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Fische in der Bratpfanne tanzen lassen

19.10.2006 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Studierende organisieren dritte UN-Simulation (MainMUN) an der Universität / Anmeldeschluss: 8. Dezember FRANKFURT. Der derzeit amtierende US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton, sorgte bereits vor seiner Berufung für Aufsehen: "If the UN Secretariat building in New York lost 10 stories, it wouldn't make a bit of difference." - wenn das UN-Gebäude 10 Geschosse weniger hätte, würde es keiner merken. Wer dagegen als Studierender der Ansicht ist, dass die Vereinten Nationen als weltpolitisches Forum unverzichtbar sind, dann könnte eine Teilnahme an MainMUN attraktiv sein: Die Welt mit den Augen eines Muammar al-Gaddafi sehen oder den Westen im Stile von Nikita Chruschtschow "tanzen (lassen) wie Fische in der Bratpfanne".

Vom 25. bis 28. Januar 2007 wird im Casino auf dem Campus Westend das bereits dritte MainMUN, eine Simulation der Vereinten Nationen, stattfinden. Das Main Model United Nations ist dem National Model United Nations (NMUN) in New York, der weltweit größten und ältesten UN-Simulation, nachempfunden. Angesprochen als Teilnehmer sind Schüler der Oberstufe und Studierende aller Fachbereiche. Anmeldeschluss ist der 8. Dezember 2006; die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro.

Die Veranstaltung wird von Studierenden, die sich im Verein Main Conferences zusammenschlossen, unter Anleitung der Initiatorin, Juniorprofessorin Dr. Tanja Brühl, und Dr. Klaus Roscher von der Arbeitsstelle Friedens- und Konfliktforschung im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften organisiert.

In diesem Jahr gibt es erstmals eine Kooperation mit dem Fachbereich Rechtswissenschaft; dies unterstreicht den interdisziplinären Charakter des MainMUN. Die Schirmherrschaft hat die renommierte Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) übernommen, die den Organisatoren seit dem Bestehen des MainMUN tatkräftig zur Seite steht.

Im Jahr 2005 fand das MainMUN zum ersten Mal statt. Bereits im ersten Jahr wurden die Erwartungen weit übertroffen: Über 150 Studierende und Schüler der Oberstufe nahmen teil. Im vergangenen Jahr waren es sogar weit über 200 junge Delegierte; damit war MainMUN schon nach kürzester Zeit zu einer der größten deutschen UN-Simulationen geworden.

Wie auch in den vergangenen Jahren werden beim MainMUN 2007 drei Gremien der Vereinten Nationen simuliert, die sich mit Themen der aktuellen UN-Agenda befassen. Die Generalversammlung debattiert die Geschehnisse im Nahen Osten, Nukleare Abrüstung und Globale Erwärmung. Im Menschenrechtsrat hingegen stehen das Recht auf Entwicklung, Kulturelle Rechte und die Verbindung von Menschenrechten und Terrorismus auf der Agenda. Der Sicherheitsrat verhandelt schließlich die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen, die Lage in Somalia und die Situation von Zivilisten in bewaffneten Konflikten.

Interessierte Schüler bzw. Studierende schlüpfen während der Simulation in die Rolle eines Delegierten und vertreten in den Verhandlungen die Interessen "ihres" Landes. Einem geschickten Diplomaten gelingt es, in den formellen Sitzungen durch überzeugende Reden an das Komitee zu brillieren und dies mit der Bildung strategischer Allianzen in den informellen Verhandlungen zu verbinden. Für das richtige Auftreten als Repräsentant eines Staates werden Jeans und Turnschuhe durch den diplomatischen Dresscode ersetzt. Die Konferenz ist angelehnt an das Reglement der UN: Verhandlungssprache ist daher Englisch. All dies lässt das Studierendenleben bald in Vergessenheit geraten: Sehr schnell findet man sich als wahrer Diplomat bei einer "echten" UN-Verhandlung wieder. Diplomatisches Parkett erfordert aber vor allem eines: Soft Skills. Rhetorik, Teamwork, Überzeugungskraft und Verhandlungsgeschick - all dies kann beim MainMUN erprobt und ausgefeilt werden. Dieser Perspektivenwechsel ermöglicht das Erfahren von Weltpolitik. Die Teilnehmer erweitern ihren Horizont um Denkprozesse, die es gestatten, sich in andere Kulturen hineinzuversetzen und Mechanismen der internationalen Politik letztlich besser zu verstehen.

Zur Vorbereitung der breit gefächerten Themen stellt das MainMUN-Team so genannte Background Guides zur Verfügung. Um Anfängern auf dem diplomatischen Parkett den Zugang zu den UN-Regeln zu erleichtern, stehen Workshops auf dem Programm. Im Vorfeld können sich die Teilnehmer an dem online zur Verfügung gestellten Rules of Procedure-Leitfaden orientieren. Erneut stehen den Delegierten am zweiten Tag der Konferenz Experten Rede und Antwort, um letzte inhaltliche Fragen zu klären.


"Diplomacy starts when you drink your Martini after the session": Interne UN-Quellen betonen immer wieder die Bedeutung des "socialising" nach den offiziellen Sitzungen. Auch hier orientiert sich MainMUN am Original: So sorgen Delegates Dance und ein Get Together für Ausgleich und eine entspannte Arbeitsatmosphäre.

Kontakt: Juniorprofessorin Dr. Tanja Brühl/Dr. Klaus Roscher; Tel.: 0 69/798-22042 ; E-Mail: info@mainmun.de
Weitere Informationen: http://www.mainmun.de.
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