehören Madonnenbilder, New Yorker Stadtlandschaften oder Porträts von Popikonen ebenso zu Gilles Oeuvre wie farbintensive Akte. Trotz oder gerade wegen ihrer emotionalen und expressiven Körperlichkeit fehlt es der Kunst Gilles nicht an Brüchen und Zwischentönen. Der Betrachter kann sich ihrer Wirkung nicht verschließen, sie tritt ihm auffordernd entgegen. Werke von Gille befinden sich in den Städtischen Museen von Altenburg, Halle, Schwerin, im Museum der Bildenden Künste Leipzig und Frankfurt/Oder, der Nationalgalerie Berlin, Museen in Saarlouis, Wolfsburg und Gießen, im Schloss Oberhausen (Sammlung Ludwig), in der Ungarischen Nationalgalerie Budapest, der Tate-Galerie in London und der Nationalgalerie Peking. Viele Kunstwerke befinden sich zudem im Privatbesitz. Neben zahlreichen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland nahm der Künstler u. a. an der Biennale Venedig sowie den Kunstmessen Karlsruhe und Köln teil.

Seine Lehrtätigkeit an der Leipziger Kunsthochschule verknüpfte Sighard Gille stark mit seiner eigenen künstlerischen Leistung. Dabei stand der Austausch mit der "suchenden Persönlichkeit der jungen Kollegen" im Vordergrund, da er der Auffassung ist, dass Kunst an sich nicht lehrbar sei. Die "zeitgenössische Malerei an Traditionen gewetzt, mit allen den unerlässlichen vorwärts treibenden Katastrophen" steht dabei im selbst gewählten Fokus seiner Arbeit an der HGB Leipzig. Während seiner 14-jährigen Tätigkeit als Professor für Malerei und Grafik bildete er zahlreiche heute erfolgreich arbeitende Künstler aus, u. a. Matthias Weischer (Preisträger der Rolex Mentor und Meisterschüler Initiative, Mentor: David Hockney (2004) sowie Träger des Kunstpreises der Leipziger Volkszeitung (2005)).

Noch bis zum 28. Oktober sind Arbeiten von Prof. Gille in der Ausstellung "Die Magd" in der Galerie Rose (Hamburg) zu sehen.

Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

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